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Blaulicht

Betrunken am Steuer? Polizei zweifelt an der Geschichte eines 22-Jährigen

Bei einem Unfall behauptete ein junger Mann, der Fahrer sei geflohen. Der 22-Jährige saß betrunken auf dem Beifahrersitz, als die Polizei eintraf.

Bei einem Unfall behauptete ein junger Mann, der Fahrer sei geflohen. Der 22-Jährige saß betrunken auf dem Beifahrersitz, als die Polizei eintraf. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Offensichtlich betrunken, aber nur auf dem Beifahrersitz: Nach einem Unfall in Wiegersen soll der Fahrer geflohen sein - aber die Polizei hat Zweifel. Der Blaulichtreport.

Von Redaktion Sonntag, 14.06.2026, 13:44 Uhr

Landkreis. Am Sonntag gegen 1.30 Uhr hatte ein 22-Jähriger aus Wiegersen den Notruf gewählt und berichtete, verunfallt zu sein. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten an die Dorfstraße aus.

„Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war ein älterer Audi-Kombi auf der Dorfstraße in Richtung Wiegersener Straße unterwegs, als er nach links von der Fahrbahn abkam und auf das Heck eines geparkten BMW fuhr“, berichtet Polizeisprecher Matthias Bekermann. Der BMW sei durch den Aufprall in die Hecke eines Privatgrundstücks gedrückt worden, wobei ein dahinter befindliches Gartenhaus ebenfalls beschädigt worden sei.

Laut Polizei befand sich der junge Mann bei Eintreffen der Beamten bereits in rettungsdienstlicher Versorgung und „stand offenbar unter Alkoholeinfluss“, so Bekermann. Er konnte demnach vor Ort nicht befragt werden.

Fahrer soll nach Unfall geflüchtet sein

Kurios: Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte hatte der Mann den Angaben zufolge auf dem Beifahrersitz des Audi gesessen. Er soll den Helfern gegenüber angegeben haben, dass der eigentliche Fahrer geflüchtet sei. Benannt oder näher beschrieben habe er den vorgeblich flüchtigen Unfallfahrer jedoch nicht.

„Den aufnehmenden Polizeibeamten kamen vor Ort Zweifel an der Geschichte des Mannes. Seine Angaben beim Notruf und die Spurenlage im Unfallfahrzeug deuteten darauf hin, dass er selbst am Steuer saß und den Unfall verursacht hatte“, sagt Bekermann. Die Beamten sicherten Spuren, die laut Polizei bei Bedarf eine eindeutige Zuordnung zulassen, ob der 22-Jährige zur Zeit des Aufpralls auf dem Fahrersitz saß.

Dem Mann wurden zwei Blutproben entnommen, sein Führerschein wurde beschlagnahmt und die Fahrzeugschlüssel wurden sichergestellt. Der 22-Jährige hatte bei dem Verkehrsunfall leichte Verletzungen erlitten und wurde vom Rettungsdienst in das Stader Elbe Klinikum gebracht.

Ohne Führerschein, ohne Versicherung und alkoholisiert

Definitiv unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischte die Polizei einen 37-jährigen Stader in Hammah. Am Sonntag gegen 0.40 Uhr kontrollierte die Polizei in der Bahnhofstraße einen Kia ProCeed. „Die Beamten stellten fest, dass der Fahrer keinen Führerschein hat, es dem Kia an der notwendigen Pflichtversicherung fehlt und der 37-Jährige zudem unter Alkoholeinfluss stand“, sagt Bekermann.

Die Alkoholisierung befand sich den Angaben zufolge noch im Bereich einer Verkehrsordnungwidrigkeit. Eine gerichtsverwertbare Atemalkoholmessung wurde auf einer Polizeidienststelle vorgenommen. Den Mann erwartet nun ein entsprechendes Ermittlungsverfahren.

Polizei findet Diebesgut bei Mann am Bahnhof

Am Samstagmorgen gegen 7.30 Uhr wurde die Stader Polizei in die Straße Am Burggraben gerufen, da dort ein am Fahrbahnrand geparkter Nissan Qashqai aufgebrochen worden war. Wie die Polizei mitteilt, war die Scheibe der Beifahrerseite zerstört worden, zudem konnten die Beamten Hebelmarken am Fahrzeug ausmachen. „Der Innenraum des Wagens war durchwühlt und es wurden einige Gegenstände gestohlen“, so Bekermann.

Gegen 12 Uhr wurde die Polizei demnach zum Stader Bahnhof gerufen, weil in der Bahnhofshalle eine Person neben einer Bank lag und nicht mehr auf Ansprache reagierte. Die Beamten weckten den 29-jährigen Stader, der „offenbar erheblich unter dem Einfluss berauschender Substanzen stand“ und keine Angaben zu seinen Personalien machen konnte. Auf der Suche nach einem Ausweispapier entdeckten die Beamten laut Polizei bei ihm ein Lederetui mit einem Namen, welcher zu dem zuvor aufgebrochenen Nissan vom Burggraben gehörte.

Zwecks Identitätsfeststellung und für eine Befragung wurde der Mann mit zur Polizeiwache genommen. „Er räumte Drogen- und Alkoholkonsum ein“, sagt der Polizeisprecher. Bei der Durchsuchung seien zudem zwei Messer gefunden worden - diese verstoßen gegen das Mitführverbot gemäß der niedersächsischen Verordnung über das Verbot des Führens von Waffen und Messern in Verkehrsmitteln und Einrichtungen des öffentlichen Personenverkehrs.

Den Mann erwartet nun ein entsprechendes Ermittlungsverfahren. „Ob der Beschuldigte auch für die Fahrzeugaufbrüche der vergangenen Tage im Stadtgebiet verantwortlich sein könnte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen“, sagt Bekermann.

Unfall im Rüstjer Forst: Zwei Leichtverletzte

Zudem ist es am Samstagabend, gegen 21.10 Uhr, zu ein Unfall im Rüstjer Forst gekommen. Laut Polizeiangaben war ein 19-Jähriger aus Harsefeld mit seinem Mercedes auf der K44 von Helmste in Richtung Horneburg unterwegs, als der Wagen den Angaben zufolge ausgangs einer Rechtskurve ins Schleudern geriet. Die E-Klasse kam von der Fahrbahn ab und kollidierte mit mehreren Bäumen.

Der Fahrer sowie seine Beifahrerin, eine 16-Jährige aus Deinste, erlitten leichte Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst in das Stader Elbe Klinikum gebracht.

Der Mercedes war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 13.000 Euro. (bat/pm)

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