Bahnstrecken im Norden gesperrt: Was Reisende wissen müssen
In den nächsten sechs Wochen kommt es zu erheblichen Ausfällen und Änderungen im Fernverkehr, Regionalverkehr und bei den Hamburger S-Bahnen. (Symbolbild) Foto: Christoph Reichwein/dpa
Mehr als sechs Wochen lang müssen Bahnreisende im Norden mehr Zeit einplanen. Wegen Bauarbeiten kommt es zu Zugausfällen, Umleitungen und Ersatzverkehren. Welche Strecken betroffen sind.
Hamburg/Kiel. Für Bahnreisende im Norden geht der Sommer mit zahlreichen Einschränkungen weiter. Wegen umfangreicher Bauarbeiten der Deutschen Bahn kommt es zwischen Mitte Juli und Ende August im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr zu Ausfällen, Umleitungen und Ersatzverkehren, wie die Bahn mitteilte. Was Reisende nun in den kommenden sechs Wochen beachten müssen:
Welche Bahnstrecken werden gesperrt und wann?
Vor allem rund um den Bahnknoten Hamburg sowie auf der Strecke zwischen Hamburg und Kiel müssen sich Reisende auf massive Einschränkungen einstellen.
Die beliebte Pendlerstrecke zwischen Hamburg und Kiel ist vom 18. Juli bis 15. August betroffen. Die Strecke bleibt grundsätzlich befahrbar, allerdings mit erheblichen Einschränkungen, besonders im Fernverkehr.
Vom 18. Juli bis zum 20. August kommt es je nach Bauphase auf den Bahnstrecken zwischen Hamburg und Pinneberg, Hamburg und Elmshorn sowie Hamburg und Neumünster zu Sperrungen und damit verbundenen Ausfällen der Regionalbahn.
Zudem sind zwischen dem 17. Juli und dem 30. August innerhalb Hamburgs die Bahnstrecken zwischen dem Hauptbahnhof und Altona sowie die S-Bahn-Strecke zwischen Altona und Sternschanze vollständig gesperrt.
Welche Fernverkehrsverbindungen fallen aus?
Besonders hart trifft es die Strecke Hamburg-Kiel.
- Vom 18. Juli bis 15. August verkehren statt acht nur noch zwei tägliche ICE-Zugpaare zwischen Kiel und Hamburg.
- Der ICE-Halt in Neumünster entfällt größtenteils.
- Am 20. und 21. Juli fährt kein ICE von Hamburg nach Kiel, am 19. und 22. Juli ist das Angebot stark eingeschränkt.
Hinzu kommt: Während der Bauarbeiten halten keine Fernzüge in Hamburg-Altona und Hamburg Dammtor. Einige ICE- und IC-Züge beginnen oder enden stattdessen in Harburg, Bergedorf oder Pinneberg. Auch einzelne Direktverbindungen nach Berlin, Dresden oder Prag entfallen oder erfordern zusätzliche Umstiege.
Welche Regionalzüge sind betroffen?
Vor allem die wichtigen Verbindungen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein sind eingeschränkt:
- RE7 (Hamburg-Kiel/Flensburg): Vom 19. Juli bis 12. August enden und beginnen die Züge bereits in Pinneberg. Von dort geht es mit der S-Bahn weiter.
- RE70 (Hamburg-Kiel): Zwischen 19. und 22. Juli, 1. und 12. August sowie erneut am 16. August fallen die Züge zwischen Neumünster und Hamburg komplett aus. Ersatzbusse fahren. Vom 23. bis 31. Juli endet die Linie ebenfalls in Pinneberg.
- Am 13. und 14. August fahren RE7 und RE70 nur bis Hamburg-Altona. Wer zum Hauptbahnhof will, muss auf die S-Bahn umsteigen.
- RE6 (Hamburg-Westerland/Sylt): Bis Ende August kommt es je nach Bauphase zu verkürzten Fahrten, Zugausfällen und Schienenersatzverkehr.
Welche Auswirkungen gibt es bei der Nordbahn?
Auch Fahrgäste der Nordbahn müssen mehr Zeit einplanen.
- Die RB61 fährt zeitweise nur zwischen Itzehoe und Pinneberg.
- Die RB71 verkehrt zeitweise nur zwischen Wrist und Elmshorn.
- Vom 22. Juli bis 12. August beginnen und enden beide Linien in Pinneberg.
- Die RB60 (Itzehoe-Hamburg-Altona) fällt vom 20. Juli bis 12. August vollständig aus.
Für ausfallende Zugfahrten setzt die Nordbahn Ersatzbusse ein.
Was ändert sich bei der Hamburger S-Bahn?
Die Verbindungsstrecke zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und Altona wird vom 17. Juli bis 30. August gesperrt.
Deshalb gilt:
- Zwischen Altona und Sternschanze fahren keine S-Bahnen. Ersatzbusse übernehmen den Verkehr.
- Sämtliche S-Bahnen aus und nach Bergedorf werden umgeleitet und fahren anstatt durch den Citytunnel als S2 über Dammtor und enden an der Sternschanze.
- Die S5 wird während der Bauarbeiten durch den Citytunnel geführt.
- In den Hauptverkehrszeiten wird das Angebot auf einzelnen Linien verdichtet.
Wie kommen Reisende trotz der Sperrungen ans Ziel?
Die Bahn richtet auf den betroffenen Strecken umfangreichen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Außerdem wird Pinneberg während der Bauarbeiten zum zentralen Umsteigebahnhof.
Dort setzt der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein zusätzliches Servicepersonal ein. Zudem wird das S-Bahn-Angebot verstärkt: An Wochenenden fährt die S5 bis Pinneberg, zudem wird der Zehn-Minuten-Takt der S3 zwischen Elbgaustraße und Pinneberg verdichtet.