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Anzeige erstattet

Gegen einen Schlachtbetrieb im Landkreis Stade wurde am Mittwoch Anzeige wegen schwerer Verstöße gegen das Tierschutzrecht erstattet. Nach TAGEBLATT-Informationen handelt es sich um einen Schlachtbetrieb in Düdenbüttel.

Von Grit Klempow 03.04.2019, 19:05 Uhr
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Der Verein SOKO Tierschutz hatte die Strafanzeige gestellt und das zuständige Ministerium in Hannover informiert. „Wir machen keine Schnellschüsse“, sagte Friedrich Mülln vom Vorstand des Tierschutz-Vereins dem TAGEBLATT. Bei dem betroffenen Betrieb sei mit versteckter Kamera gefilmt worden, das Material liegt bei der Staatsanwaltschaft in Stade. Laut Pressemitteilung aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium sollen bei dem Schlachtbetrieb Tiere gefilmt worden sein, die aufgrund von Erkrankungen nicht transportfähig waren.

Die Tiere sollen auf den landwirtschaftlichen Betrieben und am Schlachthof unter anderem mit der Seilwinde des Transportfahrzeuges, beziehungsweise des Schlachtbetriebes gezogen worden sein. „In mehreren Fällen sollen die Tiere erheblichen Schmerzen ausgesetzt worden sein. Aussagekräftige Beweismittel sind angekündigt worden“, so die Mitteilung. Das Ministerium habe Strafanzeige gestellt.

„Wir sind am Vormittag informiert worden“, sagt Nicole Streitz, Rechtsdezernentin beim Landkreis Stade. Eine halbe Stunde später seien die Veterinäre des Landkreises vor Ort gewesen. Die Schlachtung sei bis auf Weiteres untersagt. Weitere Maßnahmen wie der Entzug der Zulassung würden laut Ministerium geprüft. Dazu sagt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das Verhalten nicht zu akzeptieren und müsste Konsequenzen haben. Auch das Verhalten der Landwirte, die offenbar leidende Tiere noch vermarkten wollten, wäre unerklärlich.“

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen: „Der Vorfall bestätigt einmal mehr, dass die Situation rund um die Schlachtung in Niedersachsen unverändert schlecht ist. Es ist erschreckend, dass Tiere weiterhin qualvoll leiden müssen.“ Das Agrarministerium müsse dringend für bessere Kontrollen in den Schlachtbetrieben sorgen. Es bestehe ein strukturelles Kontrolldefizit in ganz Niedersachsen.

Laut Landkreis Stade gibt es im Landkreis noch sieben kleinere Schlachtbetriebe.

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