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Horrorlabor

Die Soko Tierschutz bringt immer neue Details des grausamen Umgangs mit Versuchstieren im Horrorlabor des LPT in Mienenbüttel an die Öffentlichkeit. Die neuste Erkenntnis: im Horrorlabor wurde wohl auch an Kaninchen experimentiert.

13.11.2019, 18:02 Uhr
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Der Soko-Mitarbeiter „Lukas“, der bis März dieses Jahres mehrere Monate lang Undercover als Tierpflegehelfer in Mienenbüttel gearbeitet und die Zustände und Tierquälereien dort dokumentiert hat, hat in dieser Zeit laut Soko auch Kaninchen gefunden und fotografiert, von deren Existenz die Behörden offenbar nichts wussten.

Die Tiere seien wochenlang hinter der Tür eines Katzengeheges in einem Lagerraum versteckt worden, berichtet die Soko auf ihrer Facebook-Seite und belegt das auch mit Fotos. Dort hätten sie unter düsteren Bedingungen in Käfigbatterien gelebt. Die Behörden hätten bei ihrer Kontrolle in dem Zeitraum diese Tiere nicht gefunden und auch nicht gewusst, dass überhaupt Kaninchen im Labor waren. Die Tiere seien dann nach Wochen im Käfig in einem Tierversuch gestorben. Einige hätten überlebt. Als der Ermittler fragte, wo die Tiere geblieben seien, habe er zur Antwort bekommen, Tierpflegehelfer hätten sie aus dem Labor geschmuggelt, um sie zu schlachten und zu essen.

Die SPD und die Gruppe Grüne/Linke im Harburger Kreistag haben unterdessen eine Anfrage an Landrat Rainer Rempe für den Kreisausschuss am 18. November gestellt. Sie wollen unter anderem wissen, ob es stimmt, dass LPT das Labor in Mienenbüttel Ende Februar schließen will, wie es offenbar aus einem internen Schreiben des LPT an seine Mitarbeiter hervorgeht. Wissen wollen die Fraktionen auch, ob es stimmt, dass die Schließung in Absprache mit dem Landkreis Harburg vereinbart wurde, wie es einige überregionale Medien gemeldet hatten. Darüber hinaus fragen die Kreispolitiker, wie lange das Prüfverfahren des Landkreises noch dauern wird, ob alle Unterlagen und Dokumentationen der Tierversuche sichergestellt wurden, und wie viele Tiere sich noch auf dem Gelände in Mienenbüttel befinden.

Der Landkreis dementiert unterdessen auf TAGEBLATT-Nachfrage, dass es Absprachen zwischen LPT und Landkreis im Hinblick auf die angeblich bevorstehende Schließung gibt. „Das stimmt definitiv nicht“, sagt Landkreis-Sprecher Andres Wulfes. Eine Schließung zu Ende Februar sei dem Landkreis von LPT nicht mitgeteilt worden. „Wir haben keine gesicherten Erkenntnisse, ob sie zumachen oder nicht, und es gibt definitiv keine Absprachen“, betont Wulfes.

Die Prüfung, die am Ende möglicherweise zu einem Betriebsverbot führen könne, laufe noch immer. Wie lange sie noch dauern werde, könne er nach wie vor nicht sagen, erklärt Wulfes. Nach den aktuellen Erkenntnissen der Kreisverwaltung sind an lebenden Tieren derzeit noch 200 Beagle, 150 Affen und 50 Katzen im Labor in Mienenbüttel. Was LPT mit ihnen vorhat, wisse der Landkreis nicht. Angezeigt sei nach wie vor nur ein weiterer Affentransport.

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