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Toter Wal auf Sylt

Labor-Ergebnisse liefern Hinweise zum Leben des Sylt-Wals

Die wertvollen Zähne des Pottwals sind im jetzt auf Sylt ausgestellten Unterkiefer durch Kunstzähne ersetzt, um Diebstahl vorzubeugen.

Die wertvollen Zähne des Pottwals sind im jetzt auf Sylt ausgestellten Unterkiefer durch Kunstzähne ersetzt, um Diebstahl vorzubeugen. Foto: Lea Albert/dpa

Einen tonnenschweren Pottwal-Kadaver bargen Experten im Februar 2025 in Hörnum auf Sylt. Proben des Tieres wurden im Labor analysiert - mit spannenden Befunden zur Gesundheit des Meeressäugers.

Von dpa Sonntag, 15.02.2026, 04:35 Uhr

Sylt/Büsum/Cuxhaven/Ahrenshoop. Die Untersuchung von Proben eines vor einem Jahr auf Sylt tot geborgenen Pottwals liefern neue Einblicke in die Lebensweise des Tieres und dessen Gesundheit.

In einem der vier Mägen fanden die Tierärztinnen und Tierärzte Reste seiner letzten Mahlzeiten – „darunter Fischbestandteile und mehrere Tintenfischschnäbel“, sagte Joseph Schnitzler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Parasiten im Fettgewebe des Sylt-Wals

Im Unterhautfettgewebe ist demnach ein Parasitenbefall sowie ein leichter Befall des Darms festgestellt worden. „Aufgrund des bereits weit fortgeschrittenen Verwesungszustands sowie der Bergungs- und Zerlegearbeiten konnten viele innere Organe jedoch nicht mehr zuverlässig beurteilt werden“, sagte der Experte. Dennoch liefern die Befunde demnach wertvolle Hinweise zum Leben dieses Tieres und tragen dazu bei, das Vorkommen und die Gesundheit von Pottwalen in der Nordsee besser zu verstehen.

Das ITAW-Team hatte Proben genommen, die im rund 70 Kilometer von der Insel entfernte Büsum (Kreis Dithmarschen) sowie in Belgien an der Universität Lüttich analysiert wurden. Daran beteiligt waren auch Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Sylt-Wal vermutlich erstickt

Vermutlich erstickte der geborgene Pottwal laut Schnitzler an seinem eigenen Gewicht. Tidengewässer seien Phänomene, die die gigantischen Tiere nicht kennen. Wenn ein Pottwal auf Grund liege, werde er von seinem eigenen Körpergewicht erdrückt. „Eine eindeutige Todesursache ließ sich aufgrund des stark fortgeschrittenen Verwesungszustands nicht mehr feststellen.“

Der tonnenschwere und rund 14,3 Meter langer Walbulle war am 17. Februar 2025 vor Hörnum aus der Nordsee an Land gezogen und anschließend zerteilt worden. Zwei Tage hatten Fachleute den toten Meeressäuger geborgen und zerlegt. Zahlreiche Schaulustige hatten trotz des erbärmlichen Gestanks die Aktion am Strand nahe des Hörnumer Hafens verfolgt.

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