In Niedersachsen

Gut jeder zweite Beschäftigte über 50 will früher in Rente

In Niedersachsen wollen laut einer Krankenkassenstudie 54 Prozent der älteren Beschäftigten früher in Rente. (Symbolbild)

In Niedersachsen wollen laut einer Krankenkassenstudie 54 Prozent der älteren Beschäftigten früher in Rente. (Symbolbild) Foto: Andreas Gebert/dpa

Früher raus aus dem Job - das planen zahlreiche über 50-Jährige in Niedersachsen, trotz aller Debatten über eine Rentenreform. Was viele Menschen sich wünschen, um bis zum Schluss durchzuhalten.

Von dpa 18.07.2026, 04:35 Uhr

Hannover. Die Zukunft der Rente ist ein heikles Thema, viele Menschen dürften die schwarz-roten Reformpläne mit Misstrauen betrachten. Auf Ablehnung stoßen Umfragen zufolge etwa die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 und die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Kein Wunder: Allein in Niedersachsen will einer neuen Krankenkassenstudie zufolge mehr als jeder zweite Beschäftigte im Alter über 50 Jahren früher in Rente gehen. 

38 Prozent wollen bis zur gesetzlichen Rente arbeiten

Unter den über 50-Jährigen, die mit einer schlechteren Gesundheit zu kämpfen haben, wollen mit 57 Prozent sogar noch mehr Befragte früher in Rente, wie der DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ ergab. 

Laut der Forsa-Umfrage planen demnach 54 Prozent der Beschäftigten ab 50 in Niedersachsen einen vorzeitigen Renteneintritt, im bundesweiten Durchschnitt sind es 52 Prozent. 

38 Prozent wollen bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. Immerhin 8 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus im Beruf zu bleiben. Betrachtet man alle Beschäftigten in Niedersachsen, denken 45 Prozent über eine frühere Rente nach.

Für den Gesundheitsreport wurden Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 223.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Niedersachsen vom Berliner IGES-Institut ausgewertet. Dazu befragte Forsa 1.009 Erwerbstätige im Alter von 18 bis 67 Jahren im November 2025 repräsentativ. Die DAK-Gesundheit kommt nach Angaben einer Sprecherin in Niedersachsen auf 532.000 Versicherte, bundesweit sind es rund 5,4 Millionen.

Mehr Wertschätzung am Arbeitsplatz gefragt 

Dirk Vennekold, der DAK-Landeschef in Niedersachsen, betonte: „Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land frühzeitig ausscheiden will, dann müssen wir darauf reagieren.“ Es werde immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. 

DAK-Landeschef Vennekold: „Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land frühzeitig ausscheiden will, dann müssen wir darauf reagieren.“ (Symbolbild)

DAK-Landeschef Vennekold: „Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land frühzeitig ausscheiden will, dann müssen wir darauf reagieren.“ (Symbolbild) Foto: Sina Schuldt/dpa

Um das zu erreichen, sind laut Gesundheitsreport gute Arbeitsbedingungen und vor allem mehr Wertschätzung am Arbeitsplatz notwendig. Für immerhin 39 Prozent der Befragten ab 50 ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Arbeitsleben. Jeder Dritte sähe es gerne, wenn sein Erfahrungswissen stärker anerkannt wäre. Besonders gefragt allerdings: 44 Prozent der Befragten wünschen sich eine höhere Bezahlung. Knapp ein Viertel der Befragten kann sich eine Aktivrente vorstellen - also einen Steuerbonus für Arbeit im Rentenalter.

Ältere Beschäftigte sind im Durchschnitt länger krank

Der Untersuchung zufolge sind ältere Beschäftigte seltener, aber im Durchschnitt länger krankgeschrieben. Demnach kamen Beschäftigte ab 50 im vergangenen Jahr auf 170 Krankschreibungen je 100 Versicherte - während es bei den unter 50-Jährigen mit 226 Fällen deutlich mehr waren. 

Die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen lag allerdings bei 16,2 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es laut Krankenversicherung 8,1 Tage.

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