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Blitzeis legt Flughafen BER lahm - Massencrash auf A10

Am Flughafen BER starten und landen aktuell vorerst keine Maschinen mehr.

Am Flughafen BER starten und landen aktuell vorerst keine Maschinen mehr. Foto: Christoph Soeder/dpa

Am Flughafen BER dürfen keine Maschinen mehr starten oder landen. Auch Straßen und Autobahnen sind in Brandenburg und Berlin spiegelglatt. Eine Folge. Ein Massencrash.

Von dpa Donnerstag, 05.02.2026, 20:00 Uhr

Berlin. Keine Flüge mehr am Airport BER, Massencrash auf der Autobahn 10 und weniger fahrende Linienbusse: Eisglätte hat in Berlin und Brandenburg den Verkehr erheblich beeinträchtigt.

Der Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld hat den Betrieb am Abend eingestellt - noch ist offen, wie lange. Aufgrund von Blitzeis seien derzeit keine Starts und Landungen mehr möglich, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Unsere Flächen sind spiegelglatt. Es besteht Gefahr für Leib und Leben.“ 

Seit dem frühen Abend ging auf dem Flugfeld nichts mehr. Danach gilt zunächst ab Mitternacht das Nachtflugverbot. „Danach sehen wir am Freitagmorgen weiter“, sagte die BER-Sprecherin. 

Schon tagsüber viele Verspätungen und Flugausfälle

Fluggäste am BER hatten schon tagsüber zum Teil viel Geduld haben müssen. Im Flugbetrieb kam es zu einer Reihe von Problemen. Zunächst konnten am Morgen nach gefrierendem Regen keine Maschinen starten. Das Enteisen der Flugzeuge nahm jeweils bis zu einer Stunde Zeit in Anspruch. Der erste Flieger hob dann erst am späten Vormittag ab.

Im Flugplan kam es anschließend zu erheblichen Verspätungen und zahlreichen Ausfällen. Von den 180 geplanten Starts wurden der Sprecherin zufolge bis gegen Mittag bereits 35 komplett gestrichen und danach noch weitere mehrere Dutzend. Insgesamt konnte nur der kleinere Teil der Maschinen überhaupt starten. 

Verletzte bei Unfällen auf A10

Auch auf den Straßen kam es wegen Schnee und Eisglätte an vielen Stellen zu Problemen. In Berlin lagen der Polizei am Abend noch keine Hinweise auf schwere Verkehrsunfälle vor. Nach Einschätzung des Lagezentrums der Polizei in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam gab es im ganzen Land glättebedingte Unfälle, bis zum Abend aber ebenfalls keine mit Toten oder Schwerstverletzten. 

Bei Unfällen auf der A10 gab es einige Verletzte.

Bei Unfällen auf der A10 gab es einige Verletzte. Foto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Auf der eisglatten Autobahn 10 bei Potsdam gab es eine Reihe von Unfällen, bei denen insgesamt 19 Menschen verletzt wurden. Der Polizei zufolge sind zwischen dem Autobahndreieck Nuthetal und der Anschlussstelle Michendorf (Potsdam-Mittelmark) in beiden Fahrtrichtungen jeweils mehrere Fahrzeuge bei großer Glätte ineinander gefahren. 

Nach derzeitigen Erkenntnissen seien von den 19 Verletzten drei ins Krankenhaus gekommen. Die 16 Leichtverletzten seien ambulant behandelt worden, so die Polizei weiter. Neben einer Reihe von Pkw waren den Angaben zufolge an den Unfällen auch ein Lkw und zwei Kleintransporter beteiligt. 

Busse stehen still

In Brandenburg wurden einige Buslinien wegen der Witterungsfolgen eingestellt. So teilte die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft mit, dass wegen der Straßenglätte der Linienverkehr des Busunternehmens bis Freitagfrüh eingestellt bleibt.

Nach Angaben des Landkreises Prignitz hat auch die Arge Prignitzbus den Busverkehr im Landkreis am späten Nachmittag gestoppt. Der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming zufolge gilt das auch für die Buslinien 753, 754, 758, 768, 769, 777 und den Rufbus R777 in dem betreffenden Landkreis.

Eisregen sorgt für Probleme im U-Bahnverkehr 

Die U-Bahnlinie 3 ist zwischen Warschauer Straße und Gleisdreieck weiter unterbrochen. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Abend mit. Der kleine südliche Abschnitt der U3 bis Krumme Lanke wird dagegen wieder befahren. 

Auch der zentrale Abschnitt der U2 zwischen Bahnhof Zoologischer Garten und Potsdamer Platz ist der BVG zufolge wieder in Betrieb. Auf dem kurzzeitig unterbrochenem Nordabschnitt fahre die U2 ebenfalls wieder. Damit sei die wichtige Linie wieder vollständig im Einsatz. 

Insgesamt fahren Busse, Straßenbahnen und die Züge der meisten U-Bahnlinien trotz der anhaltenden Extremwetterlage mit immer wieder einsetzendem Eisregen stabil, so das Fazit der BVG. 

Mann bricht in Halensee ein und stirbt

Auf dem vereisten Halensee in Berlin hat es ein tödliches Unglück gegeben: Ein Mann brach ein und starb im Krankenhaus. Das sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Deutschen Presse-Agentur. 

Ersthelfer hatten von einem Steg aus erste Rettungsversuche gestartet, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein Feuerwehrmann habe sich dem verunglückten Senior dann mit einem Schutzanzug im Wasser genähert und ihn an Land gezogen. Nach einer medizinischen Erstversorgung kam der Mann mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wo er starb.

Meteorologen warnen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor den erhöhten Risiken durch Glatteis im Westen und Nordwesten Brandenburgs gewarnt. Die amtliche Unwetterwarnung vor Glatteis galt bis 21.00 Uhr. 

Es bleibt frostig: Auch für die Nacht zum Freitag hat der DWD gebietsweise gefrierenden Regen oder Sprühregen mit Glatteisbildung, vor allem im Norden und Westen Brandenburgs auch mit Unwettergefahr vorhergesagt. 

Zum Teil bis mittags ist auch anschließend gefrierender Sprühregen mit Glatteisgefahr nicht ausgeschlossen. Bei Bodenfrost kommt es weiterhin streckenweise zu Eisglätte. Am Freitagabend erwartet der DWD gebietsweise erneut gefrierenden Sprühregen.

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