„Massive Aggression“: Polizeikontrolle in Stade eskaliert
Gewalt gegen Einsatzkräfte: Ein Mercedes-Fahrer attackiert und beleidigt im Stader Stadtteil Hohenwedel Beamte massiv. Das hat Konsequenzen für den 20-Jährigen.
Stade. In Stade hat sich ein aggressiver Mercedes-Fahrer gegen eine Verkehrskontrolle gewehrt und Polizisten attackiert.
Am Dienstagabend gegen 18 Uhr sei eine Streifenbesatzung im Breite-Blöcken-Ring auf einen Mercedes aufmerksam geworden, dessen Kennzeichen bereits am Vortag amtlich entstempelt worden waren, berichtet Polizeisprecher Matthias Bekermann am Mittwoch.
Die Beamten hätten das Fahrzeug gestoppt, um die Insassen zu kontrollieren. Am Steuer des nicht zugelassenen Pkw saß ein 23-jähriger Stader; auf dem Beifahrersitz der 20-jährige Fahrzeughalter.
20-Jähriger bedroht und beleidigt Stader Polizisten
„Was als Feststellung eines Kennzeichenmissbrauchs begann, schlug durch das Verhalten des 20-jährigen Heranwachsenden in massive Aggression um“, so Bekermann. Der junge Stader habe sich nicht nur geweigert, seine Personalien anzugeben, er habe die Beamten auch von Beginn bedroht und beleidigt.
Da der 20-Jährige keine Ausweisdokumente dabei hatte und sein aggressives Verhalten trotz mehrfacher Ansprache nicht einstellte, wollten die Polizisten ihn zur Identitätsfeststellung zur Dienststelle bringen. Dagegen wehrte er sich mit aller Kraft.
Massiver Widerstand und gezielte Kopfstöße gegen Beamte
Der Mann wurde den Angaben nach zunächst mit Handfesseln fixiert. Doch auch diese Maßnahme habe ihn nicht zur Einsicht bewegen können: Beim Versuch, ihn in den Streifenwagen zu setzen, leistete er erneut massiven Widerstand und versuchte mehrfach, die Beamten durch gezielte Kopfstöße zu verletzen.
Erst nachdem die Polizisten den Angreifer zu Boden gebracht hatten, habe sich die Situation allmählich beruhigt, und der Mann habe kooperiert. Bei der Auseinandersetzung wurde niemand verletzt.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Identitätsfeststellung auf der Dienststelle wurde der 20-Jährige entlassen.
Welche Strafe den renitenten 20-Jährigen erwartet
„Ihn erwarten nun strafrechtliche Ermittlungen wegen Beleidigung, Bedrohung sowie tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte“, sagt der Polizeisprecher.
Gegen den 23-jährigen Fahrer des Mercedes sei zudem ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs eingeleitet worden.
Immer wieder Gewalt gegen Polizisten im Kreis Stade
Dass Polizeibeamte im Landkreis Stade bei Einsätzen zur Zielscheibe von Gewalt werden, kommt immer wieder vor. Dass die Angriffe zugenommen haben, kann Polizeisprecher Rainer Bohmbach auf TAGEBLATT-Nachfrage nicht bestätigen.
Im Jahr 2024 gab es demnach 28 Vorfälle, 2023 waren es 43. „Es ist ein Auf und Ab“, sagt Bohmbach. Was Bohmbach grundsätzlich feststellt, ist eine zunehmende Distanz- und Respektlosigkeit, mit denen Polizisten im Einsatz begegnet werde.
Polizei Stade verzeichnet 28 Angriffe in 2024
Bei den Delikten aus dem Jahr 2024 handelte es sich hauptsächlich um tätliche Angriffe gegen Beamte gehandelt (26 Fälle); zwei Mal kam es zu Körperverletzungen; die betroffenen Polizisten seien laut Bohmbach jedoch nicht längerfristig ausgefallen.
Typische Einsätze, bei denen Polizisten attackiert werden, seien zum Beispiel bei Streitigkeiten, alkohol- beziehungssweise rauschmittelbedingten Straftaten sowie bei häuslicher Gewalt.
Polizisten haben im Falle eines Angriffs nur Sekunden, um zu reagieren
Wie reagiert man als Polizist in so einem Fall? Schließlich spielt sich so ein Angriff binnen Sekunden ab. „Wir versuchen, erst gar nicht in so eine Situation zu kommen - oder uns zu schützen“, sagt der Polizeisprecher. Alle Kollegen seien mit Schutzweste ausgestattet; zudem seien auch sogenannte Bodycams im Einsatz, die das Geschehen dokumentieren.
Zudem absolvierten Polizisten während der Ausbildung spezielle Trainings, die auch während des Ausübung des Berufs regelmäßig wiederholt würden. „Eigensicherung steht ganz weit oben. Auf sich selbst aufpassen und auf seine Kollegen.“ (fe/vdb/pm)
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