Abfall-Ärger

Biomüll-Kontrolle in Stade: Diese Tonnen wurden nicht geleert

Falsch befüllte Biotonnen werden im Landkreis Stade nicht geleert - bei groben Verstößen droht zudem ein Bußgeld.

Falsch befüllte Biotonnen werden im Landkreis Stade nicht geleert - bei groben Verstößen droht zudem ein Bußgeld. Foto: Swen Pförtner/dpa

Tatort Bützfleth: Der Landkreis mahnt zu viele Fehlwürfe an und setzt offenbar auf Zuckerbrot und Peitsche. Vorbildliche Haushalte werden jetzt belohnt.

Von Redaktion 28.05.2026, 10:45 Uhr

Stade/Landkreis. Biomüll-Ärger und kein Ende: Bei Kontrollen durch die Abfallberaterinnen des Landkreises in Stade-Bützfleth habe sich zwar gezeigt, dass sich die Qualität der Bioabfälle im Landkreis insgesamt verbessert habe, teil der Landkreis mit. Aber: „In den Biotonnen befinden sich aber immer noch zu viele Fehlwürfe“, klagt Abfallberaterin Gabriele Mahr.

Beispiele gefällig: Neben Asche, Hundekot, Glas, Alufolie, Kunststoffverpackungen und Zigarettenkippen wurden auch wieder zahlreiche „kompostierbare“ Biobeutel, die im Landkreis Stade bereits seit Anfang 2024 nicht mehr erlaubt sind, gefunden.

Ärgernis 1: Diese Biobeutel sind im Landkreis seit 2024 verboten.

Ärgernis 1: Diese Biobeutel sind im Landkreis seit 2024 verboten. Foto: Landkreis Stade/Abfallberatung

Da diese Biobeutel sich in den Kompostierungs- und Vergärungsanlagen nicht schnell genug zersetzen, müssten sie in den Anlagen aufwendig aussortiert werden. Weiterhin erlaubt ist die Nutzung von Papiertüten. Außerdem können Zeitungspapier oder Haushaltstücher zum Einwickeln feuchter Abfälle genutzt werden.

Ärgnis 2: Zigarettenkippen und auch Asche gehören nicht in den Biomüll.

Ärgnis 2: Zigarettenkippen und auch Asche gehören nicht in den Biomüll. Foto: Landkreis Stade/Abfallberatung

Tonnen nicht geleert: Wann ein Bußgeld droht

13 von 148 Biotonnen wurden jetzt in Stade-Bützfleth wegen der Fehlwürfe nicht geleert. Das entspricht einem Anteil von rund 9 Prozent. Mit einem Hinweiszettel wurden die Haushalte, unter anderem im Mühlenweg, aufgeklärt.

Ärgernis 3: Plastiktüten im Biomüll sind mehr als frech - gefunden im Mühlenweg in Stade-Bützfleth.

Ärgernis 3: Plastiktüten im Biomüll sind mehr als frech - gefunden im Mühlenweg in Stade-Bützfleth. Foto: Landkreis Stade/Abfallberatung

Der Landkreis droht: Bei den nächsten Sichtkontrollen werden bei Fehlbefüllung der Biotonnen Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

„Biotoni“: Landkreis belohnt Haushalte

Das TAGEBLATT berichtet seit dem Jahr 2022 regelmäßig über Kontrollen und Fehlwürfe. Die Quoten an beanstandeten und nicht geleerten Tonnen beliefen sich je nach Kontrollort zwischen 4 und in Extremfällen knapp 20 Prozent - jede fünfte Tonne. Im Landkreis wurden Bürger mit einer großangelegten Biomüll-Kampagne sensibilisiert. Name: „Tatort Biotonne“.

Neu ist jetzt - vier Jahre nach Beginn der Kampagne: Haushalte mit „besonders vorbildlich befüllter Tonne“, wie der Landkreis schreibt, werden mit einem „Biotoni“ belohnt. Das ist ein Vorsortierbehälter für Bioabfälle für die Küche. Die 5-Liter-Behälter sind geruchs- und fliegendicht - und spülmaschinenfest.

Tag der Biotonne: Immer noch zu viele Fehlwürfe im Biomüll

Für die Kontrollen in der Vergangenheit hätten Anwohner großes Verständnis gezeigt, berichtete der Landkreis zuvor. Manche beklagten allerdings, dass Spaziergänger Müll und Hundekotbeutel in ihren Biotonnen entsorgten.

„Organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz oder Gartenabfälle sind wertvolle Rohstoffe, aus denen Kompost oder Biogas gewonnen werden können“, sagt Abfallberaterin Mahr. „Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung ist jedoch eine konsequente und richtige Abfalltrennung.“

Auch die Gesetzeslage hat sich zuletzt verschärft. (tip)

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J
Jochen Mextorf
28.05.202609:40 Uhr

Sinnlose Strafandrohungen. Großraumbehälter sind nicht zu überwachen (Täter), die anderen Behälter sind ohne Schloss nicht gerichtsfest. Weiter mit den sinnlosen Drohungen. Vor 25 Jahren (Tageblatt) war das Problem schon in der Diskussion. Ergebnislos.

D
Dieter Middeke
28.05.202607:57 Uhr

Kleiner Hinweis an "Redaktion" zum ersten Absatz: Aber: „In den Biotonnen befinden aber immer noch zu viele Fehlwürfe befinden“, klagt Abfallberaterin Gabriele Mahr. Da wurde nicht Korrektur gelesen?

Inhaltlich ein aufschlussreicher Artikel, der aber auch schon im vorletzten Absatz darauf hinweist, dass ein Fremdeinwurf zu einer Fehlbefüllung führt. Das passiert gern, wenn die Tonnen am Abstell- oder Sammelplatz zur Abholung bereitstehen und es dort, natürlich unbeaufsichtigt, zu nicht erlaubten Einwürfen kommt. Bei der Mülltonne nicht so schlimm, aber bei Papier- und Biotonne ärgerlich. Aber was kann denn der Hauseigentümer da machen? Beweisfoto nach dem Bereitstellen fertigen? Wird sicher nicht zum Ziel führen. Und öffentliche Kameras sind verboten. Ähnliche Problematik habe ich gerade gestern von einem Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit Großraumbehältern gehört. Da kommt oft hinzu, dass gern unerlaubt Müll auf den zwar umzäunten, aber unbeaufsichtigten Sammelplätzen landen.

T
Tim Parge antwortete am
28.05.202608:08 Uhr

Moin Herr Middeke,
der Schreibfehler wurde korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis. Es grüßt, TAGEBLATT online

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