AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Stute getötet

Symbolbild. Foto: Uwe Anspach/dpa

Symbolbild. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Tierschützer erhöhen noch einmal ihre Belohnung für Hinweise. Im Juli wurden vier Pferde auf Weiden im Kreis Harburg verletzt, eine Stute starb an den Folgen der Gewalteinwirkung.

25.08.2023, 13:57 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Auf einer Weide in Toppenstedt war eine Stute am 18. Juli tot entdeckt worden, das Tier war offensichtlich an einer Kopfverletzung gestorben, hatte die Polizei seinerseits mitgeteilt. Bei einer weiteren Stute auf derselben Weide wurde am 10. August ebenfalls eine Kopfverletzung festgestellt. 

Auf einer Weide in Seevetal wurde eine Stute am 27. Juli neben dem rechten Auge verletzt. Eine weitere Stute erlitt in der Nacht zum 28. Juli in Winsen (Luhe) auf einer Koppel vermutlich einen Stich in den Brustbereich.

Bislang gibt es laut Polizei keine Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge. Die Spurensuche an den jeweiligen Orten brachte ebenfalls keine konkreten Erkenntnisse. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit unter der Nummer 04171/7960 um Mithilfe: Wer hat etwas Verdächtiges beobachtet?

Pferderipper im Kreis Harburg aktiv

Und auch die Tierschutzorganisation Peta lobt für Hinweise auf den vermutlich jeweils selben Täter eine Belohnung von 2000 Euro aus. Diese ist dank Spenden nun um 1000 Euro erhöht worden. Die Spender, ein Ehepaar aus Niederbayern, haben die Taten derart schockiert, dass sie die Belohnung erhöhten. Das Paar wolle anonym bleiben, teilte Peta am Freitag mit.

Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711/8605910 oder per E-Mail an whistleblower@peta.de bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

Nach Messerattacke in Apensen: Pony-Ripper wurde nicht gefasst

Auf einem Gnadenhof in Apensen ließen Unbekannte im Januar mehrere Pferde frei und stachen brutal auf das schwächste Tier ein. Das 29 Jahre alte Pony Fee wurde blutüberströmt und mit tiefen Stichwunden an einen Baum gefesselt nach langer Suche von der Gnadenhof-Betreiberin Sandy Haarke gefunden.

Die Organisation Peta schrieb daraufhin eine Belohnung über 500 Euro aus. Um den Fall aufzuklären, erhöhten Peta und ein Spender, der anonym bleiben wollte, nachträglich gemeinsam die Belohnung auf 2000 Euro für Hinweise, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hatte, wurde gebeten, sich bei der Polizei oder der Tierschutzorganisation zu melden - auch anonym. Dennoch konnten der oder die Täter bisher nicht ermittelt werden, sagt Gnadenhof-Betreiberin Sandy Haarke.

Tierquälerei: Haftstrafe von bis zu drei Jahren möglich

„Wir hoffen, durch die Belohnungserhöhung noch mehr Menschen zu erreichen, die Hinweise zur Tat geben können. Es ist erschreckend, wie häufig Pferde von Menschen auf grausame Art verletzt oder getötet werden. Die Stuten müssen unvorstellbare Schmerzen erlitten haben“, so Monic Moll, Fachreferentin bei Peta. „Wir fordern ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. Behörden könnten effektiver auch überregional zusammenarbeiten. Menschen, die Pferde halten, würden zudem über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um die Tiere besser vor Angriffen schützen zu können.“

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Vorsichtsmaßnahmen: Tipps für Pferdehalter

Peta rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten nachts nicht ungeschützt auf der Koppel stehen. Sofern ein Schutz der Tiere nicht möglich ist, sollten die Tiere über die Nacht in einer bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden.

Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ (tip/st)

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel