Hitze-Höhepunkt

Großer Knall? Nächste Extremwetter-Warnung für Kreis Stade

Das Wochenende bringt den Höhepunkt der Hitzewelle, ab Montag wird es deutlich kühler in Niedersachsen. (Symbolbild)

Das Wochenende bringt den Höhepunkt der Hitzewelle, ab Montag wird es deutlich kühler in Niedersachsen. (Symbolbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Der Landkreis erlebt an diesem Wochenende Hitze, tropische Nächte und nun noch eine Unwettergefahr. Wann es laut Experten „knallen“ soll.

Von Redaktion 27.06.2026, 15:05 Uhr

Niedersachsen und Bremen steuern auf den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle zu. Am Sonnabend würden im Binnenland verbreitet Temperaturen zwischen 34 und 39 Grad herrschen, vereinzelt seien im Osten sogar bis zu 40 Grad möglich, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Doch mit der drückenden Hitze wächst auch die Unwettergefahr.

Im Landkreis gilt eine amtliche Warnung vor extremer Hitze - Höchststufe 3.

Gewitterrisiko steigt

Ab dem Nachmittag steigt das Risiko kräftiger Gewitter, die örtlich unwetterartig ausfallen können. Besonders am Nachmittag und Abend rechnen Meteorologen lokal mit Unwettern.

Konkret gilt folgende DWD-Vorabwarnung für den Landkreis Stade:

  • Gültig nach aktueller Prognose:
    Sonnabend, 21 Uhr, bis Sonntag, 8 Uhr.
  • Vor allem in der zweiten Nachthälfte könnte ein größerer Gewitterkomplex aus Südwesten über Niedersachsen ziehen.

Dabei werden erwartet:

  • Sturmböen bis 100 km/h (Bft 10), vereinzelt sogar Orkanböen bis 120 km/h (Bft 12);
  • Heftiger Starkregen mit bis zu 30 l/m² in kurzer Zeit, örtlich auch bis zu 50 l/m² innerhalb weniger Stunden;
  • Großer Hagel mit Korngrößen von bis zu 4 cm.

Wichtig: Es handelt sich derzeit um eine Vorabinformation. Sie solle frühzeitig auf eine mögliche Unwetterlage hinweisen. Die genaue Entwicklung könne sich noch ändern.

Wochenbeginn deutlich milder

Auch am Sonntag bleibt es schwülheiß. Je nach Region werden 30 bis 37 Grad erreicht, auf den Inseln um 28 Grad. Im Laufe des Nachmittags steigt das Risiko neuer Gewitter, örtlich erneut mit Unwetterpotenzial. Gegen Abend sind vor allem im Süden des Landes größere Gewitterentwicklungen möglich.

Erst zum Wochenbeginn entspannt sich die Wetterlage. Am Montag gehen die Temperaturen deutlich zurück. Während im Südosten noch Schauer und Gewitter auftreten können, zeigt sich das Wetter in der Nordwesthälfte meist freundlich. Die Höchstwerte liegen dann nur noch zwischen 23 und 28 Grad, auf den Inseln um 20 Grad. Mit Tiefstwerten unter 20 Grad endet in weiten Teilen Niedersachsens auch die Serie tropischer Nächte.

Man gewöhnt sich an alles? An Hitze nur begrenzt

Können wir Menschen uns an Hitze gewöhnen? Dem Wetterdienst zufolge gibt es einen gewissen Anpassungseffekt – aber der hat Grenzen. „Innerhalb einer Hitzewelle wird es für den Menschen von Tag zu Tag, je länger die Hitzewelle andauert, eher belastender“, erklärt die DWD-Medizin-Meteorologin Kathrin Graw im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Vor allem, wenn auch die Erholung in der Nacht fehlt, wenn die Nächte ebenfalls warm bleiben und sich dadurch die Schlafqualität verschlechtert, dann kann die Hitze am nächsten Tag schlechter verkraftet werden.“

Auch die Gefahr tödlicher Hitzefolgen steigt mit der Dauer einer Hitzewelle, wie der DWD in einer Studie ermittelt hat. „Je länger die Hitze anhält, desto mehr Menschen sterben“, betont Graw. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen stürben etwa bis zu 18 Prozent mehr Menschen am elften sowie zwölften Tag einer Hitzewelle verglichen mit Zeiträumen ohne Hitze. An den ersten Tagen einer Hitzewelle liegt die hitzebedingte Übersterblichkeit dieser Gruppe bei 8,5 Prozent.

Gewisse Anpassung ist möglich

Dennoch sei der Mensch in der Lage, sich im Laufe eines Sommers etwas an Hitze anzupassen, erklärt die Medizin-Meteorologin. Dies berücksichtige der DWD bei seinen Warnungen: Der Schwellenwert, ab dem Hitzewarnungen herausgegeben werden, ist demnach am Anfang des Sommers oder nach einer kühleren Phase niedriger als am Ende des Sommers. So liege die Schwelle für Warnstufe 1 üblicherweise bei 32 Grad gefühlter Temperatur. Sie könne am Anfang des Sommers sowie in Norddeutschland auch darunter liegen, jedoch auch auf bis zu 34 Grad gefühlter Temperatur ansteigen.

Durch die Klimakrise werden Hitzewellen in Deutschland häufiger und intensiver. Lernt unser Körper auch langfristig, besser damit zu leben? Laut Graw gibt es hierfür gewisse Hinweise, die aber ebenfalls sehr begrenzt sind. „Im Süden leben die Menschen schon länger mit Hitze“, so die Expertin. Die hitzebedingte Sterblichkeit liege im Süden etwas unter jener im Norden und in der Mitte Deutschlands.

„Die langfristige Anpassung an höhere Temperaturen wird aber auch nicht unbegrenzt möglich sein. Vor allem nicht, wenn die Änderungen an die sich der Körper anpassen muss, sehr schnell ablaufen“, warnt Graw. „Der Temperaturanstieg durch den Klimawandel hat sich in den letzten Jahren ja leider beschleunigt.“ Besonders für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen ist Hitze eine gesundheitliche Gefahr. (dpa/tip)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel