Dreiste Betrüger: Altländerin (83) bezahlt Tausende Euro für Gartenarbeit
Unangekündigte Angebote an der Haustür für Gartenarbeiten oder Dachreinigungen sind in der Regel unseriös, warnt die Polizei. (Symbolbild) Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Ein bisschen Rasen mähen, ein bisschen Hecke schneiden - das macht dann 7000 Euro. Warum eine Seniorin nicht den ganzen Betrag zahlte und vor welchen Kennzeichen die Polizei warnt.
Landkreis. Die Masche ist nicht neu, aber ein aktueller Fall aus dieser Woche verdeutlicht die Dreistigkeit, mit der aktuell Betrüger im Landkreis Stade vorgehen. In Mittelnkirchen sollte eine 83-Jährige 7000 Euro für das Mähen eines kleinen Rasens und wenige Meter Heckenschnitt bezahlen. Die gesundheitlich eingeschränkte Frau händigte den Tätern bereits mehrere Tausend Euro Bargeld aus. Erst das Einschreiten einer Angehörigen verhinderte den Verlust der gesamten geforderten Summe.
Kraftfahrzeuge mit französischen Kennzeichen im Fokus
Die Polizei im Kreis erhält regelmäßig Hinweise zu unseriösen Personen, die unterschiedlichste Dienstleistungen rund um Haus und Garten direkt an der Haustür anbieten. Ganz aktuell verzeichnen die Beamten jedoch nochmals ein gesteigertes Aufkommen solcher Meldungen. Derzeit spielen vermehrt Kraftfahrzeuge mit französischen Kennzeichen eine Rolle, deren Insassen unaufgefordert unter anderem Dachreinigungen und Fassadenarbeiten anbieten.
Die Ermittler gehen den Hinweisen konsequent nach und kontrollieren verdächtige Personen sowie Fahrzeuge, wie die Polizei in einer Pressemitteilung versichert. Häufig stehen, wie im Mittelnkirchener Fall, ältere Menschen im Visier der Täter. Sie verlangen für mangelhafte oder unvollständige Arbeiten völlig überzogene Preise.
Die Polizei betont: Unangekündigte Angebote an der Haustür für Gartenarbeiten, Pflasterungen oder Dachreinigungen sind in der Regel unseriös. Die Täter wollen schnelle Aufträge generieren, überhöhte Preise durchsetzen oder sich Zugang zum Haus verschaffen, um Wertgegenstände zu stehlen.
So schützen Sie sich vor Betrug
- Konsequent ablehnen: Lassen Sie sich an der Haustür nicht unter Druck setzen. Gehen Sie keine spontanen Verträge ein und weisen Sie Werbende ab.
- Aktiv selbst suchen: Suchen Sie sich Handwerker in Ruhe selbst aus. Achten Sie bei Online-Angeboten auf ein vollständiges Impressum und vergleichen Sie vorab branchenübliche Preise.
- Auf Rechnung bestehen: Vereinbaren Sie bereits beim ersten Kontakt eine ordnungsgemäße Rechnung. Seriöse Firmen drängen nicht auf Barzahlung ohne Beleg („Schwarzarbeit“).
- Festpreise vereinbaren: Halten Sie den Preis vor Arbeitsbeginn schriftlich fest. Nachträgliche, plötzliche Preiserhöhungen müssen Sie nicht akzeptieren.
- Niemanden unbeaufsichtigt lassen: Lassen Sie Fremde niemals allein in Ihr Haus - auch nicht für kurze Momente (zum Beispiel Toilettengang).
- Zeugen hinzuziehen: Holen Sie sich Nachbarn oder Angehörige als Unterstützung dazu. Vier Augen sehen mehr, und die Anwesenheit weiterer Personen schreckt Betrüger ab.
- Sofortige Verfügbarkeit: Gute Betriebe sind meist ausgelastet. Wer sofort Zeit hat, ist oft verdächtig.
- Vorkasse: Verlangen die Arbeiter Anzahlungen vor dem ersten Handgriff? Zahlen Sie erst nach erbrachter Leistung.
- Schlägt die Stimmung um oder wird Druck aufgebaut: Brechen Sie die Arbeiten ab und verweisen Sie die Personen des Grundstücks.
Wichtig: Wenn Sie sich bedroht fühlen oder Ihnen eine Situation verdächtig vorkommt, scheuen Sie sich nicht, sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu verständigen. Notieren Sie sich nach Möglichkeit auch die Kennzeichen der genutzten Fahrzeuge. (ham/pm)
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