Nachbesetzung an Hochbahnspitze lässt auf sich warten
Anjes Tjarks (l), Senator für Verkehr und Mobilitätswende, und Robert Henrich, der mittlerweile freigestellte Vorstandschef der Hamburger Hochbahn. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Hamburger Hochbahn muss auf einen neuen Vorstandschef warten: Vor Jahresende wird der Chefposten nicht nachbesetzt. Was das für zentrale Projekte wie die U5 bedeutet.
Hamburg. Mit einer Neubesetzung des Vorstandsvorsitzendenpostens bei der Hamburger Hochbahn ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Der Vertrag des Ende Mai überraschend freigestellten Vorstandsvorsitzenden Robert Henrich laufe noch bis zum 31. Dezember, sagte Verkehrssenator und Aufsichtsratschef Anjes Tjarks im Bürgerschaftsausschuss für öffentliche Unternehmen. Zwar wolle er der Entscheidung der Gremien nicht vorgreifen, aber: „Es ist nicht zu erwarten, dass man das vorher besetzt“.
Zu den Hintergründen des überraschenden Ausscheidens Henrichs wollte sich Tjarks nicht äußern, da Stillschweigen vereinbart worden sei. Er habe viele Gespräche mit Henrich geführt. Den Wunsch, seinen Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen, habe dieser sehr kurzfristig geäußert, insofern habe man die Entscheidung zur Freistellung auch kurzfristig treffen müssen.
Technik-Vorstand soll U5-Leitung übernehmen
Bei einer Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche solle zunächst über eine Aufgabenverteilung in der Unternehmensführung beraten werden, damit die Arbeit auch nach der Freistellung des Vorstandsvorsitzenden reibungslos weiterlaufen könne. Beim wichtigsten Hochbahn-Projekt, dem Bau der neuen U5, soll zunächst Technik-Vorstand Jens-Günter Lang die Führung übernehmen, sagte Tjarks.
Henrich hatte den Chefposten bei der Hochbahn Anfang 2024 übernommen. Das Verhältnis zwischen ihm und Tjarks galt als belastet. Für seinen Wunsch, den Vertrag auslaufen zu lassen, hatte er keine Gründe genannt.