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Harburg

Mehr Geld und ein neuer Name für die TUHH

Im Rahmen ihrer Erweiterung zieht die TUHH ab 2019 in den Hamburg Innovation Port im Binnenhafen.

Im Rahmen ihrer Erweiterung zieht die TUHH ab 2019 in den Hamburg Innovation Port im Binnenhafen.

Jetzt hat die Technische Universität Hamburg-Harburg endlich Sicherheit: Harburgs Vorzeige-Uni soll zu einer der bedeutendsten technischen Hochschulen in Deutschland werden. Sie verliert allerdings auch ihren bisherigen Namen.

Von Sabine Lepél Dienstag, 23.01.2018, 18:33 Uhr

Das „Harburg“ im Namen wird gestrichen. Begründung: Technische Universitäten agierten heute mehr denn je international und müssten sich im weltweiten Wettbewerb positionieren. Die Technische Universität Hamburg-Harburg werde daher in Technische Universität Hamburg umbenannt, um den überregionalen Anspruch der „neuen“ TUHH zu verdeutlichen. Die Umbenennung muss noch von der Hamburgischen Bürgerschaft abgesegnet werden.

Dies mag ein Wermutstropfen für Lokalpatrioten in Süderelbe sein, die sich noch an den jahrelangen Kampf um die Ansiedlung der TU auf dem Schwarzenberg erinnern. Doch insgesamt dürfte das Dienstag vom Senat abgesegnete Wachstumskonzept auf Freude im Bezirk stoßen. Denn mit ihm soll auch der Standort Harburg durch den Ausbau der universitären Infrastruktur gestärkt werden, und zusätzliche Flächenbedarfe der TUHH sollen daher auch in Zukunft „im südlichsten Hamburger Bezirk abgebildet werden“, wie es am Dienstag bei der Landespressekonferenz im Hamburger Rathaus hieß.

 

Was dort inhaltlich bekanntgegeben wurde, stellte allerdings wenig Neues dar. Die Pläne waren schon länger bekannt, neu ist die endgültige Verabschiedung durch den Senat, die an der TUHH für Erleichterung sorgte. Ziel der Wachstumsinitiative ist es, sowohl die Kapazitäten im Bereich der Ingenieursausbildung der TUHH als auch ihre Schlagkraft in Forschung, Entwicklung und Technologietransfer zu erhöhen. Das Budget der Hochschule soll dafür in den kommenden fünf Jahren um insgesamt 19 Millionen Euro steigen, die Zahl der Studierenden langfristig von 7500 auf bis zu 10 000 anwachsen und das Studienangebot ausgeweitet werden. Geplant ist, zusätzlich 15 Professoren bereits in der ersten Wachstumsphase einzustellen.

Das Wachstumskonzept ist insgesamt auf zehn Jahre ausgelegt und gliedert sich in zwei Phasen. In der Aufbauphase von 2018 bis 2022 sollen – entsprechende Zustimmung der Bürgerschaft vorausgesetzt – die Mittel, die die TUHH von der Stadt erhält, um 19 Millionen Euro steigen. Wesentlicher Baustein ist außerdem eine wettbewerbsorientiertere Hochschulsteuerung, insbesondere in der Forschung, auch um die Positionierung der Universität im nationalen und internationalen Wettbewerb weiter zu verbessern.

„Die TU ist schon jetzt ein renommiertes Zentrum ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung und Forschung, das weit über Hamburg hinaus bekannt ist“, sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. „Mit dem Konzept zur Weiterentwicklung wollen wir nun dafür sorgen, dass die Hochschule weiter wächst und auch in Zukunft eine entscheidende Rolle als Innovationsmotor für Hamburg spielt.“ Als Ideenschmiede und Zukunftslabor für Forschung und Entwicklung habe sie durch Erfindungen und neue Technologien großen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung. Von dem Wachstum profitiere der gesamte Wissenschaftsstandort.

Um mit dem Wachstumsprogramm unmittelbar beginnen zu können, stellt der Senat der TUHH zunächst für das Jahr 2018 bis zu 3,8 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. In den Folgejahren soll das Budget um jährlich 3,8 Millionen Euro erhöht werden, so dass am Ende der fünf Jahre die Finanzierung der TUHH aus Landesmitteln um 25 Prozent gestiegen ist.

Vor Ende der ersten Wachstumsphase soll eine Evaluierung durch eine externe Expertenkommission erfolgen. Basierend auf den Ergebnissen wird dann eine zweite Ausbauphase für den Zeitraum von 2023 bis 2028 definiert, die aktuelle und künftige Herausforderungen und Megatrends in den Ingenieurwissenschaften berücksichtigen soll.

„Mein Ziel ist es, das große Potenzial, die weltweit führende Expertise der TUHH, mit den ebenso hervorragenden Möglichkeiten der Stadt Hamburg zu verbinden“, sagte Professor Dr. Ed Brinksma, designierter Präsident der Technischen Universität. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit innerhalb der TUHH wie auch mit der Stadt. Tatkräftig und gemeinsam werden wir unser Wachstumsziel erreichen. Damit führen wir die TUHH in eine neue Ära“, so Ed Brinksma, der die TU ab dem 1. Februar leiten wird.

Die „neue Ära“ wird, wie berichtet, auch im Harburger Binnenhafen stattfinden. Die TUHH zieht als Ankermieter in den Hamburg Innovation Port (HIP), für den in wenigen Wochen Baustart sein wird.

Dr. Ralf Grote, Leiter des Präsidialbereichs der TUHH, sieht in dem ab 2019 geplanten Einzug in den HIP nicht nur eine weitere räumliche Erweiterung der Hochschule: „Es wird ein Meilenstein für die TU. Im Binnenhafen wird neben dem Campus am Schwarzenberg ein echter Hafencampus entstehen mit studentischem Leben und Wohnen und der entsprechenden Infrastruktur.“

 

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