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Sonderausstellung

„Sturmflut 1976“ in Balje: Erinnerungen an die Flutkatastrophe

Während der Sturmflut 1976 strömte das Wasser weit in das Hinterland und blieb dort zum Teil wochenlang stehen.

Während der Sturmflut 1976 strömte das Wasser weit in das Hinterland und blieb dort zum Teil wochenlang stehen. Foto: Marx

Die neue Sonderausstellung „Sturmflut 1976 – eine Region erinnert sich“ im Natureum Niederelbe in Balje ist ab Sonntag, 22. März, für Besucher geöffnet.

Von Redaktion Dienstag, 17.03.2026, 15:00 Uhr

Balje. Am 3. Januar 1976 trifft das Orkantief Capella auf die Nordseeküste und drückt das Wasser in die Elbe und gegen die Deiche. Die teils mehr als 100 Jahre alten Bollwerke können der bis dato höchsten gemessenen Sturmflut nicht überall standhalten. Wasser strömt weit ins Hinterland und richtet immensen Schaden vor allem in Kehdingen und in der Haseldorfer Marsch an.

Rückblick auf Ereignisse vor 50 Jahren

Die neue Sonderausstellung „Sturmflut 1976 – eine Region erinnert sich“ im Natureum blickt auf die Ereignisse vor 50 Jahren zurück. Antworten gibt es auf Fragen wie: Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Wetterlage? Könnte so etwas heute wieder passieren?

Stilechte Tapete und Lampe: Das Natureum entführt die Besucher der neuen Sonderausstellung in die Zeit vor 50 Jahren. Natureum-Geschäftsführer Lars Lichtenberg hat die 1976er Flut als Vierjähriger auf dem elterlichen Hof am Kehdinger Deich hautnah miterlebt.

Stilechte Tapete und Lampe: Das Natureum entführt die Besucher der neuen Sonderausstellung in die Zeit vor 50 Jahren. Natureum-Geschäftsführer Lars Lichtenberg hat die 1976er Flut als Vierjähriger auf dem elterlichen Hof am Kehdinger Deich hautnah miterlebt. Foto: Jothe/Natureum

Mit dem Betreten der Sonderausstellungshalle werden die Gäste in die 1970er Jahre zurückversetzt – von der passenden Tapete bis zum orangefarbenen Telefon mit Wählscheibe oder der Wetterkarte der Tagesschau. Vom Seewetteramt Hamburg, wo die Prognosen stündlich dramatischer werden, geht es in das Wohnzimmer eines Hauses an der Küste, wo sich die Bewohner auf die Flut vorbereiten bis in das Lagezentrum des Krisenstabs und an den Deich, der zu brechen droht.

Natureum-Geschäftsführer Lars Lichtenberg zeigt das Wingster Feuerwehrfahrzeug, das während der Sturmflut 1976 im Einsatz war.

Natureum-Geschäftsführer Lars Lichtenberg zeigt das Wingster Feuerwehrfahrzeug, das während der Sturmflut 1976 im Einsatz war. Foto: Jothe/Natureum

Anhand von Originalaufnahmen, Erinnerungen und Exponaten aus der damaligen Zeit berichten Zeitzeugen über die Bewältigung einer Katastrophe - ganz ohne Handys, Navigationsgeräte und Internet.

Zeitreise endet mit Blick in die Zukunft

Auch in der heutigen Zeit bleibt die Herausforderung Küstenschutz bestehen. Die Zeitreise endet daher nicht mit der Schadensbewältigung und der Reparatur der Deiche, sondern mit einem Blick in die Zukunft, wo der Klimawandel und der damit verbundene Meeresspiegelanstieg die Bewohner der Küstengebiete vor ganz neue Herausforderungen stellen werden.

Lars Lichtenberg hat die Flut als Vierjähriger miterlebt

„Die Frage ist nicht, ob eine solche Flut wieder auftreten könnte, sondern wann“, so Lars Lichtenberg, Geschäftsführer des Natureums, der die 1976er Flut als Vierjähriger auf dem elterlichen Hof am Kehdinger Deich hautnah miterlebte. „Wassermassen, die über den Deich strömten, zahlreiche Helfer und das Gefühl der Ungewissheit, was mit den Bewohnern der tiefer gelegenen Moorgebiete passiert, sind Erinnerungen, die sich in das Gedächtnis der Zeitzeugen eingebrannt haben.“

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Natureum Niederelbe in Balje/Neuhaus, Neuenhof 8, öffnet ab Sonntag, 22. März, dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 11 Euro, ermäßigt 6 Euro; für Kinder bis vier Jahre ist er frei. Weitere Infos: 04753/ 842110 und www.natureum-niederelbe.de. (sal)

Museumschef Lars Lichtenberg vor der Titelseite des Stader Tageblatt.

Museumschef Lars Lichtenberg vor der Titelseite des Stader Tageblatt. Foto: Jothe/Natureum

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