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Öffentlicher Nahverkehr

Linke fordern erneut Straßenbahn statt teurer U5 in Hamburg

Eine neue Studie im Auftrag der Linksfraktion kommt zu dem Schluss, dass der Bau der U5 am Borgweg beendet werden sollte und stattdessen Straßenbahnen gebaut werden sollten. (Archivbild)

Eine neue Studie im Auftrag der Linksfraktion kommt zu dem Schluss, dass der Bau der U5 am Borgweg beendet werden sollte und stattdessen Straßenbahnen gebaut werden sollten. (Archivbild) Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Linke legt erneut Zahlen gegen die U5 vor: Straßenbahnen sollen laut Studie deutlich günstiger sein und den Hauptbahnhof entlasten. Was die Autoren konkret vorschlagen.

Von dpa 13.08.2026, 04:50 Uhr
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Hamburg. Hamburgs Linke geben nicht auf und legen eine weitere Untersuchung zum Bau von Straßenbahnen als Ersatz für die geplante und teils schon im Bau befindliche U-Bahnlinie U5 vor. Diesmal haben die Studienautoren Dieter Doege und Jens Ode im Auftrag der Linksfraktion eine rund 60-seitige Studie erarbeitet, die vier Trambahnlinien mit einer Gesamtstrecke von knapp 44 Kilometern und 91 Haltestellen vorsieht. Sie reichen von der Veddel zum Borgweg, von Mundsburg bis Niendorf Markt, von der Kellinghusenstraße nach Osdorf sowie von der Kellinghusenstraße zum Bahnhof Altona.

Kosten für U5 voraussichtlich bei 16,5 Milliarden Euro

Die geplante U5 soll einmal nach Angaben der Hochbahn auf 29 Kilometern von Bramfeld bis Osdorf reichen und dabei an 24 Haltestellen unter anderem die Universität, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Arenen in das Schnellbahnnetz einbinden. Die Kosten für Deutschlands größtes U-Bahnprojekt bezifferte der Senat zuletzt auf rund 16,5 Milliarden Euro. Fertigstellungstermin soll voraussichtlich 2040 sein. 

Die Studienautoren und die Linksfraktion sind der Meinung, dass der bereits im Bau befindliche Streckenabschnitt der U5 noch bis Borgweg weitergebaut werden solle, die U5 danach aber erst die Gleise der U3 und dann der U2 nutzen sollte. Auf geplante Stationen wie Jarrestraße, Beethovenstraße, Uhlenhorst oder St. Georg könne sowieso verzichtet werden, weil es in fußläufiger Nähe alternative U- oder S-Bahn-Haltestellen gebe.

Studienautoren bezweifeln prognostizierte Fahrgastzahlen

Die Autoren der Studie „Alternativen für eine Fortsetzung der U5 ab Borgweg - schneller, besser und kostengünstiger durch Hamburg“ bezweifeln auch die von der Hochbahn prognostizierten Fahrgastzahlen der U5. Diese basierten eher auf „Vermutungen, Hoffnungen, Annahmen und Wunschdenken“, sagte Ode. Beispiel Stephansplatz: Dort werden laut Hochbahn für die U5 pro Tag fast 109.000 Fahrgäste vorhergesagt, während es bei der U1 mit einem weitaus größeren Einzugsgebiet nur etwa 65.000 sein sollen. „Das ist völlig unlogisch“, sagte Doege.

Und auch bei den Kosten gebe es deutliche Vorteile für die Straßenbahn. Ein Kilometer Straßenbahn koste zwischen 10 und 20 Millionen Euro, inklusive aller Nebenkosten maximal 35 Millionen Euro, sagte Doege. Insgesamt kommen die Studienautoren damit für die Straßenbahn auf Gesamtkosten in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro.

Sudmann: Senat soll unterirdische Verkehrspolitik beenden

Die Linken-Verkehrsexpertin Heike Sudmann betonte, dass durch Straßenbahnen auch der Hauptbahnhof entlastet werde. Sie gebe die Hoffnung nicht auf, „dass der Senat sich endlich von seiner unterirdischen Verkehrspolitik verabschiedet“. Der Tunnel für die U5 sei nicht die Lösung von Hamburgs Mobilitätsproblemen.

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