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Premiere in Bad Segeberg

Isabel Varell freut sich auf wilden Sommer am Kalkberg

Für Isabel Varell ist das Engagement in Bad Segeberg ein großes Glück.

Für Isabel Varell ist das Engagement in Bad Segeberg ein großes Glück. Foto: Markus Scholz/dpa

Tanz, Gesang und wildes Mexiko: Isabel Varell spricht über Lampenfieber, Teamgeist und ihre Vorfreude auf bis zu 7.500 Zuschauer in der Bad Segeberger Kalkbergarena.

Von Sönke Möhl, dpa Samstag, 06.06.2026, 05:05 Uhr

Bad Segeberg. Schauspielerin, Sängerin und Autorin Isabel Varell genießt die Proben für die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg. „Es ist unfassbar, ich stehe manchmal in der Arena beim Proben und muss mich kneifen, ob ich das alles wirklich erlebe“, sagt die 64-Jährige. 

„Das ist ein solches Highlight meines Lebens und ein Geschenk, das vom Himmel gefallen ist.“ Sie sei früher einmal als Zuschauerin dabei gewesen: „Das ist meine Welt, ich liebe diese Sprache. Ich habe ja noch ein großes Kind in mir.“

Vielseitige Rolle als Señorita Miranda

Varell wird ab dem 27. Juni als Señorita Miranda im Stück „Im Tal des Todes“ auftreten und kann dabei eine Bandbreite ihres Könnens zeigen. Die zwielichtige Mexikanerin tanzt und singt in einer Cantina im Städtchen San Miguel, darf aber als Komplizin des üblen Verbrechers Roulin - gespielt von Florian Fitz - auch eine dunkle Seite zeigen.

Freut sich auf einen Sommer bei den Karl-May-Spielen: Isabel Varell. (Archivbild)

Freut sich auf einen Sommer bei den Karl-May-Spielen: Isabel Varell. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Sie habe nach der Anfrage keine Sekunde gezögert, sagt Varell, die vielen Zuschauern aus Serien wie „Rote Rosen“ oder „Das Rätsel der Sandbank“, Filmen, als Fernsehmoderatorin und Sängerin sowie als Buchautorin bekannt ist. „Es ist ein großes Glück“, sagt sie bei einem Treffen am Rande der Arena zu dieser Vielfalt. „Dass es immer wieder anders ist, ist das, was mich so begeistert.“ Damit seien immer wieder auch Ängste verbunden. „Mein Sport ist, Ängste überwinden, das man immer wieder Neues anfängt.“

Menschen glücklich machen

Varell freut sich auf die beeindruckende Kulisse der Kalkbergarena. Sie kenne ein so großes Publikum von Konzerten, nicht jedoch vom Theater. „Ich finde das so schön, dass wir hier jeden Tag 15.000 Menschen glücklich machen können.“ Von donnerstags bis samstags werden jeweils zwei Aufführungen gespielt, sonntags eine. „Im Tal des Todes“ läuft bis zum 6. September 72 Mal. In der vergangenen Saison waren mehr als 445.000 Besucher gekommen.

Besonders schön sei es auch, mal nicht als Solistin unterwegs zu sein, sondern als Rädchen in einem Uhrwerk zu wirken und alles zu teilen. „Den Erfolg teilen, die Stressmomente teilen“, sagt sie und betont, was Gaststars in Bad Segeberg immer wieder unterstreichen: „Die Kollegen sind ein Traum“. Die Erfahrenen nähmen die Neuen an die Hand. „Das ist echt schön.“

Im großen Kalkbergrund müssen die Darsteller mit allen Varianten des schleswig-holsteinischen Sommerwetters umgehen. Da hat Varell wenig Bedenken. Sie könne Hitze gut vertragen - und was die Aussicht auf Regen anbelangt, sagt sie: „Ich bin nicht aus Zucker, wird schon gehen.“

Böse Charaktere geben dem Stück Reize

Beim Studium ihrer Rolle habe sie ein paar Gemeinsamkeiten mit Miranda, aber auch große Unterschiede entdeckt, sagt Varell und lacht. „Die Miranda und Isabel, wir haben oft im Leben die falschen geküsst. Wir haben viel Mist erlebt mit Männern, das haben wir gemeinsam. Aber Isabel hat es nicht verbittert.“ Miranda sei wegen ihrer Geschichte skrupellos geworden, aber sie habe einen Restfunken an Gutherzigkeit in sich. Letztlich überlasse sie alles ihrem Komplizen Roulin - und der habe gar nichts Gutes an sich.

„Aber auch die bösen Charaktere sind eine Art Vorbild, weil man sieht, was man nicht werden will.“ Ohne die bösen Charaktere würde man das Gute nicht so erkennen - und nicht, was Solidarität und Freundschaft bedeuten. „Das alles transportiert Karl May“, sagt die Schauspielerin.

Isabel Varell spricht über ihre Rolle.

Isabel Varell spricht über ihre Rolle. Foto: Markus Scholz/dpa

Schon vor der Premiere sei ihr klar, sagt Varell, dass sie erst einmal in ein Loch fallen werde, wenn die tolle Zeit in Bad Segeberg vorüber sei. Das kenne sie von früheren Engagements. „Dann überfällt einen der Blues, weil es so schön war.“ Danach werde es aber auch schnell weitergehen. „Der Terminkalender ist ziemlich voll.“ 

Sie werde mit ihrem Programm auf Tour gehen. Auch für ein drittes Buch habe sie Pläne. „Ich habe noch viel zu erzählen“, sagt Varell und verabschiedet sich mit dem für sie typischen Lachen zu einer Probe in der Wild-West-Kulisse, der Handwerker gerade noch den letzten mexikanischen Look verpassen.

In Bad Segeberg kann Isabel Varell ihre Vielseitigkeit zeigen: Auch Singen und Tanzen gehören zu ihrer Rolle.

In Bad Segeberg kann Isabel Varell ihre Vielseitigkeit zeigen: Auch Singen und Tanzen gehören zu ihrer Rolle. Foto: Markus Scholz/dpa

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