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Aussagen ehemaliger Mitarbeiter

Aufgrund der öffentlich bekannt gewordenen Vorwürfe von ehemaligen Mitarbeitern der Firma LPT hat am Mittwoch auch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg die Hamburger Staatsanwaltschaft gebeten, Ermittlungen aufzunehmen.

06.11.2019, 17:17 Uhr
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All das Tierleid für gefälschte Studien? Diese Vermutung könnte nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiterinnen des Tierversuchslabors LPT traurige Gewissheit werden. Nach deren Vorwürfen gegen das umstrittene Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Neugraben hat und aufgrund der von einem eingeschleusten Mitarbeiter der Soko Tierschutz aufgenommenen und veröffentlichten Horrorbilder von Tierquälereien an Versuchstieren am Standort im Neu Wulmstorfer Ortsteil Mienenbüttel weltweit in die Schlagzeilen geriet, hat gestern jedenfalls auch die Hamburger Verbraucherschutzbehörde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die Begründung für das Intervenieren Wochen nach Bekanntwerden des Skandals sind Aussagen ehemaliger Mitarbeiterinnen der Firma Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin „Fakt“, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen schließen ließen, teilte die Verbraucherschutzbehörde am Mittwoch mit.

Nach der Veröffentlichung von heimlich aufgenommenen Videoaufnahmen aus einem Versuchslabor im Landkreis Harburg hatte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schon Anfang Oktober Strafanzeige gegen die Firma erstattet. Auch die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt bereits gegen den Betreiber.

Von der Klärung der neuen Vorwürfe durch die Hamburger Staatsanwaltschaft werde die Genehmigung weiterer Tierversuchsanträge der Firma abhängen, heißt es nun auch aus der für Neugraben zuständigen Hamburger Behörde. Durch die aktuellen Ereignisse würden Fragen zur Zuverlässigkeit des Unternehmens aufgeworfen. Der Firmensitz in Neugraben sei Ende Oktober kontrolliert worden.

Nach den im TV getroffenen Aussagen der ehemaligen Mitarbeiterinnen sollen die Manipulationen unter anderem auch am Hamburger Standort der Firma stattgefunden haben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft konnte den Eingang der Anzeige am Mittwoch noch nicht bestätigen. Von der beschuldigten Firma war keine Stellungnahme erhältlich, obwohl die Vorwürfe nahelegen, dass in dem Unternehmen seit Jahren wissenschaftliche Studien wissentlich gefälscht wurden und die Anweisungen für dieses Vorgehen offenbar aus der Unternehmensleitung kamen.

In dem Beitrag aus der „Fakt“-Sendung von Dienstagabend berichtet unter anderem eine Frau aus Hamburg, die am LPT-Hauptstandort in Neugraben gearbeitet hat, von Manipulationen bei Versuchsreihen mit Ratten, die sie selbst durchgeführt habe. Sie habe Dokumente gefälscht und sei angehalten worden, Studien „zu verbessern“, wenn diese nicht das erwartete Ergebnis gebracht hätten. Entsprechende Stellen seien markiert worden, so dass sie auf Blanko-Protokollen die Ergebnisse, die ihr gegeben worden seien, habe eintragen können.

Das neue Protokoll sei mit dem alten Datum und ihrer Unterschrift versehen worden. Bis zu ihrem Ausscheiden vor wenigen Jahren hätten auch andere Mitarbeiter Dokumente gefälscht, so die ehemalige Mitarbeiterin in der TV-Sendung. „Derartige Handlungen sind aufgrund des in unserem Hause vorgeschriebenen engmaschigen Kontrollsystems ausgeschlossen“, wird die LPT in dem Fernsehbeitrag zu den Vorwürfen zitiert.

Unterdessen haben auch der Verein Soko Tierschutz und die niedersächsischen Grünen weitere Strafanzeigen gegen die LPT wegen mehrfachen gewerbsmäßigen Betrugs und Körperverletzung durch gefährliche Medikamente gestellt. Und die SPD-Fraktion im Kreistag hat zusammen mit der Gruppe Grüne/Linke beantragt, Stellenplan und sachliche Ausstattung des im Zusammenhang mit dem Tierqual-Skandal von Mienenbüttel in die Kritik geratenen Veterinäramts zu überprüfen. Nach einer Bestandsaufnahme durch die Kreisverwaltung sollten zusätzliches Personal sowie erhöhte Mittel bereitgestellt werden, um den Anforderungen im Sinne des Verbraucherschutzes gerecht werden zu können.

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