Mit dem Entwurf des DRK-Hauses in Steinkirchen: Vizepräsident der DRK-Kreisverbandes Rolf Riggers, Architekt Prof. Dr. Georg Klaus, Geschäftsführer Klaus-Dietmar Otto sowie die Ortsvorsitzenden Henry Meyer (Steinkirchen) und Dr. Maren Köste
Der DRK-Kreisverband Stade will in Steinkirchen ein Haus mit Tagespflege- und Begegnungsstätte bauen. Im Zentrum des Ortes sollen ältere Menschen betreut werden. Dabei soll ein Treffpunkt für Jung und Alt entstehen.
Von Karin Lankuttis
Das erste Grundstück mit 1550 Quadratmetern im Neubaugebiet „Hinter der Feuerwache“ ist auf der rechten Seite dafür vorgesehen. Gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt der Rewe-Markt. „Die Lage ist super“, sagt Klaus-Dietmar Otto, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. Er wünscht sich, dass in der Begegnungsstätte junge und alte Menschen aus der ganzen Samtgemeinde Lühe ein- und ausgehen und Kontakte knüpfen. Der Schwerpunkt bleibt aber bei den Senioren. Sie sollen selbst Angebote entwickeln. Ähnlich wie bei einem Mehrgenerationenhaus soll ein Profi „bürgerschaftliches Engagement“ koordinieren.
Das wird funktionieren, ist sich Otto sicher. Er verweist auf die engagierten Initiatoren: den Vizepräsidenten der DRK-Kreisverbandes Rolf Riggers aus Hollern-Twielenfleth, der bis vor kurzem das Bauamt der Samtgemeinde Lühe leitete, sowie die Vorsitzenden der DRK-Ortsvereine Henry Meyer für Steinkirchen und Dr. Maren Köster-Hetzendorf für Grünendeich.
Im Neubaugebiet „Hinter der Feuerwache“ auf dem Grundstück vor der Obsthalle in Steinkirchen soll längs gestreckt eine DRK Tagespflege- und Seniorenbegegnungsstätte gebaut werden.
„Ein eigenes Haus ist identitätsstiftend und fördert das Engagement, anders als bei kommunalen Gebäuden“, sagt Otto. Alle vier Ortsvereine der Samtgemeinde Lühe seien mit im Boot. Das Rote Kreuz wolle seine Kräfte bündeln und für Jüngere attraktiver werden. Schließlich sei es immer schwieriger, Freiwillige für die Aufgaben des DRK zu finden.
Bislang hat das Rote Kreuz in Grünendeich eigene Räume in der „Fernsicht“ und nutzt in Steinkirchen das Dorfgemeinschaftshaus. Maren Köster-Hetzendorf sieht keine Konkurrenz zum Dorfgemeinschaftshaus, sondern könnte sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen.
Die Stelle des Koordinators, des „Quartiermanagers“, könnte für fünf Jahre von der Stiftung Deutsches Hilfswerk finanziert werden, sagt Architekt Prof. Dr. Georg Klaus. Der Hamburger hat ein zweigeschossiges Haus entworfen, das beide Einrichtungen räumlich trennt und im Obergeschoss nur zu einem kleinen Teil ausgebaut wird.
In der Begegnungsstätte mit 270 Quadratmetern Nutzfläche gibt es einen knapp 80 Quadratmeter großen Raum, der unterteilbar ist, eine kleine Teeküche und oben einen Medienraum und ein Büro. Ein offenes Café ist nicht geplant.
Die Tagespflegestätte im Erdgeschoss hat 340 Quadratmeter Nutzfläche und ist mit Gemeinschaftsküche, Ruheräumen und einem Rundgang auf die Bedürfnisse der Älteren zugeschnitten. Die tageweise Betreuung solle Familienangehörige entlasten, sagt der Architekt, der ein Faible für soziale Projekte hat.
18 Vollzeitplätze werden eingerichtet. Das DRK betreibt laut Otto bereits Tagespflegestätten in Buxtehude, Freiburg und Himmelpforten, die ausgebucht sind, und seit Mai eine neue Einrichtung in Stade, die noch in der Anlaufphase ist.
Zurzeit bemüht sich der Kreisverband um die Finanzierung der Baukosten in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro und hofft auf Fördermittel. Vor allem aus dem Programm „Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung“ (ZILE) könnten schon mehr als die Hälfte der Kosten bezuschusst werden. Noch sind nicht alle Anträge gestellt. Im Dezember erwartet Otto die Rückmeldungen. „Wir sind guten Mutes“, sagt der Geschäftsführer. Schon im nächsten Jahr, so hofft er, könnte das Haus fertig werden.