Tschentscher und Günther gemeinsam in Danzig
Die beiden Nord-Regierungschefs wollen auch die Kooperation der Häfen im Ostseeraum stärken. Foto: Martin Fischer/dpa
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther starten ihre Auslandsreise in Danzig. Im Fokus: Zusammenarbeit im Ostsee-Raum.
Danzig. Zum Auftakt einer gemeinsamen Reise nach Polen und ins Baltikum sind Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Danzig (Gedansk) eingetroffen. In der größten polnischen Hafenstadt und Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern standen politische Gespräche mit der Regierungs- und Verwaltungsspitze auf dem Programm.
Im Mittelpunkt dabei: die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Ostsee-Raum und die Kooperation zwischen den polnischen und den Häfen von Hamburg und in Schleswig-Holstein.
Die erste gemeinsame Auslandsreise der beiden Nord-Regierungschefs findet angesichts der im Ostseeraum verschärften Spannungen mit Russland statt. Weitere Stationen sind in den kommenden Tagen die litauische Hauptstadt Vilnius und Riga in Lettland.
Tschentscher und Günther wollen sich auf der Reise für eine stärkere Zusammenarbeit im Ostsee-Raum in den Bereichen maritime Wirtschaft, Cybersicherheit und Verteidigung einsetzen.
Tschentscher und Günther von Pilotenstreik betroffen
Begleitet werden sie von Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke sowie Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (beide CDU) und Hamburgs Außen-Staatsrätin Liv Assmann (SPD). Neben einer Delegation aus Wirtschaft und Wissenschaft beider Länder nehmen auch Abgeordnete der Landesparlamente an der Reise teil - insgesamt rund 60 Personen.
Auf ihrer Anreise waren die Regierungschefs vom Pilotenstreik bei der Lufthansa betroffen. Um sicher nach Danzig zu gelangen, waren Tschentscher und Günther kurzfristig auf eine nicht bestreikte Airline umgebucht worden. Das Gros der Delegation flog hingegen trotz des Arbeitskampfes mit einer Lufthansa-Maschine über Frankfurt hinterher.
„Wir sind direkt geflogen, konnten also später los als alle anderen und waren dafür auch rechtzeitig hier“, sagte Günther.
Günther: Erste gemeinsame Reise zweier Regierungschefs
Er sprach von der ersten Delegationsreise zweier Bundesländer in Begleitung der beiden Regierungschefs. „Aber wir arbeiten ja ohnehin Hand in Hand an vielen Projekten.“ Die Reise nach Polen und ins Baltikum sei prädestiniert als erstes gemeinsames Unterfangen dieser Art, „weil wir im Ostseeraum eine Menge Themen haben, die wir auch gemeinsam anschieben können“, sagte Günther. Hamburg und Schleswig-Holstein hätten „ähnliche Stärken“.
Gerade bei großen Investments werde nicht in Ländergrenzen entschieden, sagte Tschentscher. „Insofern können wir auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gemeinsam stärker wirken“. Gleiches gelte für die gemeinsamen Interessen im Ostseeraum. „Also es ist auch sehr naheliegend, dass wir uns in diesen Themen gemeinsam jetzt informieren und austauschen.“