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Internationale Funkausstellung Berlin

G5: Bundesamt hält Strahlen für unbedenklich

Beim Ausbau des 5G-Netzes wird weitgehend die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur genutzt. Foto: Schmidt/dpa

Beim Ausbau des 5G-Netzes wird weitgehend die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur genutzt. Foto: Schmidt/dpa

Wenn am Freitag in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) eröffnet, wird 5G ein Topthema sein. „Mit 5G beginnt ein neues Zeitalter im Mobilfunk“, verkündete die Telekom gestern begeistert und startete erste Netze in fünf deutschen Großstädten.

Von Markus Lorenz Donnerstag, 05.09.2019, 18:30 Uhr

Bis Ende 2020 will der Staatskonzern die 20 größten Städte anbinden, Konkurrent Vodafone bis Ende 2021 fast 20 Millionen Menschen mit 5G versorgen.

Doch längst nicht jeder begrüßt die fünfte Mobilfunk-Generation, die einen deutlich schnelleren Datentransport jenseits von einem Gigabit pro Sekunde verspricht. In Hamburg fordert eine kleine, aber beharrliche Gruppe den Stopp der Technik, noch bevor es richtig losgeht. Begründung: Es fehle eine Risikoanalyse zu gesundheitlichen Gefahren durch die Verdoppelung der Funkmasten und hochfrequente elektromagnetische Strahlen.

Die Hansestadt sieht sich als 5G-Pionier, seit zwei Jahren erprobt die Telekom das schnelle Netz bereits im Hafen; Ende 2019 soll der Standard hier auch privaten Nutzern offen stehen. Die Umweltorganisation BUND hält den Ausbau an der Elbe für voreilig. Landesgeschäftsführer Manfred Braasch: „Wir kritisieren, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G-Sendeanlagen nicht ausreichend erforscht sind und trotzdem schon Anlagen in Betrieb genommen werden.“

Der Ökoverband hat eine Online-Petition gestartet, in der es heißt: „Wir Hamburger Bürgerinnen und Bürger möchten nicht die Versuchskaninchen für die neuartige Strahlungstechnologie sein.“ Die geplanten zahlreichen Sendeanlagen führten zur „massiven Erhöhung der Zwangsexposition“. Senat und Bürgerschaft sollten via Bundesrat dafür sorgen, „dass bundesweit alle Aktivitäten zu 5G angehalten und bereits installierte Antennen abgeschaltet werden, bis die Ergebnisse der Technikfolgenabschätzung vorliegen“.

Die Initiatoren verweisen auf Studien, wonach hochfrequente Handy-Strahlung „möglicherweise krebserregend“ sei. Das EU-Parlament sieht „erhebliche Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit“. Dennoch halten die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden in Hamburg den Mobilfunkstandard für unbedenklich. „Wir sehen nach Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse keine negativen Auswirkungen von 5G auf die menschliche Gesundheit“, sagte ein Sprecher von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt Entwarnung: „Unterhalb geltender Grenzwerte gibt es keinen Nachweis für gesundheitliche Auswirkungen des Mobilfunks.“ Allerdings sieht BfS-Präsidentin Inge Paulini weiteren Forschungsbedarf. „Offen ist die Frage, wie sich steigende Datenmengen und damit verbunden eine zunehmende Anzahl von Sendeanlagen bei schnellerer Datenübertragung auf die Exposition auswirken werden.“

Die große 5G-Angst hat sich in der Hamburger Öffentlichkeit bisher indes nicht breitgemacht. Die vor fünf Wochen gestartete BUND-Petition hatten bis gestern Nachmittag lediglich 456 Bürger der Stadt unterstützt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält die 5G-Einführung für unbedenklich. Zugleich mahnt das Amt zum sorgsamen Umgang mit Handys und Co. BfS-Präsidentin Inge Paulini rät: „Um die eigene Strahlenbelastung zu minimieren, können zum Beispiel Freisprechanlagen und Headsets genutzt werden.“ Beim Kauf von Handys, Smartphones und Tablets sollten Verbraucher auf einen niedrigen SAR-Wert achten. Bis zu einem SAR-Wert von 0,5 Watt pro Kilogramm für den Anwendungsfall „Handy am Kopf“ gilt ein Gerät als strahlungsarm.

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