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Kolumbianer lebt seinen Traum vom Wacken Open Air

Andrés Urbano (zweiter von links) und seine Freunde aus Kolumbien feiern auf dem Wacken Open Air.

Andrés Urbano (zweiter von links) und seine Freunde aus Kolumbien feiern auf dem Wacken Open Air. Foto: Frank Molter/dpa

Andrés Urbano lebt rund 12.000 Kilometer entfernt von Wacken - in Buenos Aires. Was treibt ihn immer wieder aufs Metal-Festival und warum ist es für den Kolumbianer wie eine Religion?

Von dpa 30.07.2026, 18:00 Uhr
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Wacken. Das Heavy-Metal-Festival lockt auch Fans von anderen Kontinenten ins schleswig-holsteinische Wacken. Für die Menschen in Lateinamerika sei das Wacken Open Air (W:O:A) „ein Traum, den wir versuchen, Wahrheit werden zu lassen“, sagt Andrés Urbano. „Es ist ein bisschen schwierig, weil es sehr teuer ist.“ Das Lohnniveau sei in Südamerika nicht so hoch wie in Europa.

Der 40-Jährige kam 2017 das erste Mal zum Festival in die norddeutsche Tiefebene. Nun ist er bereits das fünfte Mal in Wacken. Bereits in jungen Jahren habe er von dem Festival geträumt, sagt Urbano. Als er es vor neun Jahren dann erstmals nach Wacken schaffte, sei er sehr froh gewesen.

Auf dem Festival habe er damals schnell realisiert, dass ihm ein Besuch nicht reiche, sagt der Metalfan. „Also machte ich es wieder und wieder und wieder.“ Er liebe diesen Ort. Das Vergnügen und der Stolz hier zu sein, seien es wert. Der Kolumbianer lebt im argentinischen Buenos Aires und verdient sein Geld als Software-Entwickler.

Das Spezielle

Speziell machten Wacken nicht nur die Bands, die dort spielten, sagt Urbano. Das Line-Up sei in manchen Jahren besser, in anderen schlechter. „Aber diese Erfahrung, dieses Treffen, dieses Zusammenkommen mit all den Leuten – man trifft Menschen aus der ganzen Welt: aus Europa, aus anderen Teilen Lateinamerikas, aus Asien, aus Australien. Und es spielt keine Rolle, wer man ist. Ob man einen bedeutenden Beruf hat oder was auch immer, ob man reich ist oder nicht. Was zählt ist, dass man Heavy Metal liebt und hier gemeinsam mit all den Metalheads Spaß hat. Es ist wie eine Familie.“ Es sei irgendwann wie eine Religion, habe einer seiner Freunde gesagt.

Urbano ist bereits das fünfte Mal in Wacken.

Urbano ist bereits das fünfte Mal in Wacken. Foto: Frank Molter/dpa

Seine Frau sei ok mit seiner Leidenschaft für Metal und den Reisen nach Wacken, sagt Urbano. „Sie sagt, ich solle es genießen.“ Ihr gefalle die Musik zwar nicht, aber sie wisse von seiner Leidenschaft. Sie sage: „Geh hin, genieß es, aber komm zurück.“

Urbano besucht nicht nur das Festival mit Freunden aus Kolumbien, sondern bleibt für mehrere Wochen in Europa. Ob er ein sechstes Mal nach Wacken reisen wird? „Ich sage immer: Das ist mein letztes Mal, das ist der letzte Tanz. Aber hier bin ich wieder, und ich hoffe, wiederzukommen.“ Er wisse aber nicht, ob schon 2027 oder in zwei Jahren.

Stars des 35. Festivals sind Bands wie Def Leppard oder Judas Priest, Sabaton oder Powerwolf. Das W:O:A ist mit 85.000 Besuchern ausverkauft.

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