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Forschungsprojekt

Warnung vor der Flut: Wie Studenten Deiche überwachen

Das Hochwasser überflutete Ende 2023 Teile Niedersachsens und Bremen.

Das Hochwasser überflutete Ende 2023 Teile Niedersachsens und Bremen. Foto: Sina Schuldt/dpa

Plötzlich kamen die Wassermassen: Beim Hochwasser vor rund zwei Jahren drohten Deiche im Nordwesten zu brechen. Studenten aus Oldenburg haben eine Technik entwickelt, die Deiche digital überwacht.

Von dpa Freitag, 27.03.2026, 08:00 Uhr

Oldenburg. Oldenburger Studenten haben ein System entwickelt, um Deiche digital zu überwachen. Ein Jahr lang tüftelten sie an einer Lösung, um die Stabilität der Deiche kontinuierlich und automatisiert zu überprüfen. Was die Studenten im Rahmen des Projekts „Diek un Dat“ erforschten - und wie das System bei Hochwasser Alarm schlägt:

Wie werden die Deiche bisher kontrolliert?

Bei Hochwasser überprüfen die zuständigen Deichverbände, ob der Deich den Wassermassen standhält. Dafür gehen sie immer wieder zu Kontrollgängen raus und ertasten mögliche Wasseraustritte. „Deichwächter laufen den Deich ab und schauen: Wie ist der Zustand des Deiches? Wie ist der Wasserstand auf der anderen Seite?“, erklärte Imke Korte, Wirtschaftsinformatik-Studentin an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. „Das wollen wir automatisieren.“

Acht MasterStudenten unter der Leitung von zwei Professoren entwickelten dafür ein digitales Monitoring, um Deichverbände zu entlasten. Messbare Daten sollen künftig zuverlässig zeigen, wie sicher der Deich ist.

Wie funktioniert das System der Studenten?

Das digitale Messkonzept kann Deiche dauerhaft überwachen oder auch nur im Katastrophenfall eingesetzt werden. Dafür verlegen die Studenten Rohre im Deich und bringen verschiedene Sensoren an. Die Sensoren messen den Wasserstand und zeigen etwa, wie die sogenannte Sickerlinie verläuft - also die Grenze zwischen trockenem und feuchtem Material im Deich.

Die gewonnenen Daten werden automatisiert erfasst, per Funk übertragen und ausgewertet. Alles funktioniert mit Batterien und Solarenergie, also unabhängig von Strom und Internetverbindung am Deich.

Die Informationen werden auf einer Online-Plattform angezeigt und mit einem Ampelsystem visualisiert. „Der Deichwächter muss so nicht jede Stunde über den Deich laufen, sondern kann einfach auf das System gucken“, sagte Korte.

Wie schlägt das System Alarm?

Wenn es kritisch wird, schlägt das System per Mail Alarm. „Einsatzkräfte können dann direkt handeln“, sagte Korte. Sie können den Deich etwa rechtzeitig mit Sandsäcken verstärken oder im Zweifel Gebiete evakuieren. Wann die kritische Grenze erreicht ist, ist von Deich zu Deich unterschiedlich. Das System lässt sich entsprechend einstellen.

Wie haben die Studenten das System entwickelt?

Die Studenten tüftelten ein Jahr lang an dem System, in enger Absprache mit Deichverbänden, Gemeinden und Behörden wie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Das Konzept wurde in mehreren Versuchen getestet, am Osternburger Kanal und bei einem Deich der Feuerwehrschule Loy in Rastede (Landkreis Ammerland).

Wird das System bald eingesetzt?

„Es ist theoretisch einsetzbar“, sagte Korte. Die Studenten stellen das Projekt heute Nachmittag (ab 13.30 Uhr) der Öffentlichkeit vor, bisher gebe es keine Sponsoren.

Doch das Interesse ist da: „NLWKN unterstützt die Forschungen der Uni Oldenburg nicht ohne Grund“, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Die Technologie sei günstig, flexibel und autark einsetzbar.

„So kann die Messtechnik Einsatzkräfte vor Ort möglicherweise unterstützen, um eine identifiziere Schwachstelle im Deichkörper dauerhaft zu überwachen, ohne Einsatzkräfte einer unmittelbaren Gefahr auszusetzen.“ Das gelte vor allem für bekannte Schwachstellen, eine flächendeckende Anwendung sei bei der Länge an Deichen kaum zu bewerkstelligen.

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Wenn das System Alarm schlägt, können weitere Schutzmaßnahmen wie Barrieren mit Sandsäcken getroffen werden. (Archivbild)

Wenn das System Alarm schlägt, können weitere Schutzmaßnahmen wie Barrieren mit Sandsäcken getroffen werden. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

Studierende forschten ein Jahr lang zum Hochwasserschutz. (Archivbild)

Studierende forschten ein Jahr lang zum Hochwasserschutz. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

J
Jochen Mextorf
26.03.202605:07 Uhr

Früher war es der Schimmelreiter. Heute > Elektronik. Es nützt aber nichts, wenn nicht Einsatzkräfte mit Maschinen und Material in ausreichendem Umfang bereit stehen.

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