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2. Fußball-Bundesliga

Abschiedssaison in Heidenheim? Das sagt Frank Schmidt

Verabschiedet sich Frank Schmidt als Heidenheimer Coach? Es geht in seine „mutmaßlich“ letzte Saison. (Archivbild)

Verabschiedet sich Frank Schmidt als Heidenheimer Coach? Es geht in seine „mutmaßlich“ letzte Saison. (Archivbild) Foto: David Inderlied/dpa

Trainer Frank Schmidt denkt an einen Abschied vom 1. FC Heidenheim. Wird die 20. Saison seine letzte? Vor dem Zweitliga-Auftakt spricht Schmidt über diese Frage und erklärt, warum die Energie ausgeht.

Von Kristina Puck, dpa 06.08.2026, 10:35 Uhr
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Heidenheim. Entspannt lauscht Frank Schmidt, wie es im fast leeren Heidenheimer Stadion plötzlich kurz lauter wird. Die Besucher der Führung gewöhnen sich wieder ans Jubeln, kommentiert der 52-Jährige schmunzelnd und gut gelaunt, als er an einem Bartisch in einer Loge sitzt. 

Mit frischer Kraft startet der Coach des 1. FC Heidenheim zwölf Wochen nach dem Bundesliga-Abstieg in die Zweitliga-Saison und das Heimspiel am Samstag gegen den VfL Osnabrück (13.00 Uhr/Sky). Es wird für Schmidt die 20. Saison als Cheftrainer des FCH und womöglich eine besondere: Denn es könnte seine letzte werden. Eine ungewöhnliche Ära im deutschen Fußball würde enden. 

Ende April, noch bevor das Ende der dreijährigen Erstliga-Zeit des Ostalb-Clubs feststand, hatte Schmidt überraschend erstmals seinen Abschied zum Vertragsende 2027 in Aussicht gestellt. Mit dem kleinen Zusatz „mutmaßlich“ schränkte er diesen ein. Und bleibt auch jetzt dabei.

Wie die Energie ausgeht

„Grundsätzlich bleibt die Aussage so stehen, dass es mutmaßlich meine letzte Saison wird“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Man solle im Fußball aber niemals nie sagen. Deswegen hält er ein Hintertürchen geöffnet. „Aber natürlich beschäftigt man sich auch mit dem, was zuletzt war und was noch kommt. Man darf nicht vergessen, dass die letzten zwei Jahre kräftezehrend waren.“

Die langen Misserfolgsphasen im Abstiegskampf, immer wieder Rückschläge einstecken zu müssen - das hat am dienstältesten Coach im deutschen Profifußball gezehrt. „Und es ist ja nicht so, dass ich mich abends anstecken kann an eine Steckdose und lade mich wieder auf und es geht an einem spurlos vorbei“, erklärt Schmidt. Deswegen schlug er das Angebot, nach der erfolgreichen Relegation 2025, seinen Vertrag wie gewohnt vorzeitig zu verlängern, aus. Und hat bis jetzt keinen neuen unterschrieben.

Der Abstiegskampf hat Kraft gekostet. (Archivbild)

Der Abstiegskampf hat Kraft gekostet. (Archivbild) Foto: Tom Weller/dpa

Schmidt ist das Aushängeschild des Erstliga-Absteigers. Der 1. FC Heidenheim ohne Schmidt scheint fast unvorstellbar. 

Wie der Vorstandschef um Schmidts Unterschrift kämpft

Am 17. September 2007 übernahm der gebürtige Heidenheimer und frühere Spieler den Trainer-Posten in der Oberliga. Stück für Stück entwickelte sich der Club unter der Verantwortung des prägenden Duos Holger Sanwald (Vorstandsvorsitzender) und Schmidt, bis der Weg in die Fußball-Beletage führte. Dass er in seine 20. Saison geht, bezeichnet Schmidt als „Wahnsinn“.

Der Verein hofft auf seinen Verbleib. Einen Zeitpunkt, wann Schmidts Entscheidung endgültig sein muss, nennt Sanwald nicht. „Solange er davon spricht, dass es „mutmaßlich“ seine letzte Saison sein wird, werden wir uns auf jeden Fall mit allem, was wir haben, bemühen, dass er noch mal verlängert und uns mit niemand anderem beschäftigen“, sagt der 59-Jährige der dpa. 

Angesichts des engen Austauschs werde man „im Laufe der Saison mit Sicherheit den richtigen Zeitpunkt finden, um über seine Zukunft zu sprechen.“

Holger Sanwald hofft, dass Frank Schmidt doch noch länger bleibt. (Archivbild)

Holger Sanwald hofft, dass Frank Schmidt doch noch länger bleibt. (Archivbild) Foto: Harry Langer/dpa

 

Die ungewöhnliche Konstanz gilt als Heidenheimer Erfolgsfaktor. Eine Trennung von Schmidt war auch in der Abstiegssaison kein Thema. „Wenn ich als Trainer mal eine schwierige Phase hatte, hat mir Holger Sanwald auf die Schulter geklopft. Er hat mich stark gemacht in dem Moment, wo es nicht lief“, schildert Schmidt die Zusammenarbeit. „Da ducken sich die meisten weg.“

Als Schmidt schon als Schüler Trainer-Verantwortung übernahm

Dass er gern Verantwortung übernimmt, zeichnete sich schon ab, als er Kind war. Selbstständig stellte er eine Schülermannschaft zusammen - und meldete sie eigenständig beim Schulturnier an. „Ich habe nicht akzeptiert, dass wir nicht teilnehmen, und deswegen habe ich selbst Initiative ergriffen“, sagt er. Für mich war immer der Wettkampf etwas Besonderes. Ich war ein Sportler, der nur ein Ziel hatte, Profisportler zu werden.“

Nun ist ein erfolgreicher Saisonstart sein Ziel. Über seinen ersten Abstieg mit dem FCH trauerte er nach eigenen Worten nur eine Nacht. Dann richtete er den Blick nach vorn, überlegte, wie er in der 2. Liga oben mitspielen kann. 

„Das ist die spannende Aufgabe. Deswegen habe ich mich relativ schnell wieder auf das gefreut, was kommt“, sagt Schmidt. Und wirkt mit seiner neu gewonnenen Energie nicht unbedingt so, als müsse er aufhören.

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