Demonstration

Spanien: Gewalttätige Proteste nach Wiederwahl von Sánchez

Tausende von Menschen beschimpften in den letzten Tagen Sánchez.

Tausende von Menschen beschimpften in den letzten Tagen Sánchez. Foto: Diego Radamés/EUROPA PRESS/dpa

Auf Spaniens Straßen kehrt auch nach der Wiederwahl von Sánchez keine Ruhe ein. Es kommt die 14. Nacht in Folge zu teils gewalttätigen Kundgebunden. Dabei gibt es Zusammenstöße mit der Polizei.

Von dpa 17.11.2023, 11:10 Uhr

Madrid. Auch nach der Wiederwahl des Sozialisten Pedro Sánchez zum Regierungschef Spaniens haben mehrere Tausend Menschen in der Nacht in Madrid demonstriert.

Es war bereits die 14. Nacht in Folge von teils gewalttätigen Kundgebungen vor der Zentrale von Sánchez‘ PSOE-Partei gegen eine Amnestie für katalanische Separatisten. Die Amnestie hatte Sánchez zwei katalanischen Parteien im Gegenzug für deren Stimmen bei der Parlamentsabstimmung über seine Kandidatur zugesagt.

Teilnehmer der Kundgebung schwenkten spanische Flaggen, riefen „Nationale Einheit“ und „Es lebe Spanien“. Zudem wurde Sánchez mit allen gängigen Schimpfwörtern des Spanischen bedacht. Vermummte Teilnehmer, überwiegend junge Männer, bewarfen die Polizei mit Flaschen, Tennisbällen, Absperrgittern, Böllern und Bengalischem Feuer, wie im Fernsehen zu sehen war.

Die Polizei löste die Kundgebung daraufhin auf. Sieben Personen, darunter ein Polizist, seien leicht verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Behörden. Zudem habe es sieben Festnahmen gegeben.

Spaniens Konservative und Rechtspopulisten werfen Sánchez vor, er wolle eine „Diktatur“ errichten, gefährde die Demokratie, die Gewaltenteilung und die Einheit Spaniens. Deshalb sollten die Spanier so lange demonstrieren, bis es eine Neuwahl gebe. Sánchez war am Donnerstag im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit der Abgeordneten des Unterhauses gewählt worden.

Polizisten greifen während einer Demonstration gegen die Amnestie in Ferraz ein.

Polizisten greifen während einer Demonstration gegen die Amnestie in Ferraz ein. Foto: Diego Radamés/EUROPA PRESS/dpa

Feuerwehrleute müssen einen von Demonstranten angezündeten Müllcontainer löschen.

Feuerwehrleute müssen einen von Demonstranten angezündeten Müllcontainer löschen. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Großer Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle

Nordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bei Guadalajara bereits Tausende Hektar verbrannt. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. Woanders gab es hingegen gute Nachrichten.

Schlagerstar Kerstin Ott findet Ikkimel toll

Musikalisch vereint die beiden nur wenig, doch zwischen der Schlagersängerin Kerstin Ott und der Gen-Z-Ikone Ikkimel gibt es offensichtlich Sympathien. Würde Ott einen Song mit ihr machen?