Blaulicht

Waffenkontrolle an Bahnhöfen im Kreis Stade durchgeführt

Polizei und Behörden kontrollierten am Bahnhof Horneburg.

Polizei und Behörden kontrollierten am Bahnhof Horneburg. Foto: Polizei

Verwaltung und Polizei kontrollierten am Dienstag in Buxtehude und Horneburg. Wegen der S-Bahn-Störung war die Strecke jedoch über Stunden gesperrt.

Von Redaktion 24.06.2026, 14:00 Uhr

Buxtehude/Horneburg. Es war so schön gedacht: Gutes Wetter, Feierabendverkehr, viele Fahrgäste. Allein das Stellwerk Buxtehude spielte nicht mit. Am Dienstagnachmittag hatten sich der Landkreis Stade, das Polizeikommissariat Buxtehude und die Bundespolizeiinspektion Bremen an den Bahnhöfen Buxtehude und Horneburg zur Schwerpunktkontrolle verabredet. Kontrolliert werden sollte von 15 bis 19 Uhr, der Schwerpunkt lag auf dem geltenden Waffen- und Messerverbot.

99 Personen kontrolliert – ein Stader fiel auf

Die Bilanz: Zwei Mitarbeiter des Landkreises, eine Streife der Bundespolizei mit Diensthunden sowie neun Einsatzkräfte des Kommissariats Buxtehude und der Verfügungseinheit aus Stade standen 99 kontrollierten Personen gegenüber.

Aufgefallen sei ein 36 Jahre alter Stader in einer S-Bahn, der Reizgas mit sich führte. „Dieses war als Abwehrspray gegen Menschen deklariert“, berichtet Polizeisprecher Matthias Bekermann. Das Reizgas sei sichergestellt worden, den Mann erwarte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren durch den Landkreis.

Zudem sei noch ein abgestellter E-Scooter ohne Versicherungsschutz aufgefallen. „Die Polizei verfolgt diese Straftat weiter“, so Bekermann.

Streckensperrung: Polizei weicht nach Horneburg aus

Der Polizeisprecher räumt selbst ein, dass die Anzahl der durchgeführten Kontrollen dadurch gemindert wurde, dass der Bahnverkehr im Kontrollzeitraum zeitweise zum Erliegen kam. Schließlich hatte es beinahe zeitgleich über Stunden eine Stellwerksstörung im Bereich Buxtehude gegeben. Der S-Bahn-Verkehr zwischen Neugraben und Horneburg war eingestellt; es pendelte eine Bahn zwischen Horneburg und Stade.

„Ein wesentlicher Schwerpunkt der Aktion lag neben den Kontrollen auf der präventiven Aufklärung. Die eingesetzten Kräfte suchten gezielt das Gespräch mit den Reisenden, erläuterten die geltende Rechtslage und sensibilisierten für die Gefahren, die vom Mitführen von Waffen und Messern im Nahverkehr ausgehen“, sagt Polizeisprecher Bekermann. Die Kontrollen seien - trotz der Reisebeschränkungen - „von den Fahrgästen durchweg positiv aufgenommen“ worden, so Bekermann.

Auch Küchen- und Teppichmesser verboten

Landkreis und Polizei weisen in ihrer Mitteilung darauf hin, dass jederzeit mit neuerlichen Kontrollen im Nahverkehr zu rechnen sei.

Zum Hintergrund: Seit dem 1. April gilt in ganz Niedersachsen ein Verbot des sogenannten zugriffsbereiten Führens von Waffen und Messern in den Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs. Erfasst sind nicht nur Züge des Nahverkehrs, Stadt- und Straßenbahnen, Busse und Fähren, sondern auch die dazugehörigen baulichen Anlagen wie Bahnhöfe, Bahnsteige und Unterführungen.

Anders als im allgemeinen Waffenrecht kommt es dabei weder auf die Art des Messers noch auf eine bestimmte Klingenlänge an - auch Taschen-, Küchen- oder Teppichmesser fallen unter das Verbot.

Entscheidend ist allein, ob der Gegenstand zugriffsbereit mitgeführt wird, also ohne größeren Aufwand eingesetzt werden könnte. Wer ein Messer hingegen in einem verschlossenen Behältnis oder so verstaut transportiert, dass es nur mit mehr als drei Handgriffen erreichbar ist, verstößt nicht gegen die Vorgaben.

Ausgenommen sind zudem berechtigte Personengruppen sowie die Nutzung für allgemein anerkannte Zwecke. Den zuständigen Behörden und der Polizei eröffnet die Verordnung die Möglichkeit, Fahrgäste und mitgeführte Sachen auch ohne konkreten Anlass zu kontrollieren. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. (pm/tip)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel