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Waffen- und Messerverbot ab 1. April in Bussen und Bahnen in Niedersachsen

Ab 1. April gilt in ganz Niedersachsen ein Waffen- und Messerverbot im Nahverkehr. (Symbolbild)

Ab 1. April gilt in ganz Niedersachsen ein Waffen- und Messerverbot im Nahverkehr. (Symbolbild) Foto: Niklas Graeber/dpa

Um den Anstieg von Messerangriffen zu stoppen, erlässt Niedersachsens Landesregierung ein Waffenverbot für den Nahverkehr. Mit der neuen Regelung kann die Polizei Fahrgäste auch ohne Anlass prüfen.

Von dpa Dienstag, 31.03.2026, 12:30 Uhr

Hannover. In Niedersachsen gilt vom 1. April an ein Waffen- und Messerverbot im öffentlichen Nahverkehr. „Messer haben im öffentlichen Raum nichts zu suchen“, sagte Innenministerin Daniela Behrens (SPD).

Waffen oder Messer griffbereit mit sich zu führen, wird per Verordnung untersagt.

Die gefährlichen Gegenstände dürfen nicht mehr so mitgeführt werden, dass sie ohne größeren Aufwand eingesetzt werden könnten, etwa in der Jacken- oder Hosentasche. Das Verbot gilt im gesamten öffentlichen Nahverkehr, etwa in Regionalzügen und S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen sowie Fähren. Es umfasst zudem Bahnhöfe, Bahnsteige und Unterführungen.

Sicher verstaut statt griffbereit

Erlaubt bleibt der Transport, wenn die Gegenstände sicher verstaut sind, etwa in einem geschlossenen Koffer oder einer Verpackung. Auch die Nutzung für alltägliche Zwecke wie das Schneiden von Obst bleibt zulässig.
Polizei und kommunale Behörden können die Fahrgäste künftig unabhängig von einem konkreten Anlass überprüfen und dabei auch Taschen oder Gepäck in den Blick nehmen. Entdecken sie verbotene Gegenstände, dürfen sie diese einziehen. Den Fahrgästen drohen dann Bußgelder von bis zu 10.000 Euro.

Warum das Verbot kommt

Wie viele Messerangriffe im Bereich des Nahverkehrs es in Niedersachsen gab, konnte das Ministerium zuletzt nicht sagen. Es verwies aber darauf, dass Menschen in Bussen und Bahnen und an Bahnhöfen in hoher Zahl und oft auf engem Raum zusammenkämen. Im Falle eines Angriffs gebe es dort nur sehr eingeschränkte Flucht- und Ausweichmöglichkeiten.

Insgesamt nahm die Zahl der Messerangriffe in Niedersachsen zu. 3.185 Fälle gab es im vergangenen Jahr, das waren 130 mehr als im Jahr 2024. Bedrohungen machten dabei etwas mehr als die Hälfte der Fälle aus.

Kritiker bezweifeln, dass ein Waffenverbot die Täter abschreckt. Ministerin Behrens hält es dennoch für entscheidend. „Wenn Messer und andere Waffen bei Kontrollen aufgefunden werden, können diese nun konsequent eingezogen und aus dem Verkehr gezogen werden“, sagte sie.

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