Für Nichtschwimmer

Warum Schwimmflügel in einigen Bädern Pflicht sind

In einigen Schwimmbädern gilt eine Schwimmflügelpflicht – für Nichtschwimmer. (Symbolbild)

In einigen Schwimmbädern gilt eine Schwimmflügelpflicht – für Nichtschwimmer. (Symbolbild) Foto: Sven Hoppe/dpa

Seit langem warnen die DLRG-Lebensretter: Viele Kinder können nicht sicher schwimmen. Gleichzeitig wollen viele in den Sommerferien ins kühle Nass. Was kann man für Nichtschwimmer tun?

Von dpa 21.07.2026, 07:55 Uhr

Stadthagen. Allein im Monat Juni sind in Niedersachsen acht Menschen ertrunken – nach fünf Badetoten im Vorjahresmonat. In den Sommerferien sind die Bäder gefragt, auch Kinder und unter ihnen Nichtschwimmerinnen und -schwimmer wollen im kühlen Nass planschen. Um sie zu schützen, hat ein Schwimmbad in Stadthagen im Landkreis Schaumburg eine Schwimmflügelpflicht verhängt, wie die „Schaumburger Nachrichten“ berichteten. Das Bad informierte im Internet über die Schwimmflügelpflicht, auch Gürtel, Westen oder ähnliche Schwimmhilfen sind demnach erlaubt.

„Wenn durch eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme auch nur ein einziges Kind vor einem schweren Unfall bewahrt werden kann, dann ist dieser Aufwand aus unserer Sicht gerechtfertigt“, sagte Badleiterin Kerstin Klotz der Zeitung. Auch in einem Bad in Obernkirchen gilt der Zeitung zufolge eine Schwimmflügelpflicht. Nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) ist die Pflicht auch in vielen anderen deutschen Schwimmbädern gängige Praxis.

In Hannover ist keine solche Regelung geplant

In den Schwimmbädern der Stadt Hannover ist eine solche Regelung nicht in Planung. Nichtschwimmer und Nichtschwimmerinnen dürften mit und ohne Schwimmhilfen nur die Nichtschwimmerbecken benutzen, sagte Sprecher Udo Möller dem Blatt. Nach Einschätzung der Stadt bestehe die Gefahr, dass sich Aufsichtspersonen auf die Schwimmhilfen verlassen und ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen.

Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind Schwimmflügel darauf ausgelegt, sofortiges Untergehen in einem tiefen Becken zu verhindern, wie die „HAZ“ berichtete. Im Schwimmbad werde es vor allem dann gefährlich, wenn Kinder die Beckentiefe unterschätzten oder in tiefe Becken fielen. Dann könnten Schwimmflügel Leben retten.

13 Kinder starben im vergangenen Jahr im Wasser

Im vergangenen Jahr starben laut DLRG bundesweit 13 Kinder im Alter bis zehn Jahren im Wasser – ein Jahr zuvor war es eines mehr. Die Wasserretter gehen davon aus, dass mehr als jedes zweite Kind nach der Grundschule nicht sicher schwimmen kann. Ein Grund: Bäder für den Schwimmunterricht fehlen. Das zu ändern fordert die DLRG seit langem – und verlangt auch flächendeckenden Schwimmunterricht in den Schulen.

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