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Energie

Stromausfall in Mulsum: Tausende Haushalte betroffen

In der Samtgemeinde Fredenbeck wurde am Montag die Stromversorgung gestört. (Symbolbild)

In der Samtgemeinde Fredenbeck wurde am Montag die Stromversorgung gestört. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa

Plötzlich gab es am Montag in Teilen der Geest keinen Strom mehr. Stehen die Bauarbeiten an den Energietrassen in der Region im Zusammenhang mit der Störung?

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Von Pauline Meyer
Dienstag, 05.05.2026, 18:05 Uhr

Mulsum. Am Montag kam es gegen 14.30 Uhr in Teilen von Kutenholz, Fredenbeck und Harsefeld zu einem zweiminütigen Stromausfall. Fast 3000 Haushalte waren betroffen. Die Ursache wird derzeit geprüft.

„Ein Zusammenhang mit den Energietrassen besteht nach aktuellem Kenntnisstand nicht“, erklärt EWE-Sprecher Alexander Jewtuschenko auf TAGEBLATT-Nachfrage. Mit weiteren Einschränkungen sei nicht zu rechnen.

Im Dezember 2025 fiel in der Buxtehuder Altstadt der Strom aus, auch der Weihnachtsmarkt war betroffen. Vor den gleichen Problemen standen im Jahr 2024 die Schausteller des Stader Weihnachtsmarktes.

Mitten in diesem Winter erlebte Berlin den längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. Wie sorgt der Kreis Stade für solche Fälle vor? Das TAGEBLATT fasst die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Infrastruktur und Katastrophenschutz hier zusammen.

Stromausfall: Worauf es bei Notstromaggregaten ankommt

Wenn die Versorgung über das Stromnetz unterbrochen ist, könnte man sich doch mit einem mobilen Stromgenerator behelfen. Oder?

Dieser Stromerzeuger schafft ein paar Geräte, kein ganzes Haus. Und damit alles sicher bleibt, betreibt man ihn nur draußen, wo die Abgase ungehindert abziehen können. 

Dieser Stromerzeuger schafft ein paar Geräte, kein ganzes Haus. Und damit alles sicher bleibt, betreibt man ihn nur draußen, wo die Abgase ungehindert abziehen können. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Ja, aber nur, wenn man zahlreiche Sicherheitsaspekte beachtet, so Hermann Dinkler. Der Experte für Brand- und Explosionsschutz beim Tüv-Verband erklärt: „Wer unvorsichtig oder gar fahrlässig mit Notstromaggregaten oder den zugehörigen Kraftstoffen umgeht, begibt sich in Lebensgefahr.“ Aber zunächst mal die Frage: Welchen Stromerzeuger brauche ich eigentlich?

Welches Gerät passt für welchen Einsatzzweck?

Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte überlegen, welche Geräte im Falle eines Stromausfalls versorgt werden müssen. Bei der Auswahl des Geräts sind dann diese Fragen wichtig:

  • Wie viel Leistung brauche ich?
  • Wie groß ist der Tankinhalt?
  • Wie lang kann das Gerät laufen?
  • Wie laut ist der Stromerzeuger?

Zum Thema Leistungsklassen und Größen hat der ADAC eine Übersicht als grobe Orientierung erstellt:

  • Kleine mobile Generatoren mit 1.000 bis 3.000 Watt sind fürs Camping oder einzelne Haushaltsgeräte geeignet.
  • Mittelgroße Aggregate mit 4.000 bis 8.000 Watt reichen für Kühlschrank, Heizung, Router und Licht.
  • Große stationäre Anlagen mit 10.000 bis 20.000 Watt sind für die Versorgung eines ganzen Hauses geeignet.

Einsteigermodelle kosten laut Tüv-Verband rund 200 Euro. Damit lassen sich etwa einige Kochplatten, eine Kühlbox oder kleinere Elektrogeräte betreiben. Stromgeneratoren mit 3.000 bis 6.000 Watt Leistung laufen mit einer Tankfüllung etwa acht und zwölf Stunden. Sie könnten zeitweise also etwa eine Wärmepumpe oder eine Umlaufpumpe für die Heizung versorgen.

Tipp: Geht es um Geräte wie Laptops, Smartphones oder Fernseher ist man ein Aggregat mit Inverter empfehlenswert. Hermann Dinkler erklärt: „Ein Inverter verhindert Spannungsschwankungen, die der Elektronik schaden könnten.“

Wichtig für Mieter: Sie müssen das Einverständnis des Vermieters einholen, denn er hat die Verantwortung für die elektrischen Anlagen im Gebäude.

Wann sollte man Fachleute hinzuziehen?

Am besten so früh wie möglich. Wer einen Generator ans Hausnetz anschließen will, sollte Dinkler zufolge einem Elektrofachbetrieb mit dem Einbau und dem Anschluss beauftragen. Sonst könnte es zu Problemen kommen, wenn etwa die Stromversorgung plötzlich wieder da ist und mit dem Generatorstrom wechselwirkt.

Auch Heizungssysteme stellen teils hohe Anforderungen an Stromerzeuger. Wer die Heizung so versorgen will, sollte das im Vorfeld mit dem Sanitärbetrieb absprechen. Das gilt für alle komplexen Geräte - wer es nicht sicher weiß, lässt sich besser beraten.

Größere Geräte benötigen laut ADAC einen Netzumschalter. Bevor man sie fest an das Hausnetz anschließen möchte, sollte man den Netzbetreiber informieren - er kann auch Auskunft dazu geben, ob man das Gerät aufgrund seiner Leistung bei den Behörden anmelden muss.

Notstromerzeuger: Was muss ich bei der Standortwahl beachten?

Wer einen Notstromgenerator benutzen will, sollte zunächst einen geeigneten Standort suchen. „Notstromaggregate dürfen niemals in der Wohnung selbst genutzt werden“, sagt Hermann Dinkler. Sonst bestehe die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, die tödlich enden kann.

Bei einem Mehrfamilienhaus könne ein Generator auf dem Balkon stehen. Bei einem Einfamilienhaus könnte man das Gerät im Garten betreiben. In beiden Fällen kann wegen der Abgase und des beträchtlichen Lärms aber Ärger mit den Nachbarn drohen.

Wer das Gerät in Innenräumen wie dem Keller betreiben will, muss erhöhte Sicherheitsanforderungen beachten. Da geht es laut Dinkler dann um Leitungen für Zu- und Abluft.

Welche Sicherheitsaspekte sind noch wichtig?

Es beginnt bei der richtigen Lagerung des Kraftstoffes. Hermann Dinkler verweist auf die gesetzlichen Regelungen:

  • Im Keller oder in der Garage darf man maximal 20 Liter lagern.
  • In der Wohnung selbst ist die Lagerung von einem Liter Benzin erlaubt.

Der ADAC rät: Benzin und Diesel nur in dichten und bruchsicheren Kanistern aufzubewahren. Die Behälter sollten nur in gut belüfteten Räumen und mit ausreichend Abstand zu potenziellen Zündquellen lagern.

Den Kraftstoff sollte man laut Hermann Dinkler nur bei ausgeschaltetem und kühlem Motor nachfüllen, um eine Entzündung an heißen Geräteteilen zu vermeidenden.

Und damit die angeschlossenen Geräte keinen Schaden nehmen, rät der Tüv-Verband:

  • Zunächst muss der Generator stabil laufen, dann kann man die Elektrogeräte anschließen.
  • Bevor man den Stromversorgers wieder ausstellt, sollte man vorher die angeschlossenen Geräte trennen. (mit dpa)

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