Landtag

Grüne verweisen auf Schutzkonzept nach Deepfake-Affäre

Grünen-Fraktionsmanager Volker Bajus betont die Bedeutung von Schutzkonzepten gegen Übergriffe. (Archivbild)

Grünen-Fraktionsmanager Volker Bajus betont die Bedeutung von Schutzkonzepten gegen Übergriffe. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Die Deepfake-Affäre um ein sexualisiertes KI-Video einer CDU-Mitarbeiterin wirkt im Landtag nach. Die Grünen kritisieren den Umgang der CDU mit dem Fall und stellen ihr eigenes Schutzkonzept heraus.

Von dpa 21.05.2026, 16:20 Uhr

Hannover. Nach der Deepfake-Affäre in der CDU-Fraktion verweisen die Grünen im niedersächsischen Landtag auf ein eigenes Schutzkonzept für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Dieses sei bereits eingesetzt worden, sagte Fraktionsmanager Volker Bajus.

Frauen hätten sich wegen erlebter Übergriffe unwohl gefühlt. Ausgangspunkt seien Männer gewesen, die nicht Teil der Fraktion seien. Dank der bestehenden Strukturen, die es seit rund drei Jahren gebe, hätten Gespräche geführt und Situationen aufgearbeitet werden können. 

CDU betrachtet konkreten Fall als abgeschlossen

Hintergrund der sogenannten Deepfake-Affäre ist ein sexualisiertes KI-Video einer Mitarbeiterin der CDU-Fraktion, das in einer Chatgruppe innerhalb der Fraktion geteilt worden sein soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Frau darin lasziv in einem Bikini tanzend dargestellt. Der mutmaßliche Ersteller des Videos wurde entlassen, ein weiterer Mitarbeiter suspendiert.

CDU-Chef Sebastian Lechner hatte erklärt, seine Fraktion habe mit dem konkreten Fall abgeschlossen – nicht aber mit dem Thema an sich. Derzeit arbeite die Fraktion an einem Schutzkonzept. 

Kritik an Lechners Aussagen

Grünen-Fraktionschefin Anne Kura sagte, Lechners Aussagen ließen sie „ein bisschen fassungslos zurück“. Weiterhin seien Fragen offen, etwa wie mit Mitgliedern der Chatgruppe umgegangen werde, die das Verhalten toleriert hätten. „Man kann so einen Fall nicht einfach als Fraktionsvorsitzender für abgehakt erklären“, sagte sie. Das sende ein „völlig verkehrtes Signal“ an die Gesellschaft. 

Gerade wer Verantwortung trage, müsse solche Vorfälle vollständig aufarbeiten. Sie wünsche sich bei dem Thema insgesamt „mehr Sensibilität und mehr Fingerspitzengefühl“, sagte Kura.

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