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Horrorlabor

Foto: Soko Tierschutz/ Cruelty Free Internationalal

Foto: Soko Tierschutz/ Cruelty Free Internationalal

Unter den aufmerksamen Augen der Mitglieder der Mahnwache, die rund um die Uhr unermüdlich präsent sind, räumt die Firma LPT jetzt offenbar nach und nach all ihre Tierbestände aus dem Horrorlabor in Mienenbüttel.

17.12.2019, 18:00 Uhr
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Am vergangenen Wochenende haben die Mahnwächter Beobachtungen gemacht, die so aussahen, als würden Mitarbeiter und Firmenwagen Tiere aus dem LPT abholen.

Nicht geklärt werden konnte von der Polizei vor Ort, ob es Anmeldungen für Transporte gab oder nicht. Auch eine Veterinärmedizinerin des Landkreises war nicht vor Ort, berichten die Mahnwächter. Ob Tiere tot oder lebendig abgeholt wurden, konnten sie trotz Polizeianwesenheit in Mienenbüttel und Neugraben nicht in Erfahrung bringen. Bereits am Vortag seien Sachen mit Lkw und Hänger aus Neugraben weggebracht worden.

Bei den Mahnwächtern und Tierschützern um die Initiative Lobby pro Tier stärkt das nicht gerade das Vertrauen in die Behörden, die eigentlich über den Verbleib jedes Tieres informiert werden müssen.

Auf TAGEBLATT-Nachfrage bestätigt der Landkreis Harburg, dass Ende vergangener Woche tatsächlich wieder Tiere aus Mienenbüttel abgeholt worden sind. Dabei habe es sich um einzelne Katzen gehandelt, die an Privatpersonen abgegeben worden seien, erklärt Landkreis-Sprecherin Katja Bendig nach Rücksprache mit der Kreisveterinärin.

Auch bei einzelnen Tieren müsse das Veterinäramt informiert werden, wohin die Tiere gehen und wer der neue Halter sei, erklärt Bendig. Anders als bei größeren Transporten sei das Amt nicht zur Überwachung vor Ort. Gleichwohl müsse LPT bei jedem Tier, ob tot oder lebendig, sagen, wo es geblieben sei beziehungsweise wo es hinkomme.

Laut Bendig sind inzwischen 13 Katzen an Privatpersonen abgegeben worden. Von den 49 Katzen, die zuletzt noch in Mienenbüttel waren, seien jetzt noch 36 im Labor vor Ort. Bei den Katzen handle es sich um gesunde Tiere, die noch in keiner Studie waren und deshalb problemlos abgegeben werden könnten. Hunde sind laut Bendig inzwischen nicht mehr abgeholt worden.

Einem internen Schreiben zufolge hatte LPT seinen Mitarbeitern angekündigt, das Labor in Mienenbüttel Ende Februar schließen zu wollen. Unterdessen läuft beim Landkreis noch immer die Prüfung, ob dem Labor nach den Enthüllungen der Soko Tierschutz, die massive Fälle von Tierquälerei und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Mienenbüttel aufgedeckt hatte, die Betriebserlaubnis entzogen wird. Gegen LPT liegen mehrere Strafanzeigen vor, die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt.

Am Montagabend haben Tierschützer in Hannover eine Million Unterschriften gegen das Horrorlabor übergeben, die sie zuvor gesammelt hatten. Sie fordern, das Labor zu schließen. Die Initiatoren um Carolin Iding übergaben die Online-Petition dem Verbraucherschutzministerium.

In Hamburg übergab der Verein Ärzte gegen Tierversuche 30 000 Unterschriften gegen das geplante neue Tierversuchslabor am Uniklinikum Eppendorf.

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