Zähl Pixel
Insolvenz

Hammer wird abgewickelt – kein Investor gefunden

Bereits im Herbst 2025 kündigte der Hammer-Markt in Stade sein Aus aus. (Archivbild)

Bereits im Herbst 2025 kündigte der Hammer-Markt in Stade sein Aus aus. (Archivbild) Foto: Battmer

Die Stader Filiale ist längst geschlossen, nun ist das Ende endgültig besiegelt. Das sagt der Insolvenzverwalter.

Von dpa Mittwoch, 20.05.2026, 12:05 Uhr

Die Fachmarktkette Hammer stellt den Geschäftsbetrieb ein. Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen, wie Insolvenzverwalter Stefan Meyer der Deutschen Presse-Agentur sagte. Anschließend soll das Unternehmen abgewickelt werden. Ein Investor für eine Übernahme und eine Fortführung habe sich nicht gefunden.

Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die Stader Hammer-Filiale am Steinkamp war bereits zuvor von Umstrukturierungs- und Schließungsmaßnahmen betroffen.

Mehr als 1000 Beschäftigte verlieren Job

Mangels Perspektive schlossen Ende März weitere 46 Hammer-Filialen - etwa in Spaden im Kreis Cuxhaven, weitere 20 vier Wochen später. Ende April wurde allen rund 1100 Beschäftigten gekündigt. Die Entwicklung sei „außerordentlich bedauerlich“, sagte Meyer. Zwar habe es mehrere Interessenten gegeben, unverbindliche Angebote seien jedoch zurückgezogen worden.

Der Insolvenzverwalter bezeichnete die Rahmenbedingungen des Verfahrens als „äußerst herausfordernd“. Er begründete das unter anderem mit der zweiten Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, einem schwierigen Marktumfeld im Einzelhandel sowie dem finanziellen Zustand des Unternehmens. Laut Meyer laufen derzeit noch Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Interessenten. Dabei geht es um die Übernahme von Mietflächen an bisherigen Hammer-Standorten. Ob Beschäftigte übernommen werden, ist offen.

Pleitewelle im Einzelhandel

Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar. Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Im Zuge dessen wurden bereits zahlreiche Hammer-Filialen geschlossen. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben.

Erst im vergangenen Oktober waren die Hammer-Märkte von einem Investorenkonsortium übernommen worden. (Archivbild)

Erst im vergangenen Oktober waren die Hammer-Märkte von einem Investorenkonsortium übernommen worden. (Archivbild) Foto: Max Lametz/dpa

Der Einzelhandel steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels stark unter Druck. Kürzlich hatten unter anderem der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenzanträge gestellt. Die Zahl der Pleiten in der Branche befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel