Auflaufende Tide: Großeinsatz für Frau und zwei Pferde im Watt vor Cuxhaven
Ein Tierarzt untersuchte die Pferde nach der Rettung. Beide blieben unverletzt - wie die in Not geratene Besitzerin. Foto: Feuerwehr
Plötzlich galoppieren die Pferde vor Cuxhaven ins Watt. Die Besitzerin möchte ihre Tiere nicht allein lassen. Für die Retter beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Cuxhaven. Ein fast siebenstündiger Rettungseinsatz hat die Cuxhavener Wattretter am Donnerstag (23. Juli 2026) von 14.20 bis 21 Uhr in Atem gehalten. Zwei Reiterinnen und die Besitzerin zweier Pferde gerieten nahe der Rettungsbaken 7 und 8 in Not, nachdem die Tiere gescheut hatten und in die Weite des Watts galoppiert waren.
Pferde brechen aus ins Watt
Die beiden Reiterinnen und die Besitzerin waren nach Angaben der Berufsfeuerwehr Cuxhaven zu Fuß auf dem traditionellen Wattweg in Richtung der Insel Neuwerk unterwegs, als die Pferde aus bislang ungeklärter Ursache plötzlich scheuten. Beide Tiere flüchteten in Richtung Weser. Während die Besitzerin den Tieren sofort hinterhergelaufen sei, habe eine der Reiterinnen zügig reagiert und den Notruf abgesetzt. Mit der zweiten Reiterin habe sie ihren Weg Richtung Neuwerk zu Fuß fortgesetzt, während die Pferdehalterin im Watt geblieben sei.

Mit zunehmendem Wasserstand beginnt der Schnellbooteinsatz. Foto: Feuerwehr
Das spezielle Feuerwehr-Rettungsboot „Hein Wöbber“ wurde in einem Priel zu Wasser gelassen und steuerte eine Sandbank an. Der niedrige Wasserstand erschwerte das Vorankommen allerdings massiv. Die Wattretter mussten das Boot immer wieder unter vollem Körpereinsatz durch den Schlick schieben. Mit viel Geduld und guter Ortskenntnis gelang es schließlich, die Besitzerin der Pferde zu erreichen und an Bord zu nehmen. Von den Pferden fehlte zu diesem Zeitpunkt noch jede Spur.
Drohnentechnik des DLRG im Einsatz
Die Wende brachte der Einsatz der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Mithilfe einer hochmodernen Drohne orteten die Retter die Tiere aus der Luft und gaben die Position an die Einsatzleitung durch.

Mithilfe einer solchen Drohne fanden Kräfte der DLRG die Pferdebesitzerin und die zwei entlaufenen Pferde. Foto: Larschow
Die sichtlich beunruhigten Pferde hätten sich zwar in Richtung Cuxhaven bewegt, jedoch ständig unberechenbar die Richtung geändert und niemanden an sich herangelassen, teilt die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel mit.
Die rettende Taktik
Daher entschieden sich die Einsatzkräfte, die bereits gerettete Besitzerin der Pferde mit einem DLRG-Jet-Ski abzuholen und direkt zu den Pferden zu bringen. Der Plan ging auf: Kaum hörten die Tiere die vertraute Stimme ihrer Besitzerin, beruhigten sie sich und konnten eingefangen werden.
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Im Schlepptau des Jetskis und eskortiert von zwei Feuerwehrbooten begann der langsame Rückweg durch das tiefere Wasser in Richtung Duhnen. Auf Höhe des Ahoi-Schwimmbades erreichten Mensch und Tier schließlich das Ufer.
Positives Ende nach sieben Stunden
An Land wurden die laut Feuerwehr unverletzten, aber erschöpften Tiere sofort von einem Tierarzt versorgt. Zu Alter und Herkunft der Geretteten konnte die Berufsfeuerwehr Cuxhaven auf Nachfrage der „Cuxhavener Nachrichten“ keine Angaben machen.

Eines der beiden eingesetzten Rettungsboote des Typs Patrol 600-Festrumpfschlauchboot mit 140 PS, die vor Cuxhaven zum Einsatz kommen. Foto: Feuerwehr
Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr Cuxhaven, die Freiwillige Feuerwehr Duhnen-Stickenbüttel und die DLRG.

So schnell und einfach ging es nicht überall im Watt vorwärts. Teilweise musste das schwere Rettungsboot händisch über den Schlick gezogen werden. Foto: Feuerwehr
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