Alarm aufs Handy: Einbrecher gefilmt – Festnahme im Versteck an der Elbe
Sicherheitskameras sind längst nicht mehr nur an öffentlichen Plätzen zu finden - auch in privaten Haushalten greifen Menschen gerne mal zu Überwachungstechnik. Foto: Britta Pedersen/dpa
Die Installation von Kamera und App hat sich in Drage bezahlt gemacht: Mit Hubschrauber und Polizeihund konnte ein Mann in die Enge getrieben werden.
Drage/Schwinde. Ein kurzer Blick aufs Handy löste eine Großfahndung der Polizei an der Elbe aus. Am Donnerstagmorgen meldete ein Mann, der selbst nicht zu Hause war, dass sich aktuell Einbrecher in seinem Haus in Drage zu schaffen machten. Seine Überwachungskamera zeige Videoaufnahmen von zwei fremden Männern an der Adresse in der Schwinder Straße an. Die Bilder habe der Mann gegen 8.10 Uhr via Smartphone-App empfangen, teilte die Polizei mit.
„Sofort wurden mehrere Streifenwagen zu der Adresse entsandt“, berichtete Harburgs Polizeisprecher Jan Krüger. Die Männer waren da schon zu Fuß in Richtung Elbbrücke/Bundesstraße 404 unterwegs.
Flucht auf die Elb-Halbinsel Rönner Werder
Die Beamten konnten am Haus Einbruchspuren feststellen und leiteten die Großfahndung ein. Dabei kamen neben Polizisten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein auch ein Diensthund sowie ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. (Symbolbild) Foto: Matthias Bein/dpa
So zog sich offenbar die Schlinge um die Tatverdächtigen. Einer von ihnen habe sich im Unterholz auf der Elb-Halbinsel Rönner Werder versteckt. Sein Unterschlupf blieb jedoch nicht unbemerkt, der Mann sei vorläufig festgenommen worden.
Der zweite Täter sei entkommen. Die Ermittlungen zur Identität hielten an.
Täter in dunklen Trainingsanzügen schon vorher unterwegs?
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 31-jährigen Mann. Dieser wird laut Polizeimitteilung einem Haftrichter vorgeführt.
„Möglicherweise sind die beiden Männer schon vor der Tat zu Fuß über die Elbbrücke von Geesthacht nach Schwinde gekommen und haben sich dann ein passendes Tatobjekt gesucht“, sagt Polizeisprecher Krüger. Zeugen, denen zwei Männer in dunklen Trainingsanzügen aufgefallen waren, werden gebeten, sich beim Kriminaldienst unter Telefon 04181/2850 zu melden.
Exkurs Videoüberwachung: Was erlaubt ist
Wer eine Videoanlage installierten will, darf damit nur das eigene Grundstück überwachen. Die Videoaufnahmen dürfen sich also nicht auf fremde Grundstücke, auf öffentliche Wege oder das Sondereigentum einzelner Eigentümer erstrecken. Darauf macht der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) aufmerksam.
Oft werden Videokameras am Hauseingang, in der Garage oder im Hausflur als abschreckende Maßnahme gegen Einbrecher oder Vandalismus montiert. (pm/tip)
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