Zähl Pixel
Blaulicht

Autofahrer erfasst Wolf auf A27 – 10.000 Euro Schaden

Der verletzte Wolf hat sich noch auf einen Grünstreifen zwischen Leitplanke und Wildschutzzaun geschleppt. (Symbolbild)

Der verletzte Wolf hat sich noch auf einen Grünstreifen zwischen Leitplanke und Wildschutzzaun geschleppt. (Symbolbild) Foto: Polizei

In der Nacht kreuzt das Tier bei Geestland die Autobahn. Es kommt zum Zusammenstoß - mit schweren Folgen für den Wolf.

Von Redaktion Donnerstag, 23.04.2026, 13:45 Uhr

Geestland. Ein Wolf ist nahe Geestland (Landkreis Cuxhaven) bei einem Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt worden. Eine Amtstierärztin ordnete an, das Tier aufgrund seiner schweren Verletzungen von einem Jäger erlegen zu lassen, wie die Polizei mitteilte. Der 39-jährige Fahrer blieb demnach unverletzt.

In der Nacht zu Donnerstag kreuzte der Wolf den Angaben zufolge die Autobahn 27 zwischen den Anschlussstellen Neuenwalde und Debstedt. Der Autofahrer konnte nicht mehr ausweichen und erfasste das Tier, wie es weiter hieß. Der verletzte Wolf habe sich auf einen Grünstreifen zwischen Leitplanke und Wildschutzzaun geschleppt. Ein Jagdberechtigter habe das Tier daraufhin erlegt. Die Polizei schätzt den Schaden auf knapp 10.000 Euro.

Kreis Stade: Wolf von Zug erfasst

Die Unfallzahlen mit Wildtieren in der Region nehmen zu. Im Landkreis Stade ist es Anfang des Jahres zum Zusammenstoß eines Wolfes mit einem Zug gekommen - bis dato ein Novum. Das Tier hatte damals zwischen Himmelpforten und Hammah auf der Bahnstrecke Hamburg-Cuxhaven gestanden und war gerade auf der Jagd gewesen. Der Wolf hatte ein Reh im Maul.

In rund 20 Jahren sind in Niedersachsen mit Stichtag Herbst 2025 insgesamt 314 Wölfe tot entdeckt worden. Wie aus der Datenbank der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf hervorgeht, wurden bislang 22 Tiere illegal getötet, 18-mal starben Wölfe auf natürliche Weise und in 14 Fällen ist die Todesursache unklar.

Die meisten Tiere kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben - das war bei 252 Wölfen der Fall. Acht Tiere wurden im Zuge des Wolfsmanagements getötet und in einem Fall konnte noch keine Zuordnung erfolgen. (dpa/tip)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

H
Heiko Kania
23.04.202614:45 Uhr

Ein verletztes / waidwundes Tier wird nicht "erlegt". Es wird mit "Fangschuss" von seinen Qualen erlöst.

M
Meike Windfuhr
23.04.202610:30 Uhr

Ein Wildunfall verursacht hohe Sachschäden – das ist eine Nachricht. Dass Sie jedoch die 10.000 Euro in den Fokus rücken, wirkt wie ein gezieltes Framing, um den Wolf erneut als reinen Kostenfaktor darzustellen. Bei Unfällen mit Hirschen oder Wildschweinen stünden die Kosten kaum in der Schlagzeile. Ich wünsche mir eine sachlichere Berichterstattung, die den Wolf als Teil unseres Ökosystems einordnet, statt durch einseitige Perspektiven Vorurteile zu schüren.

Ulla Bowe antwortete am
23.04.202621:09 Uhr

Subtile Meinungsmache in der Berichterstattung ist leider auch für mich erkennbar.
Bewußt oder unbewußt?
Das ist hier die Frage.
Michael Bowe

H
Heiko Kania antwortete am
23.04.202614:53 Uhr

Ebenfalls heute folgende Schlagzeile: "A26 bei Jork: 31-Jähriger prallt mit Mercedes gegen die Leitplanke..." - Dem Foto nach zu urteilen, der Daimler sieht sehr ramponiert aus, ist der Schaden hier sehr viel höher. Im Bericht dazu nicht einmal ansatzweise eine Aussage. Ich teile Ihre Aussage, liebe Frau Windfuhr. Die Wolfsberichterstattung ist nur begrenzt "Bericht". Zumindest unterschwellig wird regelmäßig die Mär vom bösen Wolf mit "transportiert".

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel