Zähl Pixel
250.000 Menschen erwartet

Nach tödlichem Anschlag in Berlin: Hamburg rüstet beim CSD auf

Nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin will die Hamburger Polizei die für Samstag geplante CSD-Großdemonstration in der Hansestadt mit mehr Personal schützen. (Archivbild)

Nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin will die Hamburger Polizei die für Samstag geplante CSD-Großdemonstration in der Hansestadt mit mehr Personal schützen. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

In Hamburg hat die Polizei nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin ihr Sicherheitskonzept nachgeschärft. Deshalb sind nun viel mehr Kräfte beim CSD im Einsatz.

Von dpa 30.07.2026, 06:00 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Hamburg. Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Angriff auf feiernde Menschen am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin werden bei der Hamburger CSD-Demonstration deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein als 2025. „Wir werden mit rund doppelt so viel Kräften wie beim letzten Mal vor Ort sein“, sagte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel am Morgen dem Deutschlandfunk.

Das Sicherheitskonzept zu der Veranstaltung sei nach dem Angriff in Berlin intensiv überarbeitet und nachgeschärft worden. „Dass jemand (...) im Umfeld der Veranstaltung in die Menge gefahren ist, das bereitet uns Sorge, und wir werden deswegen in diesem Umfeld verstärkt mit uniformierten, aber auch mit zivilen Kräften und mit einer Luftkomponente unterwegs sein.“

250.000 Teilnehmer erwartet

Zu der Demonstration in Hamburg erwarten die Veranstalter nach Angaben der Polizei 250.000 Teilnehmer. Der Zug soll um 12 Uhr an der Lübecker Straße im Stadtteil Hohenfelde starten und durch den Stadtteil St. Georg in die Innenstadt führen, wo er gegen 19 Uhr endet. Das Motto lautet: „Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!“

Polizeipräsident Falk Schnabel gab aber zu bedenken, dass auch hohe Sicherheitsvorkehrungen keine Garantie für eine Veranstaltung ohne Zwischenfälle sind. „Allerdings gehört auch zur Wahrheit dazu: Eine absolute Sicherheit, gerade im Innenstadtbereich, wird auch von uns nicht leistbar sein.“

Keine konkreten Gefährdungshinweise für CSD in Hamburg

Für Deutschland gilt der Polizei zufolge eine abstrakt hohe Gefährdungslage, entsprechend wachsam sind die Sicherheitsbehörden. Für die Veranstaltungen rund um den Hamburger CSD bestünden jedoch keine konkreten Gefährdungshinweise, hieß es zu Wochenbeginn. Die Polizei greife auf ihr bewährtes Einsatzkonzept zurück. Streckenschutz und technische Sperren zum Überfahrschutz seien dabei wichtige Elemente.

Ein 21-jähriger Deutscher mit libanesischen Wurzeln und Verbindungen zum islamistischen Terror soll am Rande des Berliner CSD am Samstagabend Menschen mit einem Van angefahren und mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau aus Polen wurde tödlich und weitere 29 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend wurde Abdul B. von Einsatzkräften erschossen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Sieht die Hamburger Polizei gut auf den CSD vorbereitet: Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel. (Archivbild)

Sieht die Hamburger Polizei gut auf den CSD vorbereitet: Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel. (Archivbild) Foto: Georg Wendt/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

T Block-Prozess ohne Öffentlichkeit fortgesetzt

An Silvester 2023/24 wurden zwei Kinder von Christina Block gewaltsam vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark entführt. Welche Folgen das für die Kinder hatte, erklärt eine Psychiaterin vor Gericht.