Tödliche Falle für Fische - Lies lobt Geisternetz-Bergungen
In den Geisternetzen verfangen sich Fische, Krebse und auch Robben. Foto: Sina Schuldt/dpa
Geisternetze werden zur Gefahr für Fische, Robben und Krebse. Ein Verein kämpft gegen die tödlichen Fallen in der Nordsee.
Neuharlingersiel. Die Bergung von sogenannten Geisternetzen aus der Nordsee ist laut Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) ein beeindruckendes ehrenamtliches Engagement. Bei mehreren Einsätzen in den vergangenen Jahren holten Taucher vor den ostfriesischen Inseln insgesamt mehr als eine Tonne alter Fischernetze vom Meeresgrund.
Lies besuchte am Vormittag das Umweltprojekt „Geisternetze Ostfriesland“, an dem die NV-Versicherungen, das Unternehmen Bessergrün und der Verein Ghost Diving Germany beteiligt sind. Lies ist der Schirmherr.
Bergungsaktionen am Nordseegrund
Für viele Meereslebewesen wie Fische, Robben und Krebse können solche Geisternetze zu einer tödlichen Falle werden, wenn sie sich darin verfangen. Die Bergung ist herausfordernd, denn oft verheddern sich Netze mit der Strömung an versunkenen Schiffswracks. Dort werden sie dann von den Tauchern in mühevoller Handarbeit gelöst und später an Land fachgerecht entsorgt oder recycelt.
Auch Buckelwal Timmy, der mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet war, hatte zeitweise mit einem Netz im Maul zu kämpfen. Ein großer Teil des Netzes - 50 bis 70 Meter - sei Anfang März entfernt worden, hatte das Umweltministerium in Schwerin mitgeteilt. Bei einer Obduktion des Tieres, das später tot am Strand der dänischen Insel Anholt angespült wurde, waren dann bei einem Blick ins Maul und in den Magen des Wals keine Netze oder andere Gegenstände mehr festgestellt worden.
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Freiwillige holen die Netze aus den Tiefen der Nordsee. Foto: Sina Schuldt/dpa