Wieder E-Scooter-Ärger in Stade – 19-Jähriger schlägt mit Kopf auf
Die Wucht die Aufpralls des 19-Jährigen ist auf der Windschutzscheibe des Opel Astra gut zu erkennen. Foto: Polizei Stade
Eine Unachtsamkeit, eine verbotene Zweier-Combo und eine Fahrweise, die einen Verdacht weckt: Für vier Stader auf dem E-Scooter ging es am Mittwoch ins Elbe Klinikum.
Stade. Beinahe täglich gibt es von Polizei und Rettungsdienst neue E-Scooter-Vorfälle zu vermelden. Erst am Montag war eine 82 Jahre alte Fußgängerin nach einer Kollision mit einem 14-jährigen E-Scooter-Fahrer in Buxtehude schwer verletzt worden. Am Mittwochabend wurde ein 19-jähriger Stader auf einem E-Scooter regelrecht zum Geschoss.
Wie Stades Polizeisprecher Matthias Bekermann berichtet habe der junge Mann mit seinem Roller die Straße Am Hinterdeich in Richtung Gründeicher Straße in Stade befahren. „Als er diese überqueren wollte, übersah er den vorfahrtberechtigten Opel Astra einer 34-jährigen Staderin, die aus Richtung Jorker Straße kam“, so Bekermann.
Der junge Mann wurde von der Opfel-Fahrerin erfasst und schlug bei dem Zusammenprall den Angaben zufolge mit dem Kopf auf die Windschutzscheibe.
Immer wieder Ärger
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Bilanz 2025: Nur zwei Schwerverletzte im Kreis Stade
Bekermann: „Der 19-Jährige wurde vom Rettungsdienst in das Stader Elbe Klinikum gebracht. Die Verletzungen gingen offenbar noch einmal glimpflich aus.“ Nach einer Nacht zur Beobachtung habe der Stader aus dem Krankenhaus entlassen werden können. Laut Polizei seien Pkw (Windschutzscheibe) und E-Scooter beschädigt worden.
Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr 2025 waren landkreisweit nur 86 E-Scooter-Unfälle mit zwei Schwerletzten (und 47 leichtverletzten Menschen) gezählt worden. Die Unfallzahlen nehmen dabei von Jahr zu Jahr stetig zu. Laut Statistik waren bei der Hälfte der Unfälle im Kreis Stade Minderjährige beteiligt.
Jugendliche rauschen Pkw in Stade in die Seite
Erst am Vormittag waren ein 15-Jähriger und seine gleichaltrige Mitfahrerin in Stade verletzt worden. Sie waren verbotenerweise zu zweit auf dem E-Scooter in Richtung Hansestraße unterwegs; der Junge am Lenker. Gleichzeitig befuhr laut Polizei gegen 10.20 Uhr ein 70-jähriger Mann aus Oldendorf mit seinem Smart die Freiburger Straße in Richtung Hansestraße.
„Er befand sich mit seinem Pkw bereits auf dem dortigen Fußgängerüberweg, als der E-Scooter in seine rechte Fahrzeugseite prallte“, berichtet Bekermann zum Unfallhergang. Demnach habe der junge E-Scooter-Fahrer ohne abzubremsen nach links gelenkt, um die Freiburger Straße zu queren.
15-Jährige wird stationär im Elbe Klinikum aufgenommen
Beide Jugendlichen verletzten sich bei dem Zusammenstoß und wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.
Während der 15-Jährige laut Polizeisprecher das Elbe Klinikum nach einer ambulanten Behandlung am selben Tag wieder verlassen konnte, sei das Mädchen stationär aufgenommen worden. Den Sachschaden an Smart und E-Roller schätzt die Polizei auf rund 4300 Euro.
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Fahrweise überführt betrunkenen E-Scooter-Fahrer in Stade
Gegen 20.40 Uhr am Mittwoch bemerkte zudem eine Stader Polizeistreife im Obstmarschenweg einen Mann auf einem E-Scooter, der beim Anhalten laut Mitteilung „erst einmal einen deutlichen Ausfallschritt machen musste, um das Gleichgewicht zu halten“. Anschließend habe der Fahrer „mit erheblich verwaschener Aussprache“ ein Gespräch mit einem Bekannten geführt.
Für die Beamten Verdachtsmomente genug, eine Kontrolle durchzuführen. Der Mann, ein 51-jähriger Stader, habe sofort eingeräumt, Alkohol getrunken zu haben. Die Rede sei von mehreren Getränken. Ein Atemalkoholtest ergab den Angaben zufolge einen Wert von mehr als 1,5 Promille.
Polizeibericht auch an Führerscheinstelle
Ein Arzt im Elbe Klinikum entnahm dem 51-Jährigen schließlich eine Blutprobe. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet, „zudem ergeht ein entsprechender Bericht an die zuständige Führerscheinstelle“, sagt Polizeisprecher Bekermann.
Wie auch bei Autofahrern gilt bei der Nutzung der elektrischen Tretroller in Bezug auf Alkohol eine Grenze von 0,5 Promille.
Umfrage: Mehrheit will strengere Regeln für E-Scooter
Eine Mehrheit will nach einer Umfrage strengere Regeln für die Nutzung von E-Scootern. Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Sozialverbandes Vdk zeigen, dass 57 Prozent der Befragten zusätzliche Regulierungen bei der Nutzung von E-Scootern wollen. Für ein komplettes Verbot seien demnach weitere 18 Prozent, wie der Vdk mitteilte.
Etwa ein Drittel der Befragten (36 Prozent) sprach sich für eine „etwas stärkere“ Regulierung aus, zum Beispiel für feste Parkzonen für E-Scooter, während 21 Prozent sich sogar eine „deutlich stärkere“ Regulierung wünschen. Befragt wurden 2.234 Menschen über 18 Jahren im Januar dieses Jahres.
In Bezug auf Leih-Scooter berät der Bundestag aktuell in erster Lesung einen Gesetzentwurf, wie Vermieter und Fahrer stärker in die Pflicht genommen werden sollen. Der Sozialverband begrüße die geplanten Änderungen an den Haftungsregeln ausdrücklich. Unfallopfer und Geschädigte könnten aktuell nämlich oft keinen Anspruch auf Schadenersatz geltend machen. Dafür müssten sie ein Verschulden des Fahrers nachweisen. (tip/dpa)
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