Gefährlicher Riesenbärenklau breitet sich im Norden aus
Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt, stammt laut Nabu ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde in die europäischen Länder als Gartenpflanze eingeführt. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Die in großen Dolden blühenden Pflanzen können bei Kontakt zu Verbrennungen und Entzündungen führen - teilweise auch zu Atemnot. Vielerorts im Norden wird die invasive Pflanze daher bekämpft.
Hamburg/Schwerin/Kiel/Hannover. Riesenbärenklau wächst entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf Feldern, in Wäldern oder sogar im eigenen Garten. Im Mai treiben vielerorts in Deutschland zahlreiche Vorkommen der sogenannten Herkulesstaude aus. Die harmlos aussehenden und in großen Dolden blühenden Pflanzen können für Menschen aber gefährlich sein.
Kommt die Haut mit dem Pflanzensaft in Berührung, kann dieser unter Einwirkung von Sonnenlicht aggressiv reagieren und zu schmerzhaften Verbrennungen und Entzündungen führen. Auf Sylt werden jetzt zahlreiche dieser invasiven Pflanzen an Gehwegen und Plätzen entfernt oder gerodet. Auch anderswo im Norden gehen die Städte und Gemeinden gegen die invasive Pflanze vor.
Hamburg: Pflanzen an Wegen und in Parks werden entfernt
Der Riesenbärenklau kommt auch in Hamburg vor - Schwerpunkte gibt es demnach bei der Verbreitung von Einzelpflanzen nicht, teilte ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur mit. „Durch die Bekämpfung sind die Standorte von Einzelpflanzen meist unbeständig.“
Pflanzen die ein Gesundheitsrisiko auf öffentlichem Grund darstellen - beispielsweise an Wegen oder in Parks - werden demnach von den zuständigen Bezirken vollständig entfernt. In Naturschutzgebieten, wie im Moorgürtel, gibt es mehrjährige Maßnahmen, um Bestände des Riesenbärenklau aus naturschutzfachlichen Gründen zu entfernen.
Schleswig-Holstein: Pflanzen von der Elbe bis zur dänischen Grenze
In Schleswig-Holstein ist der Riesenbärenklau flächendeckend verbreitet, von der Elbe bis zur dänischen Grenze, teilte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt Schleswig-Holstein mit.
„Naturschutzfachlich wird die Art dann zum Problem, wenn sie einheimische Arten oder naturnahe Ökosysteme beeinträchtigt.“ Die Pflanze bilde mit der Zeit große Monokulturbestände und verdrängt einheimische Arten. Zudem sei die „Art stark phototoxisch und kann daher eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit darstellen“.
Insbesondere an öffentlichen Plätzen - wie Spielplätze, Radwege, Naherholungsflächen, Parks - sind daher die Ordnungsämter der Gemeinden, beziehungsweise die zuständigen Behörden dafür zuständig, den Riesenbärenklau zu beseitigen. „Es ist sehr wichtig, dass die effektivsten Beseitigungsmaßnahmen durchgeführt werden - dann lässt sich der Riesenbärenklau dauerhaft und vollständig entfernen“, teilte die Sprecherin mit.
Für kleine Vorkommen eignet sich das Abstechen der Wurzelknolle, bei größeren Beständen sei das Abschlagen der Blütendolden in der Hauptblüte, kurz vor der Samenreife die effektivste Methode.
Mecklenburg-Vorpommern: Ausbreitung auf mehreren Hektar
„In Mecklenburg-Vorpommern ist Riesenbärenklau als invasive eingewanderte (neophytische) Art ein dauerhaftes ökologischen und gesundheitliches Problem“, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Schwerin mit.
Die Pflanze sei im ganzen Land verbreitet und bilde zahlreiche kleine bis mehrere Hektar große Vorkommen. „Einzelvorkommen mit wenigen Pflanzen ist sofort Einhalt zu gebieten und größere Vorkommen sind unter Einbeziehung der betroffenen Eigentümer und Nutzer zu begrenzen und zu managen“, heißt es von der Behörde.
Zur Eindämmung der Art wird im Nordosten „ein aktives Management betrieben“, heißt es. Zur Eindämmung sei bereits 2017 in einem Länder-Arbeitskreis Maßnahmen zusammengefasst, um die Bevölkerung aufklären und bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützen.
Niedersachsen: Pflanzen Problem für öffentliche Sicherheit
Der Riesenbärenklau kommt flächendeckend in ganz Niedersachsen vor, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Naturschutz der dpa mit. Jedes Jahr wird Riesenbärenklau in Naturschutzgebieten demnach wieder beseitigt. Bestände an öffentlichen Plätzen sind oft ein Problem für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Je nach Größe des Bestandes, der Bodenbeschaffenheit und der Lage werden die Pflanzen hier ausgegraben, Blüten und Samenstände entfernt und abgeschnitten oder die Pflanzen komplett abgemäht.
Bremen: Riesenbärenklau besonders oft an Flüssen
Der Riesenbärenklau kommt in Bremen „insbesondere entlang der Weser, der Lesum und der Schönebecker Aue vor“, teilte eine Sprecherin des Bremer Umweltsenats der dpa mit. Auch in Bremerhaven wird die Pflanze demnach stellenweise als problematisch eingestuft.
„Der Riesen-Bärenklau breitet sich vor allem auf Brachen, an Straßenrändern sowie teilweise in Auwäldern und Hochstaudenfluren aus.“ Dort kann die Pflanze heimische Arten verdrängen und lokale Ökosysteme beeinträchtigen.
Der Riesenbärenklau wird laut Sprecherin in der Hansestadt von den jeweiligen Unterhaltungsträgern gezielt eingedämmt, speziell an stark frequentierten öffentlichen Bereichen und am Weserufer. „Kleine Pflanzen werden zum Beispiel ausgestochen, größere Bestände vor der Fruchtbildung gemäht und entsorgt.“ In Schutzgebieten wird der Riesenbärenklau weitestmöglich eingedämmt oder entfernt, wenn Gefahr für die Biodiversität besteht.