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Aktionstag Glücksspielsucht: Suchtmittel Glücksspiel - Massive Werbung, wenig Schutz!

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04.09.2026, 08:32 Uhr
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Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen und die niedersächsischen Suchtberatungsstellen fordern Einschränkung von Glücksspielwerbung.

Zum bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 30. September 2026 fordert die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen sowie die niedersächsischen Suchtberatungsstellen unter dem bundesweiten Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“ die Einschränkung von Glücksspielwerbung.

Mehr als 400.000 Menschen in Niedersachsen betroffen

Aktionstag Glücksspielsucht: Suchtmittel Glücksspiel - Massive Werbung, wenig Schutz!

Glücksspiel wird häufig als harmloser Freizeitspaß dargestellt. Die Risiken von Verschuldung, Kontrollverlust und Suchterkrankungen treten dagegen in den Hintergrund. In Niedersachsen haben Hochrechnungen zufolge mittlerweile mehr als 400.000 Menschen eine glücksspielbezogene Störung oder weisen ein riskantes Spielverhalten auf.

Werbung trägt maßgeblich dazu bei, Glücksspiel zu normalisieren und als alltäglichen Bestandteil des Lebens erscheinen zu lassen. Insgesamt hat die Glücksspielbranche in Deutschland im Jahr 2025 mehr als 620 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. Sie gehört damit zu den zehn Branchen mit den größten Werbebudgets.

Werbung soll neue Zielgruppen erschließen

Aktionstag Glücksspielsucht: Suchtmittel Glücksspiel - Massive Werbung, wenig Schutz!

Glücksspielwerbung verfolgt ein klares Ziel: Sie soll Menschen zur Teilnahme am Glücksspiel motivieren und neue Zielgruppen erschließen. Dabei setzt moderne Werbung gezielt auf emotionale Botschaften, Gewinnversprechen sowie die Verknüpfung mit Sport, Unterhaltung und Gemeinschaft. Hinzu kommen personalisierte und zielgruppenspezifische Werbeformen, die individuell auf Nutzer*innen zugeschnitten sind.

Die Möglichkeit, Glücksspielangebote zu bewerben, steht aus suchtfachlicher Perspektive im Widerspruch zu Zielen des Spieler-, Jugend- und Gesundheitsschutzes. Während für andere gesundheitsschädliche Produkte und Suchtmittel längst weitreichende Werbebeschränkungen gelten, bleibt Glücksspielwerbung in vielen Bereichen weiterhin erlaubt.

Forderung nach strengeren Werbebeschränkungen

„Glücksspielwerbung ist kein harmloser Begleiter von Freizeit und Sport, sondern ein wesentlicher Treiber der Normalisierung. Deshalb fordern wir ein Ende von Sponsoring, Dachmarkenwerbung und anreizenden Online-Kampagnen sowie ein klares Verbot von Boni und Freiwetten als Werbemittel.“, so Neela Schremmer und Lea-Marie Gehrlein, Landeskoordinatorinnen für Glücksspielsucht in Niedersachsen.

Aktionstag Glücksspielsucht: Suchtmittel Glücksspiel - Massive Werbung, wenig Schutz!

Ein aufschlussreicher Indikator für die Intensität von Glücksspielwerbung sind die Abfragen im bundesweiten Sperrsystem OASIS. Bevor Glücksspielanbieter personalisierte Werbung oder individuelle Glückssielangebote versenden dürfen, müssen sie prüfen, ob die Adressat*innen gesperrt sind. Die Zahl dieser Abfragen zeigt, in welchem Umfang Glücksspielanbieter werben: Im Jahr 2025 wurden monatlich rund 400 Mio. Abfragen für Werbung, Boni und Rabatte durchgeführt. Solche Abfragen machen damit über 80% aller Abfragen aus.

Aktionstag macht auf die Folgen von Glücksspielsucht aufmerksam

Der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht macht jährlich auf die Folgen problematischen Glücksspiels aufmerksam. Glücksspielsucht ist eine anerkannte Suchterkrankung, die gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die finanzielle Situation und das soziale Umfeld der Betroffenen haben kann.

Wer feststellt, dass Glücksspiele zunehmend Zeit, Gedanken oder Geld bestimmen, sollte frühzeitig Unterstützung suchen. Die niedersächsischen Fachkräfte für Glücksspielsuchtberatung beraten kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die niedersachsenweiten Kontaktdaten finden sich hier: www.nls-gluecksspielsucht.de

Kostenlose Beratung im Landkreis Stade

Im Landkreis Stade ist Frau Pia Blum beim Verein für Sozialmedizin Stade e.V. die Fachkraft für Glücksspielsuchtprävention. Frau Blum bietet kostenlose Beratung für Betroffene und Angehörige aus dem ganzen Landkreis an. Des Weiteren bietet sie kostenfreie Präventionsangebote zum Thema Glücksspielsucht an.

Kontakt für Rückfragen

Verein für Sozialmedizin Stade e.V.
Pia Blum – Fachkraft für Glücksspielsuchtprävention
04141 9993-15
pia.blum@vsm-stade.de
https://www.vsm-stade.de/spiel-nicht-mit-deinem-leben

Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen

Neela Schremmer & Lea-Marie Gehrlein - Landeskoordinatorinnen für Glücksspielsucht in Niedersachsen
0511/6262660
info@nls-online.de
www.nls-gluecksspielsucht.de

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