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Über 10.000 Euro weg: Falsche Polizeibeamte erbeuten Gold und Schmuck

Zwei falsche Polizisten haben sich Zutritt zur Wohnung eines Senioren verschafft.

Zwei falsche Polizisten haben sich Zutritt zur Wohnung eines Senioren verschafft. Foto: Marijan Murat/dpa

Ein Senior ist im Landkreis Harburg auf einen Schockanruf hereingefallen. Weil in seiner Nachbarschaft ein Überfall stattgefunden habe, ließ er zwei Männer in sein Haus.

Von dpa Donnerstag, 22.01.2026, 05:50 Uhr

Fleestedt. Immer wieder kommt es zu Betrugsversuchen durch falsche Polizeibeamte. Häufig erkennen die Angerufenen die Masche und brechen das Gespräch ab. Wie die Polizeiinspektion Harburg berichtet, seien am Montagabend alleine fast 30 Anrufe von Menschen bei der Polizei in Tostedt eingegangen, die einen Betrugsversuch melden wollten.

Am Dienstag seien die Täter dann erfolgreich gewesen. In Fleestedt klingelte am späten Nachmittag das Telefon eines Seniors. „Auf dem Display wurde die Nummer 110 angezeigt“, sagt Polizeihauptkommissar Jan Krüger.

Senior lässt zwei Männer in seine Wohnung

Im Telefonat habe der angebliche Polizeibeamte geschildert, dass es in der Nähe der Wohnanschrift zu einem Überfall gekommen sei, und man nun befürchte, dass es auch bei dem Angerufenen zu einer Tat kommen könne. Man habe ein Codewort vereinbart, mit dem sich die angeblichen Beamten in Zivil gleich gegenüber dem Angerufenen zu erkennen geben wollten, um in der Wohnung des Mannes nach dem Rechten zu sehen.

„Kurz nach dem Telefonat stand dann ein circa 20-jähriger Mann vor der Tür und nannte das Codewort“, so Krüger. Ein circa 45-jähriger Mann kam wenig später hinzu. Die beiden falschen Polizeibeamten hätten den Mann über eine Stunde lang in ein Gespräch verwickelt und überprüft, ob in der Wohnung alles in Ordnung sei.

Falsche Polizisten erbeuten Goldmünzen und Schmuck - und manipulieren das Telefon

Nachdem sie die Wohnung verlassen hatten, habe der Senior bemerkt, dass es sich um Betrüger gehandelt haben könnte. Daraufhin habe er festgestellt, dass sie Goldmünzen und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro mitgenommen hatten. „Weil die Täter vermutlich auch das Telefon des Mannes manipuliert hatten, konnte er die richtige Polizei erst mit einigem zeitlichen Verzug informieren“, sagt Krüger.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass es keine telefonischen Kontaktaufnahmen gibt, um vor bestehenden Straftaten zu warnen oder Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen. Insbesondere wird bei Anrufen durch die Polizei nicht die Nummer 110 im Display angezeigt. Im Zweifelsfall sollte das Gespräch beendet und die örtliche Polizei unter der bekannten Rufnummer oder über den Notruf kontaktiert werden.

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