Filmfestspiele

Ilker Çatak: „Es gibt eine Engführung des Meinungskorridors“

Ilker Çatak wurde mit seinem Film „Das Lehrerzimmer“ für einen Oscar nominiert. (Archivbild)

Ilker Çatak wurde mit seinem Film „Das Lehrerzimmer“ für einen Oscar nominiert. (Archivbild) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Mit „Das Lehrerzimmer“ war er für den Oscar nominiert - sein neuer Film läuft im Berlinale-Wettbewerb. Ilker Çatak warnt nun vor einer bedrohten Meinungsfreiheit auch in Deutschland.

Von dpa 13.02.2026, 01:50 Uhr

Berlin. Der Regisseur Ilker Çatak zeigt sich mit Blick auf die Meinungsfreiheit in Deutschland beunruhigt. „Es gibt bestimmte Themen, da können Sie gar nicht so schnell schauen, wie sie weg vom Fenster sind. Es gibt eine Engführung des Meinungskorridors“, sagte der deutsche Filmemacher im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Sein neuer Film „Gelbe Briefe“ läuft im Wettbewerb der Berlinale. Das Drama thematisiert das Leben eines türkischen Künstlerpaares unter den Repressionen der türkischen Regierung. „Gelbe Briefe“ hat am Freitag Premiere bei den Filmfestspielen. Çatak feierte mit seinem Film „Das Lehrerzimmer“ Erfolge und wurde für einen Oscar nominiert.

Sein neuer Film solle auch in Deutschland zur Reflexion anregen, sagte er: „Eine Message des Films ist auch: Wir in Deutschland fühlen uns wahnsinnig wohl, wenn wir die Zustände in anderen Ländern anprangern können.“ Der Blick nach innen fehle. 

„Wie gehen wir damit um, dass es diese Verengung im Meinungskorridor gibt? Wie gehen wir damit um, wenn irgendwann eine AfD-Regierung die Kulturpolitik in der Hand hat? Das sind ernstzunehmende Gefahren, die auch hierzulande stattfinden.“

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Hollywood-Star Hiddleston erkundet Pompeji

Filmstar Tom Hiddleston reist in einer neuen Disney-Dokuserie auf den Spuren der Überlebenden von Pompeji – und zeigt, wie Forschung das Bild der Katastrophe verändert. Das geht ihm persönlich nahe.

Wagner hören - Darf man das?

Wagner äußerte sich antisemitisch, Hitler liebte seine Musik und war ein Freund der Familie. So weit, so schlimm? Das Ringen um eine Gedenkveranstaltung zeigt: Es ist alles noch viel komplizierter.