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Konjunktur-Umfrage

Region Stade: Immer mehr Handwerksbetriebe zeigen sich pessimistisch

Die Grafik zeigt die Entwicklung Geschäftsklimaindex (GKI) im Handwerk.

Die Grafik zeigt die Entwicklung Geschäftsklimaindex (GKI) im Handwerk. Foto: © Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade)

Kalter Winter, anhaltende Wachstumsschwäche und der Krieg im Nahen Osten haben die wirtschaftliche Lage auch in der Handwerksregion Stade eingetrübt.

Von Redaktion Sonntag, 17.05.2026, 18:22 Uhr

Landkreis. Der von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in ihrer Konjunktur-Frühjahrsumfrage erhobene Geschäftsklimaindex liegt aktuell bei 114 Punkten und damit zwei Punkte unter dem Vorjahreswert. „Viele Betriebe kommen heute zu dem Urteil, dass die Lage nur noch zufriedenstellend ist. Vor einem Jahr haben deutlich mehr die Lage als gut eingestuft“, sagt Hauptgeschäftsführer Matthias Steffen.

Als Ursachen nennt er den kalten Winter, der besonders das Bauhauptgewerbe traf, die anhaltende Wachstumsschwäche und die negativen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten.

Immer mehr Betriebe sind unzufrieden

Der Anteil der Handwerksbetriebe mit einer guten Geschäftslage im ersten Quartal ging von 44 Prozent in der Vorjahresumfrage auf 37 Prozent zurück. Zugleich bewerten 44 Prozent ihre Geschäftslage als befriedigend – zuvor waren es 36 Prozent.

Mit 19 Prozent blieb der Anteil der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage annähernd gleich (Vorjahr: 20 Prozent). Lediglich 17 Prozent konnten den Umsatz im ersten Quartal des Jahres steigern.

Die Hälfte der Betriebe hatte Umsatzeinbußen

Mit 46 Prozent musste fast jeder zweite Handwerksbetrieb Umsatzeinbußen hinnehmen. 24 Prozent reduzierten die Beschäftigung, nur zehn Prozent meldeten steigende Mitarbeiterzahlen. Mit Blick auf die wärmere Jahreszeit erwartet das Handwerk eine Belebung der Geschäfte. 30 Prozent gehen von einer besseren Geschäftslage aus, 20 Prozent befürchten eine Verschlechterung.

So beurteilen die Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage.

So beurteilen die Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage. Foto: © Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Die Umfrage zeigt, dass auch das regionale Handwerk unter den Auswirkungen der geopolitischen Lage leidet: 84 Prozent sahen sich mit steigenden Einkaufspreisen und Spritpreisen belastet.

Handwerkskammer fordert niedrigere Stromsteuer

„Mit Sorge blicken wir auch auf das Investitionsgeschehen im Handwerk. Es fehlt an Planungssicherheit und echten Entlastungen“, sagt Steffen. Bei der Reform der Einkommensteuer müsse der Fokus besonders auf die Personenunternehmen gerichtet werden, zu denen mehr als 80 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk zählen. Zur Begrenzung der Energiekosten fordert er erneut, die Stromsteuer in der Breite zu senken.

22 Prozent der Betriebe erwarten Verschlechterung

Das aktuelle Bild im Kammerbezirk der Region Stade: 40 Prozent der Handwerksbetriebe beurteilen ihre Geschäftslage im ersten Quartal 2026 als gut, weitere 38 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 32 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage, 46 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus.

22 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage (Lüneburg 16 Prozent). Der Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 114 Punkten um einen Punkt unter dem Vorjahreswert von 115 Punkten.

Einbruch bei den Handwerkern am stärksten

Unter den sieben Handwerksgruppen ist der Einbruch bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf am stärksten: Der Geschäftsklimaindex geht um 28 Punkte zurück und erreicht nur noch 88 Punkte. Im Bauhauptgewerbe sinkt das Konjunkturbarometer um acht Punkte auf 105 Punkte. Positiver ist die Entwicklung im Ausbauhandwerk, wo der Geschäftsklimaindex um zwei Punkte auf 120 Punkte ansteigt. Bei den Dienstleistungshandwerken für den persönlichen Bedarf (zum Beispiel Friseure, Kosmetiker oder Fotografen) zieht der Geschäftsklimaindex um sieben Punkte an und erreicht 108 Punkte. (iha)

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