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Morphin und Heroin

Mann spritzt drei jungen Frauen Drogen - Totschlagprozess

Am Landgericht Hamburg soll am Dienstag ein Prozess um den Drogentod einer 21-Jährigen beginnen. (Symbolbild)

Am Landgericht Hamburg soll am Dienstag ein Prozess um den Drogentod einer 21-Jährigen beginnen. (Symbolbild) Foto: Georg Wendt/dpa

Ein drogenabhängiger Mann soll seiner Freundin Rauschgift mit tödlichen Folgen gespritzt haben. Auch zwei Jugendliche soll er in Gefahr gebracht haben. Jetzt kommt er in Hamburg vor Gericht.

Von dpa Freitag, 08.05.2026, 18:20 Uhr

Hamburg. Mit dem Spritzen von harten Drogen soll ein 21-Jähriger in Hamburg den Tod seiner gleichaltrigen Freundin verursacht haben. Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, soll der drogenabhängige Mann nur wenige Monate später auch zwei 16-jährigen Mädchen Morphin, Heroin und Ketamin injiziert haben. Eine der berauschten Jugendlichen vergewaltigte er laut Anklage, die andere geriet in einen lebensbedrohlichen Zustand.

Gegen den 21-Jährigen soll am nächsten Dienstag ein Prozess am Landgericht beginnen. Die Anklage lautet auf Totschlag in Tateinheit mit Verabreichen von Betäubungsmitteln mit Todesfolge. Weitere Anklagepunkte sind gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit unerlaubtem Verabreichen von Betäubungsmitteln beziehungsweise eines neuen psychoaktiven Stoffes in neun Fällen, darunter in einem Fall tateinheitlich mit Vergewaltigung.

Morphin aus der Apotheke

Der schwer drogenabhängige Angeklagte habe seit Oktober 2023 die Ersatzdroge Morphin auf Rezept bekommen. Er soll das Rauschgift aber in seiner Wohnung in Altona-Nord nicht nur sich selbst, sondern auch den drei jungen Frauen gespritzt haben. Dabei habe er gewusst, dass sie keine Erfahrungen mit harten Drogen hatten und die Folgen der Injektionen nicht abschätzen konnten, hieß es.

In der Nacht zum 4. Februar 2025 injizierte er seiner Partnerin eine unbekannte Menge Morphin, so die Anklage. Die 21-Jährige erlitt einen schweren Asthmaanfall und musste als Notfall im Krankenhaus behandelt werden. Nur rund drei Wochen später, in der Nacht zum 27. Februar soll er ihr erneut eine hohe Dosis Morphin gegeben haben. Die Frau erlitt eine Atemdepression und starb.

Bewusstlose Jugendliche in kaltes Wasser gelegt

Gut einen Monat danach, Anfang April, soll der Angeklagte eine 16-Jährige unter Drogen gesetzt und sie im wehrlosen Zustand vergewaltigt haben. Bis August 2025 soll er ihr fünf weitere Male Morphin und Heroin gespritzt haben. In einem Fall am 1. Juli wurde die Jugendliche bewusstlos. Er habe sie in eine mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne gelegt, um sie aus der Bewusstlosigkeit zu holen.

In der Nacht zum 5. September soll er den Angaben zufolge einer anderen 16-Jährigen Ketamin injiziert haben. Die Droge ist eigentlich ein Narkose- und Schmerzmittel. Am Morgen soll er ihr noch eine Dosis Morphin gegeben haben. Die Jugendliche wurde bewusstlos und erlitt einen Atemstillstand. Der 21-Jährige habe auch sie in eine Wanne mit kaltem Wasser gelegt. Weil sie dennoch nicht aus der Bewusstlosigkeit erwachte, rief er laut Staatsanwaltschaft die Rettungskräfte. Diese konnten die 16-Jährige reanimieren. In einem lebensbedrohlichen Zustand sei sie ins Kinderkrankenhaus Altona gebracht worden, hieß es.

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