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Schlüsselregion

IHK Nord fordert Investitionen in sicherheitsrelevante Infrastruktur

IHK Nord: Norddeutschland muss in der Sicherheitsarchitektur Deutschlands und Europas eine herausgehobene Stellung einnehmen.

IHK Nord: Norddeutschland muss in der Sicherheitsarchitektur Deutschlands und Europas eine herausgehobene Stellung einnehmen. Foto: Martin Schutt/dpa

Norddeutschland ist eine Schlüsselregion für Sicherheit und Versorgung. Die IHK Nord fordert deshalb Investitionen in sicherheitsrelevante Infrastruktur.

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Von Sabine Lohmann
Sonntag, 15.02.2026, 16:02 Uhr

Landkreis. In München diskutieren zurzeit auf der Sicherheitskonferenz Experten die strategischen Linien internationaler Sicherheitspolitik, im Norden richtet die Wirtschaft den Blick auf die Voraussetzungen, die in den Küstenländern über Versorgungssicherheit und Verteidigungsfähigkeit entscheiden: Drohnen über Norddeutschland, Beschädigungen von Kommunikationsleitungen in der Ostsee und Cyberangriffe auf Energieunternehmen sind keine zufälligen Einzelereignisse. „Sie markieren eine neue sicherheitspolitische Realität - der Norden steht im Zentrum geopolitischer Spannungen und hybrider Bedrohungen, die gezielt kritische Infrastrukturen ins Visier nehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord.

Sicherheitspolitisches Rückgrat Deutschlands

Norddeutschland sei mehr als ein Wirtschaftsraum - es sei das sicherheitspolitische Rückgrat Deutschlands und Europas bei einer Bedrohung an der östlichen Grenze des Bündnisgebietes, heißt es weiter. Im Norden konzentrieren sich wichtige Verkehrsknotenpunkte, maritime Handelswege, systemrelevante Energieversorgung, militärische Logistik und entscheidende Schlüsselindustrien. Diese Strukturen bilden die Lebensadern für Versorgungssicherheit und Verteidigungsfähigkeit.

„Unsere Häfen, die maritime Industrie und die Energieversorgung sind systemrelevant - und müssen entsprechend geschützt und ausgebaut werden“, wird André Grobien, Vorsitzender der IHK Nord, zitiert. „Wer hier zögert, gefährdet nicht nur die Wirtschaft, sondern die Sicherheit des ganzen Landes.“

Vorausschauende Sicherheitspolitik gefordert

Die IHK Nord warnt: Jahrzehntelang ausgebliebene Investitionen in Infrastrukturen, die für die Gesamtverteidigung relevant sind, würden zur Achillesferse Deutschlands werden. „Wir brauchen klare Zuständigkeiten, schnelle Genehmigungen und eine verlässliche Finanzierung durch den Bund“, betont Grobien. „Sicherheitspolitik darf nicht erst im Krisenfall greifen - sie muss vorausschauend sein.“

Finanzielle Unterstützung des Bundes gefordert

Die norddeutsche Wirtschaft sieht den Bund in der Pflicht, den Norden als strategischen Raum zu begreifen und entsprechend zu handeln. Das bedeutet: eine umfassende finanzielle Unterstützung des Bundes für gezielte Investitionen in Häfen und maritime Logistik, die Absicherung der Energieversorgung und die Modernisierung von Verkehrswegen, gerade auch für militärische Anforderungen, im gesamtstaatlichen Interesse. „Sicherheit ist die Grundlage für Wohlstand und Stabilität“, so Grobien. „Deutschland muss jetzt die richtigen Weichen stellen - nicht irgendwann.“

„Die Industrie spielt eine Schlüsselrolle“

Auch die Industrie spielt eine Schlüsselrolle. Norddeutschland verfügt über starke Sicherheits- und Verteidigungsindustrien mit einer breiten Zulieferbasis. „Diese Potenziale müssen wir stärker nutzen“, fordert Grobien. „Wir brauchen vereinfachte, faire Ausschreibungen, schnelle Verfahren und verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. So können wir Innovationen vorantreiben und die Verteidigungsfähigkeit sichern.“

Strategische Weitsicht statt kurzfristige Reaktionen

Es gehe jetzt um mehr als kurzfristige Reaktionen - es gehe um strategische Weitsicht. Norddeutschland müsse in der Sicherheitsarchitektur Deutschlands und Europas eine herausgehobene Stellung einnehmen. Die Bundesregierung sei gefordert, gemeinsam mit Ländern, Kommunen und der Wirtschaft tragfähige Schutz- und Förderkonzepte zu entwickeln - präventiv, technologisch und militärisch unterlegt. Das bedeutet: klare Prioritäten, sektorübergreifende Koordination und gezielte Investitionen in kritische Infrastruktur, industrielle Wertschöpfung und zivile Verteidigungsfähigkeit.

Alle Forderungen und Hintergründe stehen online im Positionspapier der IHK Nord: www.ihk-nord.de/sicherheitspolitik. (sal)

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