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Obstbautage

Neue Sorten: Stefan Moje (DOSK), Joerg Hilbers (Esteburg) und Dirk Zabel (DOSK) mit dem Snack-Apfel „Rockit“ und der Sorte GS66 (von links). Foto Vasel

Neue Sorten: Stefan Moje (DOSK), Joerg Hilbers (Esteburg) und Dirk Zabel (DOSK) mit dem Snack-Apfel „Rockit“ und der Sorte GS66 (von links). Foto Vasel

Die Erzeuger an der Niederelbe stellen die Weichen für den verstärkten Anbau von neuen Club-/Markensorten: Damit reagieren sie auch auf die Veränderungen auf dem Weltmarkt.

Von Björn Vasel 14.02.2018, 20:06 Uhr
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Die Obstbauern müssen sich von den Fesseln des Massenmarkts (und des Lebensmitteleinzelhandels) befreien. Sie stecken in einem Dilemma. Sie liefern Masse in Top-Qualitäten, doch auskömmliche (Top-)Preise zahlt ihnen der der Lebensmitteleinzelhandel (von Ausnahmejahren abgesehen) nicht. Damit die Kasse stimmt, setzen die Erzeuger (zusätzlich zu Regionalsorten wie Elstar) verstärkt auf die exklusiven, höherpreisigen Club-Sorten wie Kanzi und eine ausgeklügelte Vermarktung mit Design-Verpackungen bei Nischenprodukten wie etwa dem Snack-Apfel „Rockit“, der den Schoko-Riegel ersetzen soll. Hinzu kommt, dass der Apfelkonsum rückläufig ist – und Verbraucher und vermehrt zu anderem Obst, beispielsweise Beeren, greifen. Damit der Lebensmitteleinzelhandel, von Rewe bis zu Aldi, nicht noch mehr Regalplätze streicht, starten die Altländer und Kehdinger jetzt die große Sortenoffensive.

In den USA und in Italien hat die Konkurrenz schon längst mit dem Umbau des Apfelsortiments begonnen. Standardsorten sind im Rückgang. Das hat Dirk Zabel vom Deutschen Obstsorten Konsortium (DOSK) – einem Zusammenschluss der deutschen Erzeugerorganisationen für das Lizenz- und Sortenmanagement neuer Markensorten – am Mittwochnachmittag bei der Vortragsveranstaltung in der Altländer Festhalle deutlich gemacht.

In den USA und in Italien setzen die Obstbauern auf die Club- und Markensorten. Bei den Apfelpflanzungen machen sie in Südtirol bereit 25 Prozent aus. Ihr Flächenanteil beträgt dort bereits fast zehn Prozent, an der Niederelbe sind es noch vier Prozent. Noch machen Markensorten wie Pink Lady oder Kanzi nur einen kleinen Anteil an der EU-Apfelernte aus: 260 000 Tonnen von rund 9,34 Millionen Tonnen (2017). Doch mit ihnen lässt sich (weltweit) richtig Geld machen. Deshalb werde der Anteil der Markensorten „mittelfristig deutlich steigen“, so Zabel. Er sieht die Südtiroler mit dem neuen gelben Apfel Yello („da müssen wir ran“) und der Dachmarke „Ich bin Marlene“ gut aufgestellt.

Weltweit schließen sich Vermarkter zusammen. Das DOSK (und damit die Elbe-Obst und die M.A.L) ist über die Tochter Red Apple an der IFORED beteiligt, einem weltweiten Zusammenschluss der 15 größten Apfelerzeugern aus fünf Kontinenten. Dieser forcieren die weltweite Produktion und Vermarktung rotfleischiger Äpfel.

Diese Markensorten, nur ein exklusiver Club darf sie anbauen und vermarkten, werden laut Mojes Prognose im Jahr 2035 auf einen „Marktanteil von 50 Prozent kommen“. Der Trend bei den großen Handelsketten gehe zu weniger Apfelsorten im Regal.

Moje setzt auf DOSK-Sorten wie Kanzi und GS66 und SweeTango („dem Mon Chéri“ unter den Äpfeln“) für das Volumen und rotfleischige und gelbe Äpfel der Marke Kissabel (Rouge plus Jaune) sowie den Snack-Apfel Rockit für die Nische. Hier wird bereits kräftig gepflanzt.

Zabel war sich mit dem DOSK- und Elbe-Obst-Geschäftsführer Stefan Moje einig, dass die neuen Sorten nur über Kooperationen der Erzeugerorganisationen (EO) im Markt eine Rolle spielen können. Denn die Deutschen würde nur die Hälfte der Südtiroler Tonnage produzieren. Nur gemeinsam könnten die EOs sich den Platz in den SupermarktRegalen für ihre Markensorten und gute Preise sichern. Das war, durch die Blume, eine erneute Einladung an die M.A.L., zurück in das DOSK-Boot zu springen.

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