Gedanken zu Krieg und Frieden bestimmen Goldaper Heimattreffen
Landrat Kai Seefried hält bei der Feierstunde das Grußwort der Patenschaftsträger - Hansestadt und Landkreis Stade. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
Beim Goldaper Heimattreffen betonte Stades Landrat Kai Seefried die Bedeutung der Kreisgemeinschaft für den Frieden und erinnerte an die Erinnerungen der Zeitzeugen.
Landkreis. Landrat Kai Seefried würdigte beim Goldaper Heimattreffen das Engagement des Vereins Kreisgemeinschaft Goldap Ostpreußen. „Das ist aktive Arbeit für den Frieden“, sagte er in seinem Grußwort während der traditionellen Feierstunde am Elch in den Stader Wallanlagen. Nachdenkliche Reden zu Krieg und Frieden prägten die Veranstaltung.
Pastorin Ann-Kathrin Hamsch eröffnete die Feierstunde mit einem geistlichen Wort. Sie zitierte einen Bibelvers aus dem Matthäus-Evangelium: „Selig sind die, die Frieden stiften.“ Hamsch betonte den unschätzbaren Wert der Erinnerungen von Zeitzeugen. Immer weniger Menschen könnten aus eigener Erfahrung von Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg berichten. „Der Ukraine-Krieg hat für uns alle vieles verändert“, sagte sie. Sicherheit sei wichtig, aber auch trügerisch. In Zeiten von Kriegsgefahren und Diskussionen über Verteidigungsfähigkeit seien internationale Verbindungen und Freundschaften besonders wichtig.
Welle der Solidarität nach versuchter Störung
Seit mehr als 60 Jahren richtet die Kreisgemeinschaft Goldap die Feierstunde ihres Heimattreffens „am Gedenkstein unserer Vorgänger“ aus, erklärte Kreisvertreter Stephan Grigat. Er berichtete vom Sommerfest am „Haus der Heimat“, einem Begegnungs- und Kulturzentrum in Goldap. Polnische Nationalisten hätten in diesem Jahr versucht, das Fest zu stören. Dies führte jedoch zu einer Welle der Solidarität, einschließlich der Anwesenheit politischer Prominenz aus Warschau und drei Gegendemonstrationen. Die Goldaper Zivilgesellschaft unterstütze die Kreisgemeinschaft. „Goldap ist für uns nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft“, betonte Grigat.
Delegation aus Stade besucht die Partner in Goldap
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Landrat Kai Seefried sprach im Namen der Patenschaftsträger - Hansestadt und Landkreis Stade. „Heimat ist mehr als ein Ort. Heimat ist ein Gefühl, eine Beziehung“, sagte er. Er erinnerte an den Besuch einer Stader Delegation in Goldap im vergangenen Jahr. An der Grenze Polens, Litauens und Russlands seien massive Sicherheitsanlagen errichtet worden, um die Sicherheit Polens und Europas zu verteidigen. Europa stehe für demokratische Rechtsstaaten, Respekt und Toleranz.
Museum: Interviews mit Zeitzeugen als Video verfügbar
Der Chef der Kreisverwaltung lobte die Arbeit der Kreisgemeinschaft, insbesondere im Patenschaftsmuseum an der Harsefelder Straße in Stade. Die ehrenamtlichen Museumsleiter Annelies und Gerhard Trucewitz leisteten dort Herausragendes. Neue Interviews mit Zeitzeugen seien als Video verfügbar und ein virtueller Rundgang durch das Museum solle noch in diesem Jahr online gestellt werden. „Das ist aktive Arbeit für den Frieden“, sagte Seefried. „Am Ende muss das stehen, was Frieden schafft - Frieden für uns und kommende Generationen.“
Klaus Mika, Vorsitzender des Vorstandes der Ostpreußischen Kulturstiftung, war als Festredner zu Gast. Er warnte vor einem zunehmenden Geschichtsvergessen in der Gesellschaft. „Nachgiebigkeit gegenüber Despoten hat in der Geschichte noch nie dazu geführt, dass sich die Dinge zum Besseren entwickelt haben“, sagte Mika. Den Patenkreisen, die Verbindungen ins ehemalige Ostpreußen pflegen, komme eine wichtige Rolle zu, gegen das Vergessen zu arbeiten.
Weitere Informationen gibt es im Internet: www.goldap.de
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