Zwei Auszeichnungen für die Hancken-Klinik
Preisverleihung in der Strahlentherapie: Dr. Markus Herrmann (2. von rechts) und sein Team nehmen die Auszeichnung entgegen. Foto: Klinik Dr. Hancken
Die Strahlentherapie der Klinik Dr. Hancken arbeitet mit modernster Technik gegen den Krebs - und wurde jetzt dafür ausgezeichnet. Was das für Patienten bedeutet, erklärt der Leiter der Strahlentherapie, Dr. Markus Herrmann.
TAGEBLATT: Wofür wurde die Strahlentherapie an der Klinik Dr. Hancken konkret ausgezeichnet?
Dr. Markus Herrmann: „Wir haben zwei Auszeichnungen erhalten: den Head & Neck Award für die Bestrahlung mit offenen Masken sowie den Markerless Award für die Bestrahlung ohne Hautmarkierungen. Beide bestätigen den hohen Standard unserer Strahlentherapie. Möglich wird das durch die Oberflächenscanner von Vision RT, mit denen wir submillimetergenau lagern und folglich hochpräzise bestrahlen können, in jeder Sitzung. Als eine der ersten Kliniken in der Region haben wir auf diese innovative Technik gesetzt.“
Welche Vorteile haben Patienten durch den Verzicht auf Hautmarkierungen?
„In der Strahlentherapie ist es besonders wichtig, dass Patientinnen und Patienten bei jeder Sitzung exakt gleich positioniert werden, um den Tumor millimetergenau zu treffen und umliegendes Gewebe zu schonen. Früher wurden dafür genau die Punkte auf der Haut markiert, an denen bestrahlt werden soll. Das ist heute nicht mehr nötig: Unsere Patientinnen und Patienten können unbesorgt duschen oder baden, ohne auf Markierungen aufpassen zu müssen. Auch psychoonkologisch ist das von Bedeutung: Die Hautmarkierungen, die im Alltag oft an die Krebserkrankung erinnern, fallen weg.“
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Was bedeuten offene Gesichtsmasken bei einer Bestrahlung?
„Wir verwenden Bestrahlungsmasken, damit Patientinnen und Patienten während der Behandlung in der exakt gleichen Position bleiben. Herkömmliche geschlossene Masken bedecken das gesamte Gesicht, was bei manchen Menschen Angstgefühle und Beklemmungen auslösen oder verstärken kann. Bei unseren offenen Gesichtsmasken bleibt nahezu das ganze Gesicht frei. Das hilft bei Platzangst, erleichtert das Atmen, Schlucken und Sprechen und steigert das Wohlbefinden und letztlich steigert es auch die Präzision, wenn die Patienten entspannter sind. Mit 3D-Kamerasystemen werden selbst kleinste Bewegungen erfasst und die Behandlung bei Bedarf unterbrochen: für eine besonders schonende und sichere Therapie.“
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Gibt es Patientengruppen, die davon besonders profitieren?
„Vor allem Patientinnen mit Brustkrebs. Bei der Bestrahlung atmen sie tief ein und halten anschließend die Luft kurz an. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen Brustwand und Herz – in dieser Zeit wird bestrahlt und das Herz damit geschont. Damit einher geht auch eine Verbesserung der Schonung der Lungen. Die Oberflächenscanner erfassen dabei die Atembewegung in Echtzeit. Aber auch für Patientinnen und Patienten mit beweglichen Tumoren im Oberbauch oder in der Lunge ist der Nutzen sehr groß.“
Welche Innovation kommt als Nächstes auf die Abteilung Strahlentherapie zu?
„Im kommenden Jahr erhalten wir zwei neue Linearbeschleuniger (Linacs). Sie ergänzen unsere bereits hochpräzisen Verfahren um zusätzliche Möglichkeiten: In speziellen Fällen lässt sich die Bestrahlung künftig durch Online-Adaptive-Systeme direkt während der Behandlung anpassen. Damit bauen wir unsere Position als einer der führenden Standorte für moderne Bestrahlung in Norddeutschland weiter aus.
Zweites Projekt: Gemeinsam mit dem Anbieter Acalta arbeiten wir seit über einem Jahr an einer Patienten-App, die alle Informationen und Termine rund um die Behandlung bündelt. Auch Nebenwirkungen lassen sich darüber dokumentieren und an unsere Ärztinnen und Ärzte übermitteln. Zur Anmeldung genügt ein QR-Code, persönliche Daten sind nicht nötig – Datenschutz ist uns dabei besonders wichtig. Schon jetzt können Patientinnen und Patienten mit Brust- und Prostatakrebs die App nutzen, künftig soll sie für alle Patientengruppen verfügbar sein.“
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