Ein Beagle hängt am Langzeit-EKG i m Tierversuchslabor in Mienenbüttel. Foto: Soko Tierschutz/Cruelty Free
Vor zehn Jahren hat die Rader Tierschützerin Sabine Brauer die Initiative Lobby pro Tier gegründet, abgekürzt LPT – wie der Firmenname des Labors. Brauer und ihre Kollegen sammeln Informationen über das LPT, organisieren Veranstaltungen und betreiben Öffentlichkeitsarbeit.
Sabine Brauer hatte 2009 das Geheul der in den Zwingern lebenden Beagle gehört, nachdem der Gewerbepark in Mienenbüttel seinen Betrieb aufgenommen hatte. Offenbar haben die rund um die Uhr beleuchteten Hallen die Hunde um den Schlaf gebracht.
Lobby pro Tier organisiert regelmäßig Informationsveranstaltungen mit Experten, die über tierversuchsfreie Forschung sprechen. Die Initiative sammelt Informationen über das Labor und betreibt Öffentlichkeitsarbeit. In Neu Wulmstorf, auf Kreis- und inzwischen auch auf Landesebene erhält sie Unterstützung von den Grünen und der SPD, die sich über Anfragen im Kreis- und im Landtag kritisch mit der Rolle der Kontrollbehörden auseinandersetzen und immer wieder auf eine strikte Einhaltung der Gesetzeslage drängen. Als Brauer und ihre Mitstreiter einer Delegation der Landtagsfraktion der Grünen eine Unterschriftensammlung und Informationsmaterial übergeben wollen, erfolgt der Termin vor Ort vor der Außenstelle des Labors in Mienenbüttel unter Polizeischutz.
Seit November 2013 trifft sich eine Gruppe von Tierschützern aus dem Hamburger Süden morgens zum Betriebsbeginn vor den Toren der Versuchsanstalt, um mit einer Mahnwache auf das Elend der Tiere aufmerksam zu machen und für ein Ende der Tierversuche zu werben. Forschung an Bakterien und Zellkulturen sei ohnehin weitaus effektiver und verlässlicher. Für die Tierschützer ist erwiesen, dass Ergebnisse der Tierversuche ohnehin nicht auf den Menschen übertragbar sind. Brauer: „Wir wollen keine Tierversuche mehr beim LPT und in anderen Laboren.“
Einige LPTler reagieren freundlich, grüßen wie selbstverständlich. Andere senken nur still den Kopf, wenn sie an den Aktivisten und ihren Plakaten vorbeigehen. Einzelne treten den Tierschützern auch offen aggressiv gegenüber. Ein Mitarbeiter sei in seiner BMW-Limousine in hohem Tempo auf die Demonstranten zugerast, berichten sie. Erst die anwesende Polizeistreife, die hin und wieder nach dem Rechten sieht, konnte ihm Einhalt gebieten.
Andere Schikanen machen den Tierschützern mehr zu schaffen: Vom LPT-Gelände aus seien sie fotografiert worden, eine Mitarbeiterin habe den Hitler-Gruß gezeigt, ein anderer Kollege soll die Demonstranten als Nazis verunglimpft haben. Die Aktivisten verbinden die Liebe zu den Tieren und eine große Portion Idealismus. Über das Internet haben sie sich zusammengefunden, informieren auf einer Facebook-Seite über ihr Engagement. Mit viel Enthusiasmus gestaltet das Team die Mahnwachen – mit Kerzen und Plakaten. Auch auf dem Neugrabener Markt beziehen die Tierschützer Position und informieren über ihre Arbeit.