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Bürgerbefragung

Landkreis Stade will Service verbessern – auch bei der Kfz-Zulassung

Henning Werner (Ramboll) und Landrat Kai Seefried (CDU, rechts) bei einer Diskussion der Ergebnisse der große Bürgerbefragung.

Henning Werner (Ramboll) und Landrat Kai Seefried (CDU, rechts) bei einer Diskussion der Ergebnisse der große Bürgerbefragung. Foto: Christian C. Schmidt

Wie zufrieden sind die Menschen mit dem Service? Das wollte der Landkreis Stade von seinen Kunden wissen. Landrat Kai Seefried macht eine mutige Ansage.

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Von Karsten Wisser
Samstag, 13.06.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Im vergangenen Jahr durften die Bürger ihre Meinung äußern: Der Landkreis Stade führte erstmals eine große Befragung seiner Kunden durch. Landrat Kai Seefried nutzt die Rückmeldungen zum Service der Verwaltung, um Abläufe und Strukturen zu überprüfen. Sein Ziel: besser für die Menschen erreichbar zu sein – analog und digital.

1130 auswertbare Fragebögen mit rund 2000 schriftlichen Rückmeldungen gingen ein. Zwar war die Befragung nicht repräsentativ, doch sie lieferte wertvolle Einblicke in die Arbeit der Kreisverwaltung. Die Teilnehmer bewerteten den Service auf einer Skala von eins bis fünf, wobei fünf die Bestnote war.

Hier muss die Kreisverwaltung besser werden

Die Behörde erhielt insgesamt die Note 3,2. Die Information über verfügbare Leistungen schnitt mit 3,6 ab. Positiv fiel die Kommunikation der mehr als 1000 Beschäftigten auf: Das direkte Gespräch wurde mit 4,1, die schriftliche Kommunikation mit 3,9 bewertet. Der respektvolle Umgang erhielt die Note 3,7.

Das Beratungsunternehmen Ramboll unterstützte den Kreis bei der Befragung und Auswertung. In den vergangenen Monaten haben die Ämter und Fachbereiche die Ergebnisse analysiert und konkrete Maßnahmen entwickelt, um den Service zu verbessern.

„Wir als Kreisverwaltung sind bei vielen Themen die ersten Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Landrat Seefried. „Wir sind ihr direkter Kontakt zum Staat. Wenn wir gute Arbeit leisten und als verlässlicher Partner wahrgenommen werden, stärkt das auch das Vertrauen in unsere staatlichen Institutionen.“

Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt

Bereits im Sommer vereinheitlichte der Landrat die Öffnungszeiten der Kreisverwaltung. Seitdem ist sie montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr durchgehend geöffnet. Die Servicepunkte im Kreishaus und im Verwaltungsgebäude an der Straße Am Staatsarchiv sind in dieser Zeit zuverlässig besetzt.

Das gilt auch für die Außenstellen am Staatsarchiv (Amt Jugend und Familie, Amt Gebäudewirtschaft), am Heckenweg (Amt Gesundheit) und in Kaisereichen (Amt Straßenverkehr). Individuelle Termine außerhalb der Öffnungszeiten bleiben möglich. Zudem wurde ein neues Konzept zur Besucherlenkung im Kreishaus eingeführt.

Nutzer können bald den Online-Chatbot fragen

Auf Grundlage der Befragung arbeitet die Verwaltung nun daran, die telefonische Erreichbarkeit während der einheitlichen Öffnungszeiten zu verbessern. Mit dem Relaunch der Internetseite, geplant für das vierte Quartal 2026, wird ein Online-Chatbot eingeführt. Dieses KI-gestützte Tool soll Fragen zu Dienstleistungen und Antragsverfahren beantworten und auch in der Telefonzentrale zum Einsatz kommen.

Nachrichten für den Landkreis Stade

Das Amt Abfall und Kreislaufwirtschaft plant, die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe und Abfallwirtschaftszentren anzupassen. Durch eine Umstrukturierung des Dienstplans bleibt die Schadstoffannahme im AWZ an Tagen geöffnet, an denen das Schadstoffmobil unterwegs ist.

Zulassungsstelle: Bald wieder spontane Termine

Die Zulassungsstelle im Amt Straßenverkehr in Stade-Kaisereichen – eine besonders stark frequentierte Abteilung – wird bald wieder spontane Besuche ohne Termin ermöglichen. Kundinnen und Kunden können dann An- und Abmeldungen von Fahrzeugen vor Ort erledigen.

„Nach diesen weiteren Schritten für mehr Service möchte ich in den nächsten Jahren eine Servicegarantie entwickeln“, sagt Seefried. „Das heißt: verbindliche Zeitvorgaben für die Bearbeitung von Anfragen.“

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J
Jochen Mextorf
13.06.202613:21 Uhr

@ H > Sie weichen pauschalisierend von meinem Thema ab.

J
Jochen Mextorf
13.06.202606:26 Uhr

"Vertrauen in staatliche Institutionen"? Mitnichten. Grundsatz-Prinzip, vom Bürger wahrgenommen: Keinerlei Antwort auf E-Mail-Anfragen. Konsequent. Auch nicht bei Nachfragen.

H
Heinrich Klipp antwortete am
13.06.202612:35 Uhr

Lieber Herr Mextorf,
die Auswertung der 1130 zurückgesandten Fragebögen spiegelt Ihr offenkundiges Misstrauen in staatliche Institutionen nicht wider. Ich denke, es täte dem Gemeinwohl gut, wenn wir alle etwas reflektierter durchs Leben schreiten würden: Aus der (natürlich ärgerlichen) unterbliebenen Rückmeldung auf E-Mails zu schließen, dass man staatlichen Institutionen nicht vertrauen könne, wirkt sehr pauschalisierend und ist ungerechtfertigt: Vertrauen Sie nicht darauf, dass die Feuerwehr kommt, wenn es bei Ihnen brennen würde, die Polizei Ihnen zur Seite stünde, wenn Sie Opfer einer Straftat oder in Gefahr sein sollten, die Bundeswehr versucht, unser Land zu verteidigen, der Abfall bei Ihnen weiterhin abgeholt wird, Wasser aus den Leitungen kommt, Ihre Anträge bei den Behörden bearbeitet werden, Sie in einem Rechtsstaat leben?
Heinrich Klipp

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